Meldung aus dem J/70-Klassenraum :

Dicke Backen machte das Team des DTYC, um am Ende den Meistertitel zu sichern. Foto: segelbilder.de

Segelbundesliga

Kollektiver Titeljubel beim DTYC nach dem Krimi von Hamburg

Mit einem kollektiven Aufschrei segelte die Mannschaft des Deutschen Touring Yacht Club in ihrem letzten Rennen von Hamburg durch das Ziel. Mit einem Mal brach alles aus den vier Mann heraus: Begeisterung, Erleichterung, Titeljubel. Julian Stückl, Patrick Follmann, Jonas Vogt und Luis Tarabochia hatten im Krimi von Hamburg den zweiten Titelgewinn in der Segel-Bundesliga in Folge perfekt gemacht.

Platz zehn beim Abschlussevent reichte dem DTYC, um die Verfolger auf Distanz zu halten.

Spannender hätte das Ligafinale nicht geschrieben werden können. Mit elf Punkten Vorsprung ging der DTYC in das Abschlussevent, alles war für die Titelverteidigung vorbereitet. Doch dann lief wenig bei den Bayern zusammen. Nach zwei von drei Tagen in Hamburg lagen sie nur auf Platz 13, der nächste Verfolger, der VSaW aus Berlin, führte dagegen das Feld an und wäre in dieser Konstellation Meister geworden. Doch am Abschlusstag riss Julian Stückl mit seiner Mannschaft das Ruder noch herum. Zwei zweite Plätze und ein dritter Rang in den einzelnen Rennen ließ das Team noch auf Platz zehn klettern – danach gab es nur noch eins: Jubel.

„Der Druck war wirklich unglaublich vor dem Finale. Alle haben den Titelgewinn erwartet, und das hat uns gehemmt. Zudem konnten wir nicht in der gewohnten Form trainieren. Es lief einfach nicht wie sonst“, berichtete Stückl. „Mit dem letzten Zieldurchgang war die Erleichterung riesengroß. Wir hatten uns einfach vorgenommen, nicht auf die Ergebnisse zu schauen, haben uns am Vorabend des letzten Tages noch einmal gegenseitig gepuscht. Und wir hatten eine große Unterstützung aus unserem Verein hier in Hamburg.“

Die Freude des DTYC war das Leid des VSaW. Zwei Tage steuerte die Berliner Mannschaft mit Malte Kamrath, Tim Elsner, Jens Steinborn und Julian Bergemann unerwartet auf Titelkurs. Dann aber ging der Rote Faden verloren. „Natürlich sind wir enttäuscht, dass es letztlich nicht geklappt hat – auch wenn die Chance vorher ja gar nicht groß war“, sagte Kamrath. „Ich habe zwar versucht, nicht darüber nachzudenken, ob wir es noch schaffen können oder nicht. Aber an Land ist man immer wieder darauf angesprochen worden. Deshalb konnte man dem gar nicht entgehen. Am Ende sind wir nicht mehr so gut, die Tutzinger dafür besser gesegelt.“ Die Option, in den direkten Duellen mit dem DTYC die Konkurrenten in direkte Deckung zu nehmen, habe das Team verworfen. „Wir wollten einfach unser Rennen segeln und nicht matchen“, so Kamrath.

Während der Bayerische YC durch das Ergebnis von Hamburg noch auf Platz drei in der Meisterschaft kletterte und damit den für die Champions League wichtigen Platz auf dem Podium in der Saisonwertung ergatterte, änderte sich am Ende des Feldes nichts mehr. Der YC Berlin-Grünau mit Eiko Powilleit am Ruder blieb durch den letzten Platz von Hamburg naturgemäß auch in der Saisonwertung am Tabellenende. Auch die SV Itzehoe konnte sich nicht mehr vom vorletzten Rang nach vorn arbeiten, auch wenn das Ergebnis von der Alster Steuermann Christian Soyka versöhnlich stimmte. „Das war okay, damit können wir auch bei den Sponsoren auftreten. Auf jeden Fall müssen wir uns jetzt neu sortieren. Wir haben den Abstieg akzeptiert und müssen jetzt klären, wie wir uns in der kommenden Saison aufstellen. Es ist entscheidend, dass für die Liga-Segler dieses Projekt auch tatsächlich an erster Stelle steht. Das war in dieser Saison nicht bei allen so. Auch bei mir selbst – allerdings hatte das berufliche Gründe“, so Soyka.

Als drittes Team blieb auch der Kieler YC auf einem direkten Abstiegsplatz. „Unsere Vorbereitung auf Hamburg war schlecht, da wir abwechselnd krank geworden sind. Und dann haben wir auch im Training registriert, dass die Lübecker als direkte Konkurrenten richtig gut drauf waren. Da wussten wir, dass es schwer werden würde“, sagte KYC-Steuermann Julian Ramm. Jetzt müsse man abwarten, wie sich der Verein zu dem Projekt Bundesliga positioniere. „Es ist nicht unumstritten. Aber wenn es kein klares Bekenntnis gibt, dann ist man auch ganz schnell aus der Zweiten Liga raus.“

In die Relegation um den Ligaerhalt müssen der Berliner YC, der durch den vorletzten Platz von Hamburg noch von Rang sieben in der Jahreswertung auf Platz 13 abrutschte. Dazu sind der Flensburger SC als 15. und der Lübecker YC als 14. der Liga dabei. „Dass wir in die Relegation müssen, ärgert mich gar nicht so sehr wie das Ergebnis von Hamburg selbst. Wir wären gern unter die Top-Sechs gefahren“, sagte Steuermann Simon Grotelüschen. „Und wir sind auch gut gesegelt. Es haben nur Kleinigkeiten gefehlt.“

Während sich die Lübecker zum Saisonabschluss noch einmal als Siebte von Hamburg in starker Verfassung präsentierten, fielen die Flensburger noch von Platz zehn in die Relegationsränge zurück. „Das war so nicht geplant. Aber wir haben noch die Chance in der Relegation und die wollen wir nutzen“, so Jan-Hauke Erichsen vom FSC.

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Veröffentlicht am : 29.10.2016