Meldung aus dem 49er-Klassenraum :

Nach dem Laser liebäugelt Robert Scheidt nun mit dem 49er. Foto: Fred Hoffmann/Robert Scheidt

Regatta

49er und Nacra17 mit neuem Finalmodus - Scheidt will in 49er einsteigen

In den Planungen für die Olympia-Periode bis 2020 haben die 49er/49erFX und Nacra17 das Tempo der Entwicklung vorgegeben. Die Klassen schreiten organisatorisch schnell voran und wollen bei den Meisterschaften neue Final-Formate ausprobieren. Zudem haben sie den Terminkalender vorgelegt und überraschen mit der Meldung, dass Segel-Superstar Robert Scheidt (Brasilien) in den 49er einsteigen will.

Nach Platz vier bei seinen Heimspielen in Rio im Laser will Scheidt es noch einmal wissen. Dazu wechselt er zum dritten Mal in seiner inzwischen 20-jährigen Olympiakarriere die Klasse. Der 43-jährige gewann zwischen 1996 bis 2004 im Laser zweimal Gold und einmal Silber bei Olympia. Danach wechselte er in den Star und holte 2008 und 2012 noch einmal Silber und einmal Bronze. Die Rückkehr in den Laser für die Spiele 2012, da das Starboot aus dem olympischen Programm gestrichen worden war, wurde nicht mit einer Medaille belohnt, obwohl Scheidt 2013 noch zu seinem neunten WM-Titel im Laser gesegelt war. Doch die olympische Karriere will Scheidt scheinbar noch nicht aufgeben. Beim Finale der Star Sailors League vor Nassau/Bahamas bewies Scheidt als Dritter mit Henry Boening an der Vorschot zwar noch einmal seine Klasse auf dem Kielboot. Tatsächlich aber ist er schon seit dem Spätsommer im 49er-Training. Gabriel Borges, bei den Olympischen Spielen mit Marco Grael für Brasilien am Start, hatte bei Scheidt angefragt. Inzwischen haben sie schon diverse Trainingseinheiten hinter sich und planen die kommende Saison. Daneben betreibt der am Gardasee lebende Scheidt Sponsorengespräche für seine Kampagne. Im Frühjahr will er dann endgültig entscheiden, ob er einen erneuten Olympia-Anlauf wagt.

Intensiv laufen auch die Planungen der 49er, 49erFX und Nacras. Beide Klassen werden von dem Duo Marcus Spillane (Irland) und Ben Remocker (Kanada) geführt. Und das Duo setzt bei der Vermarktung darauf, die Finals spannender zu machen. Dafür werden in der kommenden Saison diverse Formate ausprobiert. Klar ist aber, dass die schnellen Klassen weg wollen von dem bisherigen Format mit einem doppelt gewerteten Finallauf. Vielmehr soll es im Finale nun mehrere kurze Rennen geben. 20 bis 30 Minuten sollen die einzelnen Wettfahrten dauern, die allesamt in einfacher Punktzahl in die Gesamtwertung eingehen. Die Skiffs werden dabei den üblichen Up-and-Down-Kurs segeln, die Nacras sollen auf einen dem America's Cup angepassten Kurs wechseln – mit Halbwind-Start und Ziel. Über die genaue Anzahl der Rennen wird noch diskutiert, verschiedene Varianten werden in 2017 ausprobiert. Spillane/Remocker glauben, dass die Vielzahl an Wettfahrten im Finale dazu führen wird, dass die Events sich tatsächlich erst am letzten Tag entscheiden. Gleichzeitig wird aber der Zufallsfaktor ausgeschieden, da ein Patzer nicht gleich das Aus bedeuten würde.

Im Blickpunkt beim Testen der neuen Formate wird auch Kiel sein. Zur Kieler Woche können die drei Klassen schon einmal das Revier für ihre Europameisterschaft an gleicher Stelle testen. Denn vom 30. Juli bis 4. August bietet Kiel mit der gemeinsamen EM dieser drei Olympiaklassen einen weiteren echten Höhepunkt an. Welcher exakte Finalmodus zur Kieler Woche und zur EM angewendet wird, steht allerdings noch nicht fest. Ein Wermutstropfen zur Kieler Woche ist allerdings erneut eine Terminkollision. Denn die talentierten U23-Nachwuchscrews werden wohl nun in begrenzter Anzahl am Start sein. Sie segeln fast zeitgleich ihre Junioren-WM sowie die Nordamerikanischen Meisterschaften in Kingston/Canada.

Für die Nacras wird die EM vor Kiel wohl das erste internationale Event im Vollflug-Modus sein. Für die Olympia-Kats werden im kommenden Jahr die neuen Foils eingeführt. Bis diese aber flächendeckend zur Verfügung stehen, wird es etwas dauern. Möglicherweise wird zuvor schon bei der IDM der Nacras beim Flensburger SC im Juli gefoilt.

Ralf Abratis

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Veröffentlicht am : 21.12.2016