Meldung aus dem Laser-Klassenraum :

Es wäre ihr Tag gewesen bei der U-21 Weltmeisterschaft im Laser Radial: Valentina Balbi (Italien) segelte zwei erste Plätze und einen zweiten, der ihr aber aufgrund eines Frühstarts aberkannt wurde.  Foto: www.segel-bilder.de

Laser Jugend-Weltmeisterschaften 2016

Die Verfolger machen Druck auf die Spitzenreiter

Drei Rennen wurden sowohl bei den Laser-Standards wie Laser Radial gesegelt. Vordere Plätze segelten dabei viele, die bisher weniger an der Spitze aufgefallen waren – und versuchten damit, die bisherigen Favoriten unter Druck zu setzen. Doch am Ende des Tages, an dem auch die 144 Herren für die Finalrunde in Gold- und Silber-Flotte geteilt wurden, lagen wieder die „alten“ Favoriten in Führung.

Viele Wolken zogen am Sonntag über das Regattagebiet, das bis auf einen Schauer am frühen Nachmittag weitgehend trocken geblieben war. Doch der mit jeder Wolke drehende Wind sorgte wiederum für viele abgebrochene Starts oder allgemeine Rückrufe.

Bei den Herren führt nach nunmehr acht Rennen weiterhin Jonatan Vadnei (Ungarn) mit nur noch einem Punkt vor Joel Rodriguez (Spanien). Als bester Deutscher rangiert Nik Aaron Willim (Schleswig, Norddeutscher Regatta-Verein) auf Rang drei. Mit den Plätzen fünf, elf und vier am Sonntag liegt er 16 Punkte zurück. Etwas verbessert, auf Rang 13, hat sich Max Wilken (Rechlin).

Auch bei den Damen hat sich auf den ersten drei Rängen trotz unterschiedlichster Ergebnisse in den drei Tagesrennen nichts verändert. Mit den Plätzen fünf, vier und zwei hat Monika Mikkola ihren Vorsprung ausgebaut. Mit einem Tagessieg setzte sich Maud Jayet (Schweiz) auf Rang zwei fest. Obwohl die Belgierin Maité Carlier ein Rennen aufgegeben hat (das sie aber streichen kann), liegt sie weiter auf Rang drei. Die Verfolgerinnen stellten sich trotz herausragender Ergebnisse meist in einem der drei Rennen durch Frühstarts selbst ein Bein.

„Ich werde die nächsten Rennen gewinnen“, hatte Marie Barrue (Frankreich) nach einer Frühstart-Disqualifikation am Samstag trotzig versprochen. Und sie war gewillt, das am Sonntag auch umzusetzen. Nach der ersten Runde im ersten Rennen lag sie auch tatsächlich in Führung, wurde aber bis zum Ziel noch von der Italienerin Valentina Balbi und der Griechin Vasileia Karachaliou abgefangen.

Der zweite Start der Damen erfolgte erst, nachdem der Regenschauer mit Winddrehern und Böen durchgezogen war. Eine Sekunde zu früh dran war die Schweizerin Lucie Ben-Amor am linken Ende der Startlinie, ebenso wie Valentina Balbi und Vasileia Karachaliou – was diese aber erst nach dem Rennen erfuhren. Marie Barrue zog am „pin end“ ein wenig langsamer an – und hatte dafür einen gültigen Start. Ein wenig weiter rechts startete Monika Mikkola. Nachlassender Wind kennzeichnete diese Startkreuz. Das Tracking-System, mit dem die Damen am Sonntag verfolgt wurden, zeigte mit jedem Dreher wechselnde Führungen an. Bevorzugt war letztlich die rechte Seite. Von da kamen die Britinnen Clementine Thompson und Iona Dixon. Monika Mikkola, die Finnin im gelben Trikot der Gesamtführenden, hatte sich mehr in der Mitte orientiert und rundete knapp nach den Top-Ten die Luvtonne, wohingegen Marie Barrue auf der linken Seite deutlich an Boden verloren hatte.

Am Ende der zweiten Kreuzstrecke kam es kurz vor der Luvtonne zu einem Wendeduell zwischen Maud Jayet (Schweiz) und Clementine Thompson. Beide segelten gleichzeitig um die Boje – mit Vorteil für die Schweizerin, die auf der Innenseite rundete. Mit einer optimalen Kreuz hatte sich Andrea Nordquist (Schweiz) an die dritte Stelle gesegelt. Ihr folgten Balbi, Karachaliou und Martina Reino Cacho (Spanien).

