Meldung aus dem J/70-Klassenraum :

Lena Stückl muss an der Seite von Alexander Ruda vom Kommentatorenplatz mit ihrem DTYC um den Titel zittern. Foto: Screenshot segelbundesliga.de

Segel-Bundesliga

VSaW trotz schwachem Tagesausklang mit der Hand an der Schale

Der Kampf um die Meisterschale bleibt wohl bis zum letzten Rennen am Samstag offen: Am zweiten Tag des Finals der Segel-Bundesliga in Hamburg konnte sich der bisher souveräne Tabellenführer aus Tutzing, der DTYC, nicht aus dem Mittelfeld befreien, fiel sogar auf Rang 13.

Damit müsste er sich in der Meisterschaft dem VSaW aus Berlin geschlagen geben. Die Berliner fuhren über weite Strecken gute Ergebnisse in Hamburg ein, hatten dann aber einen schwachen Tagesabschluss. Dennoch bleiben sie auf Rang eins in Hamburg.

Als fast schon sichere Meister waren die Titelverteidiger vom Starnberger See nach Hamburg gereist, doch am ersten Tag lief es nicht rund für das Team um Julian Stückl. Während der DTYC im Mittelfeld Minuspunkte sammelte, trumpfte der VSaW mit Laser-Ass Malte Kamrath am Ruder locker auf. Diese Tendenz setzte sich auch am zweiten Tag zunächst fort. Der DTYC startete mit einem letzten Platz in seinem Rennen in den Tag, der VSaW konnte einen weiteren zweiten Platz in seiner Wettfahrt einfahren. Auch das erste direkte Aufeinandertreffen der beiden Titelanwärter ging zugunsten der Berliner aus. Im weiteren Verlauf des Tages konnte Julian Stückl, der für das Ligafinale am DTYC-Ruder den Vorzug vor Champions-League-Sieger Maximilian Weiß erhalten hatte, die Leistung zwar etwas stabilisieren, doch zum Tagesabschluss patzte er erneut und rutschte auf den 13. Gesamtrang ab, der mit einem Punkt Abstand nicht mehr zum Titelgewinn reichen würde.

Während Kamrath zwischen den Rennen bekannte, dass er Stückl zwar an diesem Tag aus dem Weg gehe, ansonsten aber keinen erhöhten Druck dadurch verspüre, dass er aus der Rolle des Jägers nun in die des Gejagten geschlüpft sei, schien das Nervenkostüm von Stückl doch deutlich angespannt. Interviews auf dem Wasser ging er aus dem Weg, und Schwester Lena Stückl, die die Rennen an der Seite von ZDF-Moderator kommentierte, sagte zur Frage nach der Befindlichkeit von Julian: „Empfindlich!“ Als es noch zweimal zum Aufeinandertreffen der Titelanwärter kam, hatte Stückl den Bug vor dem VSaW zwar vorn und pirschte sich damit zwischenzeitlich auf den Titel-bringenden elften Rang. Doch im letzten Rennen des Tages rutschte er wieder ab. Die Punktabstände sind in Hamburg aber sehr eng, so dass noch alles offen ist.

Einen gehörigen Sprung nach oben in der Tabelle von Hamburg machte der Lübecker YC. Das Team um den Olympia-Sechsten von 2012, Simon Grotelüschen, schwebte nach dem ersten Tag noch in direkter Abstiegsgefahr, legte dann aber eine Serie von starken Ergebnissen hin und kletterte bis auf Platz sieben. Dennoch werden die Lübecker wohl in die Saisonverlängerung und am Sonntag in der Relegation um den Klassenerhalt kämpfen müssen. Der scheint der Düsseldorfer YC mit Jan-Philipp Hofmann entgehen zu können. Der DYC – bei den beiden vergangenen Liga-Acts jeweils Letzter – segelt auf der Alster in der Spitzengruppe mit und kann damit darauf hoffen, noch bis auf Platz zwölf zu klettern, der den direkten Klassenerhalt bedeuten würde.

Am Ende der Tabelle müssen sich der YC Berlin-Grünau und die SV Itzehoe mit dem Abstieg abfinden. Mit den Rängen 17 und 18 von Hamburg bestätigen sie die schwachen Saisonleistungen. Der Kieler YC ist durch einen Sieg im vorletzten Rennen des Tages zwar auf Platz 12 in Hamburg geklettert, aber auch das würde den Verein aus der Welthauptstadt des Segelns nicht vor dem Abstieg bewahren.

Alle Infos zum Event unter: www.segelbundesliga.de

Ralf Abratis

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