Meldung aus dem Laser-Klassenraum :

Stempel oder Aufkleber, alles muss Vermessen sein. Foto: Lina Nagel

Laser 4.7-Jugend-WM

Mammutprogramm schon vor dem Start

Am Montag beginnt mit dem Practice Race die heiße Phase der Laser 4.7-Jugend-Weltmeisterschaft in Kiel-Schilksee. Knapp 400 Jugendliche aus 37 Nationen halten das Check-In- und Vermessungsteam in Atem – doch die Vorbereitungen sind dank eingespielter Prozesse und disziplinierter Teilnehmer voll im Zeitplan.

Slipwagen reiht sich an Slipwagen vor der großen Bootshalle in Kiel-Schilksee. Um alle 388 Segler rechtzeitig zu den Practice Races aufs Wasser schicken zu können, hat Chef-Vermesser Ron Barak einen straffen Zeitplan ausgearbeitet. In 30 Minuten werden genau elf Boote inklusive Segel vermessen. Jeder jugendliche Teilnehmer der Laser 4.7-Weltmeisterschaft bekommt eine genaue Zeit genannt, wann er sein Boot vorzuführen hat. „Das klappt hier in Kiel sehr gut“, sagt der Israeli Barak und schmunzelt: „Hier gibt es keine `Gummizeit´, alle sind pünktlich.“

Das achtköpfige Vermesserteam überprüft anhand von Schablonen unter anderem die Form des Schwertes und des Ruderblattes, inspiziert Beschläge und Großbaum. Die überwiegende Mehrzahl der Boote sei bislang ohne Beanstandung durch die Vermessung gekommen, so Barak. Wenn nachgebessert werden muss, dann am ehesten bei den Segelnummern: Diese müssen eine bestimmte Größe, Farbe und Form haben, um die Teilnehmer auf dem Wasser eindeutig identifizieren zu können. „Das Procedere ist sehr lehrreich für die jugendlichen Teilnehmer“, sagt Randolph Bertin von der Internationalen Laser Class Association. „so lernen sie schon in der Jugendklasse, sich optimal auf ein Event vorzubereiten.“ Schließlich seien die strengen Vermessungsregeln nicht etwa Schikane, sondern die Basis für sichere und faire Wettfahrten. Wenn jedes Boot exakt gleich ist, dann kommt es nur auf die Leistung des Seglers an.

Essenziell wichtig in einem so großen Starterfeld wie den Laser 4.7 sind problemlos lesbare Startnummern, wie das Wettfahrtleiter-Duo bestehend aus Oberstem Wettfahrtleiter (PRO) Stephan Giesen und Wettfahrtleiter Mandus Freese bestätigt. Ihnen und ihrem je 20-köpfigen Team kommt die Mammutaufgabe zu, faire Rahmenbedingungen für alle 388 Starter zu schaffen. Auf den Regattabahnen Echo und Juliett vor Schilksee wird in jeweils drei Gruppen gesegelt; vier bei den Jungen, zwei bei den Mädchen. Länge der Startlinie: jeweils knapp 400 Meter. Giesen und Freese freuen sich auf die motivierte, ehrgeizige Jugendklasse der Laser 4.7, wollen auf dem Wasser aber klare Kante zeigen. Denn gerade bei großen Regattafeldern ist es wichtig, dass die Wettfahrtleitung einen strengen, aber gerechten Job macht. Dieser beginnt beim Start: „Wenn 15 Teilnehmer zu früh über die Linie segeln, dann gibt es eben Einzelrückruf für diese 15 und keinen Gesamtrückruf“, sagt Stephan Giesen. „Kein Segler soll denken, er kann Konkurrenten über die Linie drängeln und sich selbst hinter ihnen verstecken.“ So sollen von Beginn des Events an sportliche, faire Verhältnisse auf dem Wasser geschaffen werden.

Wie bei jedem Segelevent von internationalem Rang ist auch für die Laser 4.7-Jugend-Weltmeisterschaft ein tägliches Meeting der Wettfahrtleitung mit allen Trainern angesetzt – was PRO Stephan Giesen ausdrücklich begrüßt. „Das Feedback der Trainer ist für uns sehr wichtig, denn sie verbringen noch einige Stunden mehr auf dem Wasser als wir und bringen interessante Aspekte ein“, so Giesen; „wir setzen auf Kooperation. Segelsport ist ein Teamsport, das schließt auch die Wettfahrleitung mit ein.“

Montag um 14 Uhr fällt der erste Startschuss zum Practice Race, bevor am Dienstag ab 11 Uhr die erste Qualifikationsrunde gesegelt wird. Aus deutscher Sicht treten bei der Jugend-Weltmeisterschaft gleich mehrere Hoffnungsträger an:

Die größten Chancen auf einen Titel hat Julia Büsselberg vom Verein Seglerhaus am Wannsee. Die 16-Jährige aus der Jugendnationalmannschaft konnte im Vorjahr die Vizemeisterschaft und den WM-Titel bei den U16 erringen und zeigte zuletzt mit ihrem Sieg bei der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft im Rahmen der Travemünder Woche ihr Top-Form. Bei den Jungen gehen 31 deutsche Nachwuchssegler ins Rennen und hoffen auf den Heimvorteil. Julian Hoffmann (Segel Club Alpsee-Immenstadt) aus der Jüngsten-Nationalmannschaft könnte bei den U16 im vorderen Bereich ein Wörtchen mitreden. Er segelte in Travemünde auf den zweiten Platz und gewann die U16-Wertung.

Zeitplan
4.7-Jugend-Weltmeisterschaft (U18 + U16):
Sonntag, 31. Juli: Check-In, Vermessung
Montag, 1. August: Check-In, Vermessung, 14 Uhr: Practice Race, 19:30 Uhr: Eröffnungsfeier/Dinner
Dienstag, 2. August, 11 Uhr: Qualifikationsrunde
Mittwoch, 3. August, 11 Uhr: Qualifikationsrunde
Donnerstag, 4. August, 11 Uhr: Qualifikationsrunde, Halbzeit-Party
Freitag, 5. August, 11 Uhr: Qualifikationsrunde
Samstag, 6. August, 11 Uhr: Finalrunde
Sonntag, 7. August, 11 Uhr: Finalrunde, danach Siegerehrung und Abschlussfeier/Dinner

Website: Laser worlds Kiel 2016
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Björn Jonas

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Veröffentlicht am : 31.07.2016