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Die deutschen Sonar-Segler sind nach der Umbesetzung wieder in der Erfolgsspur. Foto segel-bilder.de

Kieler Woche

Emotional in die zweite Kieler-Woche-Hälfte

Die deutschen Olympia-Segler rauschten auf der Emotionswelle in die Kieler Woche. Nach dem großen Auftritt auf der Audi-Bühne am Dienstagnachmittag, mit dem sie für das Publikum in Richtung Rio verabschiedet wurden, präsentierten sie sich nun in bester Laune auf dem Wasser und sorgen in den Regatten der olympischen Klassen für Top-Ergebnisse.

Nacra 17: Es ist nur ein kleines Feld, das sich auf der Kat-Bahn zur Kieler Woche präsentiert. Zu dicht lag für viele Mannschaften der letzte Worldcup und die Abreise zu den Olympischen Spielen zusammen, als dass die Kieler Woche noch ins Programm gepasst hätte. Doch die deutsche Flotte der Nacra17 ist nahezu komplett am Start. Und für Paul Kohlhoff/Carolina Werner (Kiel) geht es darum, einen weiteren Beweis ihrer Olympia-Tauglichkeit zu geben. Nach dem zweiten Platz zum Worldcup in Weymouth hoffen sie, als Nachrücker zu den Spielen reisen zu können. Die Nominierung des DOSB steht noch aus. Mit den drei ersten Plätzen zum Kieler-Woche-Auftakt lieferten sie weitere Argumente für eine positive Entscheidung, liegen damit auf Titelkurs, denn die Kieler Woche ist in dieser Klasse auch die Internationale Deutsche Meisterschaft.

49er: Die Unbesiegbaren im Skiffsegeln haben zum Auftakt der Kieler Woche einen Fleck auf die Weste bekommen. Die Neuseeländer Peter Burling/Blair Tuke, die nach der Silbermedaille von London keine 49er-Regatta mehr verloren haben, starteten mit einem Sieg und einer Frühstart-Disqualifikation in die Regatta. Die Kroaten Pavle Kostov/Petar Cupac führen das Ranking der 49er vor dem Olympiasieger von 2008, Jonas Warrer mit Vorschoter Christian Peter Lübeck (Dänemark), an. Justus Schmidt/Max Boehme (Kiel) folgen punktgleich mit den Dänen auf Rang drei und haben damit gute Chancen, nach dem Sieg im vergangenen Jahr einen weiteren Coup zu landen. Die Olympia-Starter Erik Heil/Thomas Plößel (Kiel) kassierten dagegen ebenfalls eine Frühstart-Disqualifikation im zweiten Rennen nach einem dritten Rang zum Auftakt. „Es war nicht einfach heute – weder für uns noch für die Wettfahrtleitung. Deshalb sind wir happy, dass uns ein solider Start gelungen ist. So kann man eine Regatta beginnen“, sagte Justus Schmidt.

49er FX: Eine deutsche Vierfach-Führung gibt es bei den Skiff-Frauen. Die künftigen Olympia-Teilnehmerinnen Victoria Jurczok/Anika Lorenz wissen eine breite Front mit den Schwestern Ann Kristin und Pia Sophie Wedemeyer (Duisburg), Tina Lutz/Susann Beucke (Chiemsee/Strande) sowie den Zwillingen Jule und Lotta Görge (Kiel) hinter sich.

470er: Im gemischten Feld der 470er-Männer und -Frauen wurde Olympiasieger Mathew Belcher mit Will Ryan vermisst. Die Australier segeln zwar auf der Förde, wollen aber kein Risiko für das Material vor den Olympischen Spielen eingehen und verzichteten darauf, im Kieler-Woche-Feld mitzufahren. So war der Weg frei für die deutschen Rio-Starter Ferdinand Gerz/Oliver Szymanski (München/Berlin) für zwei Siege. Das olympische Frauen-Team Annika Bochmann/Marlene Steinherr (Berlin) kam im ersten Rennen auf Platz zwei, kassierte dann aber eine Frühstart-Disqualifikation.

Finn: Der Aufschwung der deutschen Finn-Segler nimmt weiter konkrete Formen an. Zum Auftakt vor Kiel setzte sich Max Kohlhoff auf seinem Heimatrevier mit zwei Siegen an die Spitze vor dem gerade erst mit WM-Platz zehn dekorierten Phillip Kasüske (Berlin). Damit müssen sich auch die Weltklasse-Athleten Ivan Gaspic (Kroatien), dreimaliger Europameister, und der Kieler-Woche-Titelverteidiger Deniss Karpak (Estland) mit den Rollen als erste Verfolger arrangieren.