Auf der folgenden Vorwindstrecke – unter zunehmend heiterem Himmel – wurde jede Welle mit einer kleinen Schaukelbewegung ausgenutzt. Es kam zu einem Bug-an-Bug-Rennen der beiden Schweizerinnen und der Britin Thompson, bei dem Maud Jayet die Wendemarke als Erste erreichte. Sie brachte den kleinen Vorsprung auch ins Ziel. Nordquist, Zweite an der Tonne, verlor auf der kurzen Kreuzstrecke von der letzten Leetonne ins Ziel noch einen Platz gegen Clementine Thompson. Dank einer guten Vorwindstrecke hatte sich Monika Mikkola noch verbessert: Sie wurde als Vierte gewertet. Bis ins Ziel nicht locker gelassen und um jeden Meter gekämpft hat Vasileia Karachaliou – vergeblich, da ihr fünfter Platz durch den Frühstart nicht zählte.

Im dritten Rennen wollte es Valentina Balbi noch einmal wissen – und gewann das Rennen vor Mikkola und Judith Engberts (Niederlande). „Das war ein guter Tag für mich, wäre da nicht der Frühstart gewesen“, blickte sie zurück. „Schnell segeln“ ist ihre Strategie für den Montag – „und mal sehen, was die Wettervorhersage bringt“, ruft ihr Trainer aus dem Hintergrund.

Bei den Herren (zwei Startgruppen) gewannen Joan Cardona Mendez (Spanien) und Ao Higuchi (Japan) das erste Rennen des Tages, im zweiten Lauf waren es wieder die Spitzenreiter Jonatan Vadnai (Ungarn) und Joel Rodriguez (Spanien). Das dritte Rennen entschieden der Schweizer Nils Theuninck und abermals Joel Rodriguez für sich. Sechs Proteste waren am Abend eingereicht – und mussten von der Jury noch verhandelt werden.

„Der Tag hat müde gemacht“, sagte Santiago Sampaio aus Cascais (Portugal), als er nach den drei Rennen und gut sieben Stunden auf dem Wasser seinen Laser aufräumte. „Die Regatta ist großartig. Ich habe hier eine Woche vorher trainiert, mir gefällt das Revier. Das Wetter müssen wir nehmen wie es ist.“ Ähnlich wie am Sonntag soll es werden – und so sind für den Montag ab elf Uhr zwei weitere Rennen für die Standards wie Radial vorgesehen.

Die Rennen der Gold-Fleet der Herren können über die Event-Webseite www.laserworldskiel2016.com live (TV und Tracking) verfolgt werden. Live Tracking:
Live Streaming:

U-21 Weltmeisterschaft im Laser Standard (Herren)
Zwischenstand nach 8 Wettfahrten (1 Streicher)
1. Jonatan Vadnei (Ungarn), Plätze 1, 6, (9), 1, 1, 3, 1, 2; 15 Punkte
2. Joel Rodriguez (Spanien), 1, 2, 5, 1, 5, (11), 1, 1; 16 P.
3. Nik Aaron Willim (Schleswig), 4, 5, 8, 3, 3, 5, (11), 4; 32 P.
4. Maxim Nikolaev (Russland), 24, 1, (73 ret), 2, 1, 8, 2, 3; 41 P.
5. Nicolo’ Villa (Italien), 11, 9, 5, 4, (14), 7, 8, 2; 46 P.
6. Santiago Sampaio (Portugal), 3, 4, 10, 7, (18), 4, 14, 4; 46 P.
13. Max Wilken (Rechlin), 80 P.

U-21 Weltmeisterschaft im Laser Radial (Frauen)
Zwischenstand nach 8 Wettfahrten (1 Streicher)
1. Monika Mikkola (Finnland), Plätze 4, 1, 1, 1, 4, (5), 4, 2; 17 Punkte
2. Maud Jayet (Schweiz), 1, 5, 7, 4, 3, 9, 1, (13); 30 P.
3. Maité Carlier (Belgien), 2, 4, 4, 3, 8, (58 ret), 9, 9; 39 P.
4. Elli Cumpsty (Großbritannien), 6, 7, (19), 6, 1, 7, 7, 7; 41 P.
5. Marie Barrue (Frankreich), 3, 21, 2, 2, (58 bfd), 3, 11, 5; 47 P.
6. Valentina Balbi (Italien), 20, 6, 8, 9, 1, (58 bfd), 1; 51 P.
24. Laura Bo Voss (Hamburg), 166 P.

Björn Jonas

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Veröffentlicht am : 14.08.2016