Meldung aus dem J/70-Klassenraum :

Claudia Rossi führt mit hohem Bootsspeed die J/70-EM an. Foto segel-bilder.de

J/70-EM

Mittelmeer-Teams kennen die Trimmgeheimnisse

Spät ging es für die J/70 am zweiten Tag ihrer Europameisterschaft im Rahmen der Kieler Woche auf die Bahn. Zwei Rennen brachte die Wettfahrtleitung aber noch über den Kurs, bevor mit dem Startversuch zur dritten Wettfahrt der Wind wieder einbrach und sich Bahnchef Thorsten Paech entschloss, die 94 Crews zurück in den Hafen zu schicken.

An der Spitze wechselte die Führung von Stefano Roberti (Monaco) zu Claudia Rossi (Italien). Beide Crews sind allerdings punktgleich. Beste deutsche Crew ist auf Platz acht die Mannschaft um Pit Finis (Düsseldorf)

„Es war ein Tag, an dem man mit kleinen Fehlern viel verlieren konnte. Innerhalb von zwei Minuten sind die 47 Mannschaften in der Startgruppe um die erste Tonne gegangen. Wenn man dann auf dem Vormwind-Kurs die falsche Seite erwischte, war viel verloren“, berichtete Stefano Roberti. Auch bei ihm lief nicht alles reibungslos. Im ersten Rennen waren sie an der ersten Tonne Dritter, wurden dann unter Gennaker aber von einem Konkurrenten an der Halse gehindert und verloren ein paar Plätze. „Zum Glück konnten wir uns noch wieder bis auf Platz vier vorsegeln. Zumal wir später feststellen mussten, dass unser Gegner in der falschen Gruppe gestartet war.“ Platz sechs in der zweiten Wettfahrt ist dann vorerst das Streichergebnis für Roberti. „Da wir eher ein schweres Team sind, sind wir mit unserer Bootsgeschwindigkeit sehr zufrieden. Aber Claudia Rossi ist mit ihrer Mannschaft einfach unglaublich schnell unterwegs.“

Dass die Teams vom Mittelmeer ein höheres Speedpotenzial haben, musste auch Oliver Schwall, der Macher der Segel-Bundesliga, feststellen. „In der Bundesliga segeln wir auf den J/70 ja mit einer Grundeinstellung, die nicht von den Teams verändert werden darf. Man merkt schon, dass die anderen Mannschaften eher wissen, wie der Trimm am besten ist. Und ein bisschen kann man sogar am Ruder verändern.“ Mit Bruder Rene, Bo Teichmann von dem J/70-Importeur Mittelmann's Werft und Moritz Jäger-Roschko ist Oliver Schwall nach den fünf Rennen auf Platz 22. „Leider sind wir in einer Wettfahrt in einem Windloch hängen geblieben“, so Schwall.

Einzige deutsche Mannschaft in den Top-Ten ist das Team von Pit Finis mit Taktiker Karol Jablonski, die mit den Rängen 7 und 2 am zweiten Tag klar aufsteigende Tendenz zeigte. Achtungserfolge mit Tagessiegen gelangen zudem Paul Ost vom Klub am Rupenhorn (Gesamtrang: 27) und Yannick Haffner vom Württembergischen YC (Gesamtrang: 40).

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Veröffentlicht am : 24.06.2016