Laser Standard: Die Laser starteten spät, aber doch noch mit zwei Rennen in die Kieler Woche. Sehr solide war der Auftritt der Deutschen. Olympia-Hoffnung Philipp Buhl (Kiel) ließ einem Sieg einen vierten Platz folgen und ist damit Zweiter hinter dem Ungarn Jonatan Vadnai. Auf Platz drei liegt das große deutsche Nachwuchstalent Nik Willim, dessen Bruder Luke in der ersten Kieler-Woche-Hälfte gerade den Titel im 29er gewonnen hat.

Laser Radial: Hinter der Finnin Monika Mikkola (zwei Siege) erwischte Pauline Liebig (Kiel) einen guten Auftakt und liegt nach Platz zwei und drei als beste Deutsche auf Gesamtrang zwei.

2.4mR: Am ersten Tag der Internationalen Deutschen Meisterschaft der 2.4-Segler, die offen für behinderte und nicht-behinderte Segler ausgeschrieben ist, machte Heiko Kröger (Ammersbek) gleich seinen Anspruch auf den neunten Sieg vor Kiel deutlich. Mit zwei Siegen und einem achten Platz verwies er den zweimaligen Olympia-Medaillen-Gewinner von 1968 und 1972, Uli Libor (Frei-Laubersheim), auf Platz zwei. „Uns erwischte der Wetterumschwung direkt im zweiten Rennen und da war ich auf der falschen Seite“, begründete Kröger den Ausrutscher. Mit Blick auf die Paralympics erneuerte er seine Kritik am Austragungsort Rio: „Das Revier wäre super, wenn man das Wasser tauschen würde. Es ist nicht angemessen, hier olympische und paralympische Regatten auszutragen. Dazu kommt die Kriminalitätsproblematik an Land. Der Zustand ist nicht tragbar, und die Verantwortlichen schauen zu.“

Sonar: Mit drei Siegen startete das umformierte deutsche Paralympics-Team in die Regatta. Lasse Klötzing, Jens Kroker und Siegmund Mainka haben hier alles im Griff, obwohl sie sich noch aufeinander einspielen müssen. „Mit der Erkrankung von Robert Prem ist es ein tragischer Anlass, dass wir so zusammen segeln“, sagte Lasse Klötzing. „Wir müssen noch die Kommunikation verbessern, aber das kommt alles noch.“ Kroker nahm den tragischen Zwischenfall als Chance, dass er das Steuer an Klötzing übergeben konnte, um sich mehr auf die Taktik zu konzentrieren. Während Mainka mit einem Schmunzeln kommentierte: „Ich habe jetzt zwei Steuermänner.“

Ergebnisliste Kieler Woche Teil 2 Tag 1

2.4mR (open): (3) 1. Heiko Kröger (Ammersbek,1/8/1) Punkte 10; 2. Ulli Libor (Frei-Laubersheim,2/4/5/11; 3. Jan Ten Hoeve (Bad Zwischenahn,12/3/7/22; 4. Niko Salomaa (FIN,8/5/10/23; 5. Eberhard Bieberitz (Schwerin,21/1/2/24; 6. Stefan Klötzing (Berlin,5/2/18/25;

49er: (2) 1. Pavle Kostov / Petar Cupac (CRO,2/2) Punkte 4; 2. Jonas Warrer / Christian Peter Lübeck (DEN,4/1)5; 3. Justus Schmidt / Max Boehme (Kiel,2/3)5; 4. Joakim Salskov-iversen / Marcus Bay (DEN,5/1)6; 5. Hannes Westberg / Albin Boman (SWE,1/7)8; 6. Peter Lin Janezic / Anze Podlogar (SLO,6/2)8;

49er FX: (3) 1. Victoria Jurczok / Anika Lorenz (Kiel,1/2/2) Punkte 5; 2. Ann Kristin Wedemeyer / Pia Sophie Wedemeyer (Kiel,2/5/1)8; 3. Tina Lutz / Susann Beucke (Bergen,5/1/4)10; 4. Jule Görge / Lotta Görge (Kiel,9/6/3)18; 5. Gillies Munro / Daniel Harris (CAN,8/4/7)19; 6. Anna Luschan / Eva-Maria Schimak (AUT,3/9/10)22;

