Meldung aus dem Laser-Klassenraum :

Mit dem Marsch der Nationen werden die Weltmeisterschaften eröffnet. Foto: Marina Könitzer

Laser 4.7-Jugend-Weltmeisterschaft

Bunte Parade zum Event-Auftakt

Das heutige Practice Race bot eine letzte Möglichkeit, sich mit Revier und Konkurrenz vertraut zu machen. Einige Nationen zogen freies Training vor, um die teils ungewohnten Windverhältnisse in der Förde noch besser kennenzulernen.

„Das Wasser hier ist kälter und es gibt keine Haie“, fasst der Australier Todd Johnson die Unterschiede zwischen seinem Heimatrevier und der Kieler Förde zusammen. Viel entscheidender sei jedoch der Wind: „Vor Sydney, wo meine Tochter Hailey trainiert, weht der Wind sehr konstant. Vor Schilksee jedoch haben wir zum Teil Abweichungen von bis zu 90 Grad gemessen.“ Die lokalen Effekte richtig vorhersehen und den Wind lesen zu können, das sei die größte Herausforderung für das aus 14 Jungen und zwei Mädchen bestehende australische Team, pflichtet ihm Troy Cortis zu, der mit seinen Söhnen Logan und Boston nach Schilksee gekommen ist. Seit einer Woche trainiert das australische Team in Schilksee. Die größte Hoffnung des Teams ist Romë Featherstone, amtierender australischer Meister. „Romë will hier in Kiel gewinnen“, sagt Troy Cortis. Für die anderen Teammitglieder lautet das Ziel „Gold Fleet“. Um ihre Kinder optimal von Stress abzuschirmen, entschieden sich einige australische Familien für eine Unterkunft in Kiel. „So bekommen unsere Jugendlichen nach dem Segeln wieder einen freien Kopf“, sagt Todd Johnson. Auch wenn das für ihn bedeutet, sich jeden Morgen durch den ungewohnten Rechtsverkehr zu kämpfen.

Nicht nur an Land ist der Aufwand, den die Teams betreiben, enorm. „Die Top-Teams haben auf einem separaten Coachboot vom Pinnenausleger über Baumniederholer bis Segel alle wichtigen Teile dabei, um bei einem Schaden schnell Ersatz leisten zu können“, sagt Christoph Möller vom deutschen Laser-Händler Ziegelmayer. 2500 und 3000 Euro Materialwert kämen da schnell zusammen, schätzt er. Wer um die Medaillen segeln möchte, muss diesen Aufwand betreiben. Denn wenn ein Segler erst einmal von den Bahnen Juliett oder Echo an Land segelt, um Material zu tauschen, verpasst er mindestens eine Wettfahrt und bekommt entsprechende Strafpunkte. Um finanziellen und logistischen Aufwand etwas geringer zu halten, haben viele Teams einen Materialpool, aus dem sich alle Segler bedienen. Sollte etwas fehlen, hält das Ziegelmayer-Team auf dem Hafenvorfeld in zwei Bussen alles bereit, was auf einem Laser kaputtgehen kann; unter anderem 15 neue Segel, 30 Mastoberteile, aber auch Beschläge und Strecker.

Ganz entspannt und ohne übertriebene Erwartungen geht Elmar Ill, der mit dem Wohnmobil vom Bodensee an die Ostsee gereist ist, die Laser 4.7 Jugend-Weltmeisterschaft an. Sohn Hannes, 14 Jahre alt, ist erst vor einem halben Jahr aus dem Optimisten in den Laser 4.7 umgestiegen. Daher sei die Teilnahme an der Weltmeisterschaft für seinen Sohn in erster Linie ein tolles Erlebnis, so Ill. „Wir freuen uns, wenn Hannes es in diesem starken Feld in die erste Hälfte schafft.“ Weiter nach vorne dürfte Hannes` Trainingskamerad Julian Hoffmann landen, zuletzt Erster in der U16-Wertung bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der Laser 4.7 in Travemünde. „Julian ist ja quasi im Laser aufgewachsen“, meint Elmar Ill, der ab morgen beiden die Daumen drückt.

Viele Segler nutzten den letzten Tag vor Beginn der Weltmeisterschaft zum freien Training, berichtet Wettfahrtleiter Mandus Freese von der Bahn. Westliche Winde zwischen 13 und 17 Knoten sorgten für ideale Segelbedingungen, „mit spannenden Drehern im Bereich der Quellwolken“, so Freese. Für Dienstag wird etwas leichterer, aber konstanter Wind aus Südsüdwest erwartet. Freese und PRO Stephan Giesen freuen sich nach der reibungslosen Generalprobe auf die ersten Qualifikationsregatten.

Mit der traditionellen Flaggenparade wurde die Laser 4.7 Jugend-Weltmeisterschaft am Montagebend offiziell eröffnet. Eine bunte Formation Jugendlicher aus aller Welt zog über das Schilkseer Hafenvorfeld. Das 32 Segler zählende deutsche Team wurde von der 15-jährigen Isabelle Steinbrück vertreten. Am Dienstag, den 2. August, um 11 Uhr, beginnen die Regatten der Qualifikationsserie.

Das Geschehen kann per Live Tracking verfolgt werden: Laser worlds Kiel 2016
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Zeitplan
4.7-Jugend-Weltmeisterschaft (U18 + U16):
Samstag, 30. Juli: Check-In, Vermessung
Sonntag, 31. Juli: Check-In, Vermessung
Montag, 1. August: Check-In, Vermessung, 14 Uhr: Practice Race, 19:30 Uhr: Eröffnungsfeier/Dinner
Dienstag, 2. August, 11 Uhr: Qualifikationsrunde
Mittwoch, 3. August, 11 Uhr: Qualifikationsrunde
Donnerstag, 4. August, 11 Uhr: Qualifikationsrunde, Halbzeit-Party
Freitag, 5. August, 11 Uhr: Qualifikationsrunde
Samstag, 6. August, 11 Uhr: Finalrunde
Sonntag, 7. August, 11 Uhr: Finalrunde, danach Siegerehrung und Abschlussfeier/Dinner

Laser Standard Männer und Laser Radial Frauen Jugend-WM (U21 + U19):
Dienstag, 9. August: Check-In, Vermessung
Mittwoch, 10. August: Check-In, Vermessung, 14 Uhr: Practice Race, 19:30 Uhr: Eröffnungsfeier/Dinner
Donnerstag, 11. August, 11 Uhr: Qualifikationsrunde
Freitag, 12. August, 11 Uhr: Qualifikationsrunde
Samstag, 13. August, 11 Uhr: Qualifikationsrunde, Halbzeit-Party
Sonntag, 14. August, 11 Uhr: Qualifikationsrunde
Montag, 15. August, 11 Uhr: Finalrunde
Dienstag, 16. August, 11 Uhr: Finalrunde, danach Siegerehrung und Abschlussfeier/Dinner

Björn Jonas

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Veröffentlicht am : 01.08.2016