Meldung aus dem Finn-Klassenraum :

Per Baggoe gratuliert Phillip Kasüske zum Titelgewinn. Foto Robert Daeves

Finn U23-WM

Phillip Kasüske greift sich den U23-Welttitel der Finns

Nach dem Triumph zur Kieler Woche hat Deutschlands hoffnungsvolles Nachwuchs-Talent im Finn, Phillip Kasüske, den nächsten großen Erfolg eingefahren. Bei der U23-Weltmeisterschaft vor Aarhus holte der junge Deutsche den Titel nach einem Auf und Ab in den Ergebnisse während der WM-Woche.

Damit entthronte Kasüske den Vorjahres-Champion Ondrej Teply (Tschechien), der sich mit Silber begnügen musste. Auf Rang drei segelte Facundo Olezza aus Argentinien, der sich direkt nach der Regatta auf den Weg nach Südamerika machte, um sich auf die Olympischen Spiele vorzubereiten. Tragischer Held war Max Kohlhoff. Der Kieler segelte eine herausragende WM, brachte sich am vorletzten Tag mit einem ersten und einem zweiten Platz in den Wettfahrten in eine vermeintlich gute Position für den Medaillenkampf, wurde dann aber in diesen beiden Rennen disqualifiziert und landete schließlich auf dem siebten Gesamtrang.

Nach vielen unterschiedlichen Windbedingungen mit stetig wechselnden Führenden nach den einzelnen Tagen war zum Finale alles offen bei dieser Weltmeisterschaft vor Aarhus, die in einer Brise zwischen zehn und zwölf Knoten, Sonnenschein und Wärme einen krönenden Abschluss in einem Nerven Krimi fand.

Teply startete gut in den Tag, als zunächst die Führung in der ersten Wettfahrt des Finaltages übernahm und das Feld bis zur Hälfte des Rennens anführte. Dann aber segelte Kasüske weiter nach links und erwischte das Tor, um noch vor Teply hindurch zu schlüpfen und die Führung bis ins zu Ziel zu verteidigen. Damit war der Kampf um Gold endgültig eröffnet, denn Teply ging mit einem Minimal-Vorsprung von einem Punkt in das letzte Rennen.

Und gleich an der ersten Bahnmarke wurde klar, dass es schwer werden würde für Teply. Während nach einem Linksdreher der Brite Hector Simpson und Max Kohlhoff an der Spitze die Tonne rundeten, kam Kasüske als Fünfte an, Teply aber nur auf Rang zwölf. Dann aber ließ Kasüske seinen Konkurrenten auf der letzten Kreuz ziehen. Während Teply auf der rechten Seite Meter um Meter gewann, bekam Kaüskes Trainer Per Baggoe etliche weitere graue Haar. Nur unmittelbar vor Teply rundete Kasüske die letzte Bahnmarke als Achte, um dann aber auf dem Downwinder seine ganze Klasse auszuspielen. Drei Boote arbeitete er sich noch nach vorn, wurde in dem Rennen Fünfter und gewann schließlich mit drei Punkten Vorsprung vor Teply dem Junioren-WM-Titel.

„Vor drei Jahren haben wir als Team das Finn-Projekt mit dem Ziel Tokio 2020 gestartet und wir hätten nicht gedacht, dass wir so nah an die Qualifikation für Rio herankommen. Am Ende hat es dafür zwar noch nicht gereicht, aber das macht nichts, denn wir sind ja auf 2020 fokussiert. Und aktuell sind wir auf einem guten Weg dahin“, berichtete Kasüske nach seinem ersten WM-Titelgewinn. „Ich hätte nie gedacht, dass sich dieser Erfolg so gut anfühlt. Aber ich wirklich sehr, sehr glücklich.

Für Max Kohlhoff war der Sieg im letzten Rennen dagegen kaum tröstlich. Er hatte tags zuvor einen starken Auftritt, doch verlor alles im Protestraum. Bei seinem Sieg war es im Rennverlauf zu einer Kollision mit Olezza gekommen, die ihn um den Lohn der Mühen brachten. Bei seinem zweiten Platz hatte er wie viele andere auch die Offset-Marke an der Luvtonne verpasst.

1.Phillip Kasüske (GER), 53 Punkte 2.Ondrej Teply (CZE), 56 3.Facundo Olezza (ARG), 67 4.Nenad Bugarin (CRO), 72 5.Arkadiy Kistanov (RUS), 91 ... 7.Max Kohlhoff (GER), 109

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Veröffentlicht am : 11.07.2016