Meldung aus dem Finn-Klassenraum :

Phillip Kasüske liefert aktuell eine überragende Leistung zur WM ab. Foto Robert Daeves

Finn Gold Cup

Kasüske übernimmt überraschend die Finn-WM-Führung

Während die Segelnation nach Mexiko schaut, wo Philipp Buhl seine nächste WM-Medaille im Laser holen will, sorgt in Gaeta/Italien ein anderer deutscher Einhand-Segler für Furore. Phillip Kasüske hat nach vier Rennen die Führung beim Finn Gold Cup übernommen. In leichten Winden verweist der Junioren-Segler derzeit die gesamte Weltelite auf die Plätze.

Nachdem Kasüske, der sich nicht für Olympia qualifiziert hat, am Montag erstmals ein Rennen bei einer Finn-WM gewonnen hatte, legte er am Mittwoch mit einem zweiten Platz nach. Damit setzte er er sich überraschend an die Spitze des Feldes, das sich von den schwierigen – da schwachen und drehenden – Winden frustriert zeigt. Der junge Deutsche musste sich in dem einzigen möglichen Rennen am Mittwoch nur vom britischen Olympia-Gold-Anwärter Giles Scott geschlagen geben. Kasüske hat im Laufe der erst vier Rennen in vier Tagen aber die größte Konstanz, war stets im Vorderfeld zu finden und nimmt derzeit mit 16 Punkten Vorsprung vor Giles Scott Kurs auf eine Medaille. Auf Rang drei folgt der starke Este Deniss Karpak.

Der vierte WM-Tag war geprägt von erneut schwachen Winden, in denen die Flotte zunächst auf das Wasser beordert wurde, dann wieder unverrichteter Dinge in den Hafen zurückkehrte und schließlich doch noch zu einem Rennen über die Bahn geschickt werden konnte.

Scott startete am Pin-End und führte die Flotte mit diesem Start von Beginn an. Zunächst hefteten sich der Spanier Pablo Guitian Sarria, Jake Lilley (USA) und der Däne Jonas Høgh-Christensen an sein Heck. Kasüske manövrierte sich auf dem Downwinder in eine aussichtsreiche Position und passierte schließlich die Konkurrenz bis auf Scott bis zur nächsten Luvmarke. In dieser Reihenfolge (Scott vor Kasüske und Høgh-Christensen) ging es dann auch ins Ziel. Der nach drei Rennen noch Führende Deniss Karpak musste dagegen als 31. einen schweren Rückschlag einstecken.

Kasüske führt seine Erfolgssträhne auf die gute Trainingsarbeit vor allem bei wenig Wind mit dem deutschen Team in diesem Jahr zurück. Das vierte Rennen analysierte er so: „Mein Start auf der linken Seite war ganz gut, aber nicht der beste. Er wurde dann aber besser, als die Jungs vor mit wendeten und ich so in freien Wind kam und auf die linke Seite rausfahren konnte. Als ich wendete, konnte ich die Jungs auf der rechten Seite passieren, da wir links mehr Wind hatten.“ Zur Führung im Gold Cup sagte Kasüske: „Das fühlt sich gut an. Ich war vorher nie so gut platziert, und bisher ist es die Regatta meines Lebens. Ich genieße daher jeden Moment. Ich beobachte nicht die Windvorhersage, denn für heute war auch viel Wind vorhergesagt, aber es war dann ein Schwachwindtag. Wir werden sehen, was weiter passiert. Ich werde das System jetzt nicht wechseln, denn es funktioniert gerade. Also werde ich einfach so weiter arbeiten.“

Die Top-Ten nach vier Rennen: 1. Phillip Kasüske (Deutschland, 30 Punkte), 2. Giles Scott (GBR, 46), 3. Deniss Karpak (EST, 48), 4. Jonas Høgh-Christensen (DEN, 53), 5. Fabian Pic (FRA, 54), 6. Tom Ramshaw (CAN, 57), 7. Alejandro Muscat (ESP, 60), 8. Ioannis Mitakis (GRE, 61), 9. Michele Paoletti (ITA, 66), 10. Piotr Kula (POL, 71)

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Veröffentlicht am : 12.05.2016