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Erik Heil und Thomas Plößel wollen auch in Zukunft für Deutschland jubeln. Foto : Könitzer

Regatta

Athletenkader für 2020 steht weitgehend – mit Trainern wird noch verhandelt

Der DSV ist mit seinen drei Abteilungen nach Kiel-Schilksee umgezogen und genießt die Aussicht auf die Kieler Förde. Doch wie sind die Aussichten im olympischen Segelsport? Vier Monate nach dem Abschluss der Spiele von Rio steht weitgehend fest, welche Olympia-Teilnehmer weitermachen. An der Trainerfront ist noch Verhandlungsbedarf.

Nach dem Gewinn der Bronzemedaille haben die 49er-Segler Erik Heil und Thomas Plößel deutlich gemacht, dass sie noch nicht satt sind. Sie planen eine zweite Olympia-Kampagne und dürfen sich weiter in freundschaftlicher Konkurrenz mit Justus Schmidt/Max Boehme messen. Hinter dem Spitzenduo drücken weitere starke Nachwuchsteams nach, die unlängst mit den Rängen zwei bis vier bei den Youth-Worlds ihre Klasse nachgewiesen haben. Tim Fischer/Fabian Graf sowie Jakob Meggendorfer/Andreas Spranger und Nils Carstensen/Jan Frigge sorgen für eine starke deutsche 49er-Flotte. Allerdings ist Erfolgstrainer Thomas Rein nicht mehr von der DSV-Partie. Der Kieler unterschrieb beim SVSH einen Vertrag als Landestrainer. „Hier gibt es viele Baustellen zu bearbeiten – angefangen im Jüngstenbereich. Wenn Zeit bleibt, würde ich mich aber auch gern in dem olympischen Bereich weiter einbringen“, so Rein.

Auch der Kader der 49er-FX-Seglerinnen ist breit aufgestellt: Die WM-Dritten Victoria Jurczok/Anika Lorenz machen laut DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner ebenso weiter wie Tina Lutz/Susann Beucke, die die Schoten nach zwei verpassten Olympia-Kampagnen noch nicht aus der Hand gegeben haben. Und auch die Schwestern Jule und Lotta Görge lässt der Skiff nicht los. Dagegen hat sich das Duo Leonie Meier/Elena Stoffers aufgelöst. Während Leonie Meier noch abwartet, ob Kiten olympisch wird oder sie in den Skiff zurückkehrt, widmet sich Elena Stoffers nun dem Beruf. Der bisherige Bundestrainer Max Groy kann sich gut vorstellen, weiterhin im DSV aktiv zu sein. In welcher Funktion und für welche Klasse hängt allerdings noch von den Verhandlungen ab.

Auf ganz neue Konstellationen muss man sich im Nacra17 einstellen. Die Olympia-Teilnehmer Paul Kohlhoff und Carolina Werner haben sich getrennt und suchen nun neue Partner. Jan Hauke Erichsen wird ebenfalls eine neue Vorschoterin an Bord nehmen, und mit Alica Stuhlemmer/Tom Heinrich drückt ein ganz junges Team nach.

Eine Team-Trennung gibt es bei den 470er-Frauen. Marlene Steinherr hatte bereits vor Rio angekündigt, dass sie sich nun Familie und Beruf widmen wird, Annika Bochmann wird in 2017 eine Pause einlegen und will dann wieder einsteigen. Eine Vorschoterin muss sie allerdings erst noch finden. Mit Blick auf 2020 haben mit Frederike Loewe/Anna Markfort und Nadine Böhm/Ann-Christin Goliaß zwei Nachwuchscrews bereits den Kurs in Richtung Tokio eingeschlagen.

Auch für Ferdinand Gerz ist das Kapitel Olympia nach zwei Teilnahmen beendet. Er und Vorschoter Oliver Szymanski sind nicht mehr im Spiel. Die neu zusammengesetzte Crew Simon Diesch/Philipp Autenrieth und Malte Winkel/Matti Cipra rücken dadurch in die erste Reihe auf.

In der bleibt bei den Lasern weiterhin Philipp Buhl. Der Allgäuer hat nach Olympia zwar ein paar Gänge zurückgeschraubt, will aber in 2017 wieder angreifen: „Der Fokus ist der Laser. Und da werde ich World Cup, EM, WM und Kieler Woche segeln. Und im Idealfall will ich dabei auch auf das Podium, auch wenn aktuell andere sicherlich besser vorbereitet sind.“ Mit Theodor Bauer und Nik Willim stehen zwei Partner bereit, die es gilt, in den nächsten zwei Jahren an die erweiterte Weltspitze heranzuführen.

Nach den Aufbaujahren im vergangenen Olympiazyklus sind im Finn Phillip Kasüske und Max Kohlhoff bereit, sich in der Weltspitze zu etablieren. Allerdings werden sie auf Trainer Peer Baagoe verzichten müssen, der stattdessen die Laser Radial-Frauen übernimmt. Zu seinen neuen Schützlingen zählen Svenja Weger, Pauline Liebig, Lena Haverland sowie die starke 17-jährige Hannah Anderssohn.

Im Nachwuchsbereich sind die Weichen für die Trainer zudem weitgehend gestellt. Achim Hantke wird den Bereich weiterhin verantworten. Franziska Goltz (Laser weiblich), Hendrik Ismar (470er) und Patrick Böhmer (49er/49erFX) arbeiten ihm in den einzelnen Klassen zu. Im Spitzenbereich soll es wieder einen Headcoach geben. Wer diesen Posten übernimmt, ist noch nicht geklärt. Auch sind die einzelnen Disziplin-Trainerstellen noch zu besetzen. Hier hat der DSV in den kommenden Wochen noch einige Verhandlungen vor sich.

Ralf Abratis

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Veröffentlicht am : 06.12.2016