Meldung aus dem 505er-Klassenraum :

505er

505er-Titelrennen bleibt bis zum Finale ein enger Fight

Am Ende konnten die bisher Führenden ihre Position halten. Zunächst schien es, dass das Team mit der weitesten Anreise sich am meisten heimisch fühlen würde: Auf dem schwierig zu segelnden Stollergrund, dem Regattarevier vor Kiel, demonstrierten die Australier Peter Nicholas/Luke Payne eindrucksvoll ihren Instinkt für die Winddreher, das Gefühl für die Welle und eine perfekte Abstimmung an Bord.

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Mit einem überlegenen Tagessieg stahlen sie allen anderen Favoriten die Show. Doch im zweiten Tagesrennen wurden die Ergebnisse auf den Kopf gestellt. Viele Top-Teams des Rankings strauchelten, während Meike Schomäker und Holger Jess (Kiel) zu ihrem ersten Tagessieg fuhren. Vor dem finalen Rennen ist die WM damit weiter offen – indes mit den besten Karten für die führenden Mike Holt/Rob Woelfel (USA) vor Andy Smith/Tim Needham (Großbritannien), den Australiern Nicholas/Payne und Wolfgang Hunger/Julien Kleiner (Strande/München).

Der Tag begann nach der Jahrestagung des Weltverbandes mit einem weiteren Rennen in kräftiger Brise, die allerdings nicht mehr die Stärke der Vortage erreichte. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten wählten die Australier Nicholas/Payne nach dem Start die linke Seite des Kurses und lagen damit goldrichtig. Vor dem gesamten Feld der 153 Crews aus 15 Nationen erreichten sie die erste Bahnmarke. Dahinter folgten überraschend die Klassen-Neulinge Julian Ramm/Oliver Lewin aus Kiel, die allerdings den fünfmaligen Weltmeister Wolfgang Hunger auf seinem Heimatrevier ziehen lassen mussten. Mit Julien Kleiner an der Vorschot machte sich Hunger auf die Verfolgung der Australier, konnte das Team aus Down Under aber zu keiner Zeit stellen. Die Positionen in den Top-Drei waren damit früh verfestigt und hatten bis zum Ziel Bestand. Dahinter machten sich die Führenden der Gesamtwertung auf die Aufholjagd. Mike Holt/Rob Woelfel (USA) und Andy Smith/Tim Needham (Großbritannien) retteten sich schließlich auf die Ränge vier und sechs und blieben damit auch in der Gesamtwertung in einer guten Position. Zunächst standen aber Nicholas/Payne an der Spitze.

Das allerdings blieb nur eine Momentaufnahme, denn das sechste Rennen der WM war das bisher wechselhafteste. Es begann mit Problemen am Start, als zunächst eine starke Winddrehung den Torstart beeinträchtigte, dann fuhr ein britischer Teilnehmer in das Torboot und das ganze Verfahren musste abgebrochen werden. Aufgrund weiterer Winddreher dauerte es schließlich einige Zeit, bis die Flotte wieder auf die Bahn geschickt werden konnte. Und auch dann spielte Windgott Rasmus noch seine Spielchen mit den Athleten mit zahlreichen Winddrehern, Schauerböen und flauen Windzonen. Nahezu unbeeindruckt davon zeigten sich Meike Schomäker und Holger Jess, die auf der linken Startseite bis zur ersten Bahnmarke sehr gut aussahen. Dann leisteten sie sich zwar einen kleinen Fehler und rundeten in dritter Position die Tonne. Von dort aber gab es für das Mixed-Team aber nur noch den Weg nach vorn. Nach dem Vorm-Wind-Gang waren sie bereits Zweite, auf der Kreuz schossen sie nach vorn und verteidigten die Position bis ins Ziel. Mit dem Tagessieg zeigten die Europameister von 2011 erneut ihre Klasse, wenn der Wind etwas nachlässt.

Die Titelaspiranten hatten dagegen auf die falsche Seite gesetzt und kassierten mächtig Punkte. Entsprechend unterschiedlich war schließlich die Gefühlslage an Land. „Das war endlich mal optimal für uns: Wenig Wind auf der Startkreuz, so dass Holger schon im Trapez stehen konnte, während alle anderen noch drin saßen“, freute sich Meike Schomäker, Und Vorschoter Holger Jess ergänzte: „Wir wollten früh starten, um auf die linke Seite zu kommen. Damit waren wir vorn dabei und haben danach alles richtig gemacht. Und das Boot war unglaublich schnell.“ Für Wolfgang Hunger war das Rennen dagegen alles andere als optimal: „Man hätte noch mit dem Start warten sollen, bis sich der Wind wieder stabilisiert. So hatten wir einen 40-Grad-Dreher auf der Startkreuz. Das waren keine fairen Bedingungen. Das ist besonders ärgerlich, weil es das entscheidende Rennen für die WM gewesen sein könnte. Aber eine Entschuldigung kann das natürlich nicht sein, denn auch bei diesen Bedingungen muss man vorn dabei sein.“

Auf Rang vier liegen Hunger/Kleiner noch in Schlagdistanz zu den Medaillen, bis auf Rang eins müssten sie allerdings im einzig verbliebenen Rennen sieben Punkte aufholen.

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Veröffentlicht am : 21.08.2014