Meldung aus dem J/70-Klassenraum :

Mit einer Parade eröffneten die J/70 ihre Europameisterschaft vor Kiel. Foto okpress

Kieler Woche, 18. bis 26. Juni

J/70-EM mit 96 Booten eröffnet

Es ist die zweite Europameisterschaft der jungen J/70-Klasse, und die Meldungen zur Kielboot-EM haben die 100er-Schallmauer fast geknackt. 96 Boote aus 15 Nationen stehen vor dem morgigen Start in der Meldeliste der J/70-EM, die im Rahmen der Kieler Woche (18. bis 26. Juni) ausgetragen wird.

Sogar aus Chile und Brasilien reiste jeweils eine Crew an, und auch die Mittelmeer-Nationen gehen im Norden an den Start. So haben fünf italienische Crews, die die EM 2015 vor Monaco beherrschten, zwei spanische und zwei monegassische Crews gemeldet.

Mit dem Einmarsch der Nationen und der Eröffnungszeremonie in der Kieler Woche Lounge wurde die EM am heutigen Mittwoch, 22. Juni, eröffnet, bevor die Boote von Donnerstag, 23. Juni, bis Sonntag, 26. Juni, auf Bahn Delta um den Titel kämpfen. Insgesamt elf Rennen stehen an den vier Wettfahrttagen (erster Start am Donnerstag um 12 Uhr) auf dem Plan.

Aber nicht nur die Quantität stimmt in Kiel. Namen wie Alberini (Italien), Carrain (Monaco), Jablonski (Deutsch-Pole) und Rossi (Italien) tauchen in der Liste der J/70-EM auf und versprechen hochklassigen Segelsport. Carlo Alberini (Italien) startet als amtierender Vizeweltmeister in Kiel, und Jacopo Carrain (Yacht Club of Monaco) ist Gewinner der Monaco J/70 Sportsboat Winter Series. Aus Italien gemeldet hat auch Claudia Rossi ihre „Petite Terrible“. Mit der „Enfant Terrible“ gewann ihr Vater Alberto Rossi 2014 vor Kiel die ORC-WM.

Deutschland stellt auf dem heimischen Revier mit 50 Startern die größte Flotte. Und auch hier zeigt sich: Immer mehr namhafte Segler steigen in das Boot der Deutschen Bundesliga ein. So startet der ehemalige 505er-Weltmeister Claas Lehmann für den Blankeneser Segel-Club, der zehnfache Eissegel-Weltmeister und Admiral’s-Cup-Sieger Karol Jablonski (54) ist an Bord des Düsseldorfers Pit Finis, und der mehrfache Weltmeister Carsten Kemmling startet für den Norddeutschen Regatta-Verein, der mit Sven Erik Horsch (einst X-41-Europameister, Platu 25- und Match-Race-Meister) und dessen Team gleich ein zweites heißes Eisen im Feuer hat. Chancen rechnet sich auch der amtierende Deutsche Bundesliga-Meister aus Starnberg aus. Der Deutsche Touring Yacht-Club, der auch nach dem zweiten Spieltag 2016 an der Spitze der deutschen Segel-Bundesliga steht, belegte als beste deutsche Crew bei der EM 2015 Rang neun. Bei der Eröffnung füllten rund 400 Segler/innen das Festzelt. Innenminister Stefan Studt begrüßte gemeinsam mit dem Präsidenten der Internationalen Klassenvereinigung, Jürgen Waldheim, und Kieler Woche-Organisationschef Dirk Ramhorst die EM-Teilnehmer.

Zur Förderung hochklassiger Segelveranstaltungen hat die Landesregierung für 2016 und 2017 je eine Million Euro bereitgestellt. Mit diesen Fördergeldern konnte jetzt auch dieses Top-Event nach Schleswig-Holstein geholt werden. „Dass die Europameisterschaft in Kiel ausgetragen wird, ist ein Beleg für die internationale Spitzenposition des Segelstandorts Schleswig-Holstein“, sagte Sportminister Stefan Studt anlässlich der Eröffnung.

„Das zeigt auch die ausgesprochen gute Resonanz bei den Sportlerinnen und Sportlern mit einer Rekordbeteiligung bei dieser Europameisterschaft. Als Landesregierung werden wir weiter daran arbeiten, diese Ausnahmestellung zu behaupten und auszubauen“, sagte Studt. Bei der ersten J/70-Europameisterschaft vergangenes Jahr in Monaco waren es noch 64 Teams aus 11 Nationen.

Die J/70-Bootsklasse wurde 2012 eingeführt, um der wachsenden Nachfrage nach leistungsstarken Einheitskielbooten nachzukommen. Als Einheitsklasse oder „One Design“ werden beim Regattasegeln Boote und Yachten bezeichnet, die nach einem festgelegten Bauplan gefertigt werden und daher nahezu baugleich sind. Die Bootsklasse, die auch das Standard-Boot der 1. und 2. Segel-Bundesliga ist, wird mittlerweile in mehr als 20 Ländern gesegelt.

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Veröffentlicht am : 22.06.2016