Nacra 17: (3) 1. Paul Kohlhoff / Werner Carolina (Strande,1/1/1) Punkte 3; 2. Viatcheslav Sheludyakov / Kristina Sulima (RUS,2/3/3)8; 3. Nicholas Fadler Martinsen / Martine Steller Mortensen (NOR,5/2/2)9; 4. Eckart Kaphengst / Tine-Marie Kaphengst (Sören,3/4/4)11; 5. Stefan Rumpf / Anna Bettina Goos (Hamburg,4/6/6)16; 6. Alica Stuhlemmer / Tom Heinrich (Kiel,6/5/5)16;

Finn: (2) 1. Max Kohlhoff (Altenholz,1/1) Punkte 2; 2. Phillip Kasüske (Kiel,2/3)5; 3. Ivan Kljakovic Gaspic (CRO,4/4)8; 4. Deniss Karpak (EST,3/6)9; 5. Nenad Bugarin (CRO,5/5)10; 6. Evgenii Deev (RUS,10/2)12;

470 M YWM: (3) 1. Keiju Okada / Naoya Kimura (JPN,2/1/2) Punkte 5; 2. Malte Winkel / Matti Cipra (Kiel,1/4/1)6; 3. Oleksii Zinchenko / Ihor Holovin (UKR,4/3/3)10; 4. David Charles / Alex Charles (ESP,4/11/1)16; 5. Maor Abu / Yoav Rooz (ISR,6/6/6)18; 6. Daichi Takayama / Akira Takayanagi (JPN,11/3/5)19;

470 W YWM: (3) 1. Maria Bozi / Rafailina Klonaridou (GRE,3/3/4) Punkte 10; 2. Marina Lefort / Lara Granier (FRA,1/2/10)13; 3. Silvia Mas Depares / Paula Barcelo Martin (ESP,5/10/1)16; 4. Frederike Loewe / Anna Markfort (Kiel,4/4/11)19; 5. Noya Bar-Am / Rimon Shoshan (ISR,9/1/14)24; 6. Nuraisyah Jamil / Mohamad Sayed Norashikin (MAS,2/17/8)27;

470 M/W: (2) 1. Ferdinand Gerz / Oliver Szymanski (München,1/1) Punkte 2; 2. Ryo Imamura / Junpei Hokazono (JPN,5/3)8; 3. Alisa Kirilyuk / Liudmila Dmitrieva (RUS,3/5)8; 4. Nadine Böhm / Ann- Christin Goliaß (Buchloe,6/4)10; 5. Thomas Mueller / Maximilian Heuser (Heidelberg,8/6)14; 6. Pavel Sozykin / Denis Gribanov (RUS,14/2)16;

Laser Standard: (2) 1. Jonatan Vadnai (HUN,3/1) Punkte 4; 2. Philipp Buhl (Sonthofen,1/4)5; 3. Nik Aaron Willim (Schleswig,5/1)6; 4. Emil Bengtson (SWE,3/5)8; 5. Samuel Naldi (ITA,2/9)11; 6. Michael Hansen (DEN,1/11)12;

Laser Radial: (2) 1. Monika Mikkola (FIN,1/1) Punkte 2; 2. Pauline Liebig (Kiel,2/3)5; 3. Marthe Enger Eide (NOR,3/6)9; 4. Elena Vorobeva (RUS,5/10)15; 5. Valentina Balbi (ITA,6/9)15; 6. Viktorija Andrulyte (LTU,14/2)16;

Sonar: (3) 1. Lasse Klötzing / Siegmund Mainka. Jens Kroker (Berlin,1/1/1) Punkte 3; 2. Jürgen Brietzke (Gottesgabe,2/2/2)6; 3. Alexander Neufang / Oliver Utrata. Leonard Lox (Prien,3/3/3)9; 4. Michael Kern / Ulf Hollenbach. Jörg Meierdiercks (Metzingen,4/4/4)12; 5. Christian Bauer / Stefan Volkmann. Stefan Haak (Berlin,5/5/6)16; 6. Hagen Busch / Heiko Berger. Andreas Schorsch (Lausitz,7/6/5)18;

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Veröffentlicht am : 22.06.2016