Meldung aus dem 505er-Klassenraum :

505er

505er jagten durch die Schauerfronten

Nach drei Tagen Segelpause setzten Mike Holt/Rob Woelfel (USA) mit einem sechsten Platz und dem zweiten Tagessieg im WM-Verlauf ihre bisher konstant starke Serie fort und übernahmen damit die Führung vor ihren Trainingspartnern Andy Smith/Tim Needham (Großbritannien).

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Morten Bogacki/Lars Dehne (Düsseldorf/Zwischenahn) mussten dagegen einen Rückschlag nach ihrem perfekten Start in die WM hinnehmen. Die Ränge fünf und 33 ließen sie auf Gesamtplatz acht abrutschen. Die Leiter nach oben kletterte dagegen der fünfmalige Weltmeister Wolfgang Hunger mit seinem Vorschoter Julien Kleiner (Strande/München). Die WM-Mitfavoriten trotzten mäßigen Starts in den Wettfahrten und rasten jeweils mit Top-Speed durch das Feld zu zwei dritten Rängen. Damit hatten sie den besten Tag aller Teilnehmer und sind aktuell zweitbeste Deutsche hinter den konstant in den Top-Ten segelnden Stefan Böhm/Gerald Roos (Köln), den Vize-Weltmeistern des Vorjahres.

Der zweite reale Wettfahrttag war erneut geprägt von schwierigen Bedingungen auf dem Stollergrund. Eine harte Welle rollte aus der Eckernförder Bucht ins Regattagebiet, dazu sorgten einige Schauerfronten für Starkwind und Starkregen im Tagesverlauf. Das forderte von den Crews nicht nur ein gutes Bootshandling, sondern auch ein waches Auge in schlechter Sicht und das Gespür für die richtige Seite. Auch für die Wettfahrtleitung war das Geschehen keine leichte Aufgabe, denn mitten in die Startvorbereitung für das zweite Rennen platzte eine Schwerwetterfront, die ein Großteil des Feldes auf die Seite warf. Dennoch gelang es schließlich, die Flotte zum zweiten Tagesrennen von der Leine zu lassen.

In der ersten Wettfahrt des Tages nutzte Ian Pinnell, der britische Weltmeister von 2008, seine Top-Startposition als Pfadfinder und fuhr mit Vorschoter David Shelton die Hälfte des Rennens vor dem Feld. Dann verschätzte er sich allerdings in der zweiten Runde bei der Ansteuerung der Raumtonne, die sich im dichten Regen versteckte, setzte die Halse zu spät und musste die Australier Peter Nicholas/Luke Payne passieren lassen. Auch Hunger/Kleiner nutzten die schlechte Orientierung einiger Konkurrenten und arbeiteten sich weiter nach vorn, nachdem sie schon vorher von Platz 18 an der ersten Bahnmarke den Anschluss an die Spitze hergestellt hatten. Zwischenzeitlich schien für sie sogar der Sprung ganz nach oben möglich, doch am Ende retteten sich die Australier vor den Briten und Hunger/Kleiner ins Ziel.

Das zweite Rennen war dann wie am ersten Tag wieder eine Demonstration der Stärke durch Holt/Woelfel und Smith/Needham. Mit hoher Am-Wind-Geschwindigkeit nach dem Start eroberten sie die Spitze an der ersten Bahnmarke, bauten den Vorsprung kontinuierlich aus und fuhren ein eigenes Rennen, das die Amerikaner souverän vor den Briten gewannen. „Es scheint so, als bräuchten wir jeweils ein Rennen, um richtig warm zu werden. Aber dann hatten wir wirklich eine tolle Geschwindigkeit. Es war wieder einmal perfektes Segeln in einer schönen Brise“, freute sich Mike Holt, der in der Gesamtwertung mit zwei Punkten Vorsprung vor den Trainingspartner Smith/Needham führt. „Wir haben uns gemeinsam mit der Kieler Woche und den britischen Meisterschaften auf die WM vorbereitet. Das scheint sehr gut funktioniert zu haben“, ist auch Smith guten Mutes für den weiteren WM-Verlauf.

Beeindruckt von der Schnelligkeit der Führenden zeigten sich Hunger/Kleiner. „Nach dem Start war Mike Holt unglaublich schnell. Wir sind direkt neben ihm gestartet, aber nach der ersten Wende hatten wir schon 100 Meter Rückstand“, sagte Julien Kleiner. Im weiteren Verlauf der Rennen kam das deutsche Team, das gemeinsam 2010 und 2011 den WM-Titel geholt hatte, aber immer besser in Fahrt. „Mit dem Großsegel, das wir heute gefahren sind, brauchen wir mehr Wind. Und als der kam, ging es sehr gut“, sagte Wolfgang Hunger, der Mike Holt nach dessen bisheriger Vorstellung aber weiter in der Favoritenrolle sieht.

Beeindruckend konstant agieren bisher Stefan Böhm/Gerald Roos. Das Duo agiert ohne Ausrutscher und liegt mit der Serie 3, 5, 4, 6 nur einen Punkt hinter dem Silberrang. Weitere vier deutsche Crews in den Top-Ten auf den Rängen sieben bis zehn dokumentieren, dass sich die weltweit stärkste 505er-Flotte in Deutschland befindet.

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Veröffentlicht am : 20.08.2014