Meldung aus dem Laser-Klassenraum :

Ignacio Rodriguez aus Uruguay ist mit den Plätzen zwei und sieben sehr gut in die U-21 Weltmeisterschaften im Laser (Standard und Radial) gestartet. Er hat sich in Kiel einer internationalen Trainingsgruppe angeschlossen. Foto: www.segel-bilder.de

Laser Jugend-Weltmeisterschaften 2016

U-21 Weltmeisterschaften im Laser Standard und Radial machen Überstunden

Vormittags waren die Herren im Laser Standard (144 Starter) und die jungen Frauen im Laser Radial (57 Starterinnen) schon auf der Ostsee – doch nach einer Pause an Land ging es erst um 16 Uhr auf dem Wasser wirklich los. Bei zehn bis 13 Knoten Wind aus Südwest wurden alle Gruppen nacheinander auf die Bahn geschickt. Ergebnisse lagen bei Redaktionsschluss noch nicht vor.

Auf den ersten Regattatag blickte Jury-Chef Bence Borocz beim Coach-Meeting am Freitagmorgen zurück: „Das war ein schöner Tag – wir hatten auf dem Wasser wenig zu tun und es gab auch danach keine Proteste.“ Das Startschiff war pünktlich um neun Uhr ins Startgebiet gefahren – aber nach einem Schauer über der Ostsee flaute der Wind ab, so dass erst einmal Startverschiebung angesagt war. Kurz vor 12 Uhr schickte die Wettfahrtleitung alle wieder zurück an Land - der Wind war zu schwach und zu unregelmäßig.

Zeit für einen Rückblick hatte daher auch Nik Aaron Willim vom Norddeutschen Regatta-Verein, der am Donnerstag als bester Deutscher auf Rang sieben lag. „Ich war generell schnell am ersten Tag, auf der Kreuz wie auf Vorwind. Ich bin ein bisschen passiv gesegelt – aber das war der Plan: Erstmal ein paar solide Plätze fahren und nicht zu viel Risiko eingehen.“ Der 19-Jährige hat vor zwei Monaten Abitur in seinem Heimatort Schleswig gemacht. Seither wohnt er bei seiner Großmutter in Schilksee – „gute Voraussetzungen für eine Olympia-Kampagne“.

Während mit dem guten Abschneiden der Spitzenreiter am ersten Tag gerechnet worden war (sie hatten sich schon bei der Kieler Woche in guter Form gezeigt), überraschte vor allem Ignacio Rodriguez aus Uruguay. Der 19-jährige Maschinenbau-Student aus Montevideo segelt seit vier Jahren Laser. „Gestern war es schön, ich finde dieses Revier gut“, war er mit einem zweiten und einem siebten Platz am ersten Tag mehr als zufrieden. Vorher wollte er eigentlich nur die Gold-Fleet erreichen, also in die erste Hälfte segeln. Doch nachdem er so gut gestartet ist, will er natürlich mehr und versuchen, diesen Level zu halten. Er hat sich in Kiel einer internationalen Trainingsgruppe angeschlossen: Mit drei Schweizern und zwei Peruanern wird er von Max Stein gecoacht. „Er kennt das Revier sehr gut“, hat er schon wichtige Tipps vom Trainer erhalten. Stein war selber ein paar Jahre aktiver Laser-Segler, war sogar Europameister im Laser 4.7. Der 22-jährige Kölner Sportstudent mit Ulmer Wurzeln coacht mehrfach im Jahr Laser-Segler bei großen Events.

Wichtig für ihn ist die Kommunikation – ob in englisch oder in spanisch. „Der Segler sieht andere Sachen als der Trainer und wir haben auch andere Möglichkeiten“, erläutert Stein. Kurz vor dem Start tauschen sich alle seiner Gruppe nochmal am Trainerboot aus. Ab fünf Minuten vor dem Start bis zum Zieldurchgang sind die Segler dann alleine auf sich gestellt. Getränke und Verpflegung hat er für seine Schützlinge dabei, Ersatzteile ebenso – und warme Überzieh-Jacken, damit die Segler vor oder zwischen den Rennen nicht auskühlen. Abends werden dann die Rennen analysiert, Videos des Trainers und auch die Wiederholungen des Tracking-Systems ausgewertet. Das wird es bei der U-21 WM der Laser von Sonntag an geben.

„Da wir wahrscheinlich nochmal segeln, ist es wichtig, die Konzentration hoch zu halten“, sagt Stein in der Pause. Er sollte recht behalten: Um 14 Uhr wurden die Segler wieder aufs Wasser geschickt. „Dear sailors, please leave the harbour for starting!“, ertönte aus den Lautsprechern im Olympiahafen die Durchsage.

Bis alle im Regattagebiet waren und die Starts erfolgt waren, vergingen fast zwei Stunden. Die Ergebnisse werden am späten Abend auf der Event-Webseite www.laserworldskiel2016.com publiziert. Fortgesetzt werden die Jugend-Weltmeisterschaften am Samstag ab 11 Uhr.

Björn Jonas

Wie beurteilen Sie die Wetterlage nach diesem Artikel?


Flaute
 
Brise
 
Böe
 
Sturm
 
Orkan
 
Meldungen Alle Artikel
Veröffentlicht am : 12.08.2016