Meldung aus dem 49er-Klassenraum :

Vergolden sich Erik Heil und Thomas Plößel heute ihren olympischen Traum mit einer Silbermedaille? Foto: sailing energy

Olympia 2016

Heute um 19.30 Uhr gilt's: Daumen drücken für eine deutsche Segel-Medaille

Erik Heil und Thomas Plößel tragen die deutschen Hoffnungen auf eine deutsche Segel-Medaille vor Rio. Das 49er-Duo aus Berlin, das für den NRV Hamburg startet und in Kiel lebt, hat die Hand am Edelmetall. Vor dem abschließenden Medal Race (heute, ab 19.30 Uhr MESZ) liegen die beiden hinter den faktisch als Olympiasieger feststehenden Neuseeländern Peter Burling/Blair Tuke auf Rang zwei.

Dicht dahinter lauern die London-Olympiasieger Nathan Outteridge/Iain Jensen (Australien). Und auch die Briten Dylan Fletcher-Scott/Alain Sign haben noch Chance auf eine Medaille.

Nach den geplatzten Hoffnungen auf einen Olympia-Podiumsplatz für Toni Wilhelm (Surfen) und Philipp Buhl (Laser) ist jetzt wirklich alles bereitet für einen deutschen Jubel. Gold ist zwar schon vergeben, wenn es Burling/Tuke bis an die Startlinie des finalen Rennens schaffen. Denn mit 34 Punkten Vorsprung sind die Neuseeländer im doppelt gewerteten Rennen der Top-Ten nicht mehr zu schlagen.

Doch dahinter wird es spannend. Heil/Plößel haben vor dem Rio-Finalrennen zwar den zweiten Platz verteidigt, doch die Titelverteidiger Outteridge/Jensen konnten den Rückstand bis auf drei Punkte verkürzen, da sich Heil/Plößel am vorletzten Tag ihr Streichergebnis einfuhren. Die Briten liegen 13 Punkte zurück, alle weiteren Teams haben nichts mehr mit dem Medaillenausgang zu tun. Daher ist zwischen Platz zwei und vier alles drin für die deutschen Skiffssegler. Bereits vor acht Jahren waren es die Peckolt-Brüder, die im 49er mit Bronze von Qingdao für die letzte deutsche Segel-Medaille gesorgt hatten.

Platz sieben im Medal Race würde für Heil/Plößel in jedem Fall für eine Medaille reichen. Bronze wäre dann sicher, selbst wenn die Briten mit einem Sieg aus dem finalen Rennen herausgehen würden. Silber wäre es, wenn Heil/Plößel zudem direkt hinter Outteridge/Jensen ins Ziel kämen.

„Das Ergebnis ist auf jeden Fall gut. Jetzt wird es spannend. Wir sind in einer guten Situation. Wir hätten uns natürlich einen besseren Tag vor dem Medal-Race gewünscht, insbesondere mit dem letzten Rennen“, sagte Thomas Plößel. Doch die Vorfreude auf und die Spannung für das Finalrennen ist deutlich. „Wir müssen spritzig sein und top Entscheidungen treffen. Es gibt nur das eine Rennen. Jede Aktion muss sitzen, weil alles extrem schnell geht. Beim Start müssen wir uns aus dem Trubel raushalten“, beschreibt Erik Heil die Herausforderung. „Nach den zwölf Rennen haben wir jetzt mit den Australiern und den Briten zwei Gegner – wir dachten, wir hätten nur einen“, so Heil. „Wir werden die Jungs aus Australien im Auge behalten. Die haben auch Druck von hinten. Die Olympiasieger von London 2012 zu schlagen, wäre schon nicht schlecht.“

Eines steht vor dem finalen Rennen bereits fest: Erik Heil und Thomas Plößel (Norddeutscher Regatta Verein) erringen das beste Ergebnis für die deutsche Segel-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen in Rio. Toni Wilhelm kam trotz gesundheitlicher Beschwerden vor Rio auf Platz sechs. Die Crews im 470er, Nacra17 und Laser verpassten das Medal Race. Den Sprung in die Top-Ten schafften noch die Skiff-Damen Victoria Jurczok/Anika Lorenz, die heute ebenfalls ihr Medal Race austragen. Doch der Weg der Berlinerinnen kann von Platz zehn im besten Fall noch auf Platz sechs führen.

Der Fahrplan für die Medal Races ist in den vergangenen Tagen durch einige Verschiebungen neu gestaltet worden und sieht für heute so aus:

18Uhr: Medal Race 470er Frauen

18.45Uhr: Medal Race 470er Männer

19.30Uhr: Medal Race 49er Männer

20.15Uhr: Medal Race 49erFX Frauen

Ralf Abratis

Wie beurteilen Sie die Wetterlage nach diesem Artikel?


Flaute
 
Brise
 
Böe
 
Sturm
 
Orkan
 
Meldungen Alle Artikel
Veröffentlicht am : 18.08.2016