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Paul Kohlhoff/Carolina Werner fanden vor Hyeres nicht in die Erfolgsspur. Foto KWS

Worldcup in Hyeres

Erfolg bei paralympischen Seglern – Enttäuschung bei Nacra 17

Alles andere als glücklich ist der Sailing-Worldcup vor Hyeres für die deutschen Olympia-Aspiranten gelaufen. Lediglich Laser-Ass Philipp Buhl hat als Zweiter vor dem abschließenden Medal Race noch die Chance auf das Podium, alle anderen sind deutlich von den Treppchen-Plätzen entfernt.

Ganz bitter verlief die Woche für die Nacra 17. Beide deutschen Teams rutschten für das DOSB-Kriterium aus den Top-Ten der Nationenwertung heraus und haben damit die Anforderungen für eine Olympia-Nominierung nicht erfüllt. Für die paralympischen Klassen 2.4mR und Sonar können die Deutschen dagegen mit einem Rio-Start planen.

Rund drei Monate vor den Olympischen Spielen war der Druck für die jungen deutschen Kat-Teams offenbar zu hoch. Den Wonder-Kids des vergangenen Jahres, Paul Kohlhoff/Carolina Werner, hätte eine Platzierung nahe der Top-Ten gereicht, um sich für Rio zu empfehlen. Doch nach einer Kenterung am ersten Tag und dem Verfehlen des Zeitlimits im Auftaktrennen kam das Kieler Duo nie so richtig in Fahrt. Nur zweimal in den zwölf Wettfahrten fuhren sie in die Top-Ten. Am Ende reichte es nur zu Platz 19. Damit rutschten in der Nationenwertung der drei Qualifikationsregatten EM 2015, WM 2016 und eben Hyeres die Argentinier Santiago Lange/Secilia Saroli an Kohlhoff/Werner vorbei. Vor dem Medal Race stehen die Kieler damit nur noch auf Platz elf der Nationenwertung. Abhängig von den Ergebnissen im finalen Rennen von Hyeres könnten auch noch Brasilien und die Niederlande an den Deutschen vorbeiklettern.

Zwischenzeitlich schienen in Hyeres Jan Hauke Erichsen/Lea Spitzmann (Flensburg) Kurs auf Rio nehmen zu können. Doch Rang fünf im Zwischenklassement konnten sie nicht halten. Als Gesamt-13. verloren sie die interne deutsche Ausscheidung gegen Kohlhoff/Werner.

Mit seiner Top-Platzierung in Hyeres hat Philipp Buhl dagegen endgültig das Olympia-Ticket gelöst. Bereits nach seinen zweiten Plätzen bei EM und WM im vergangenen Jahr hatte der Allgäuer alle nötigen Punkte für die Qualifikation im Laser zusammen. Mit dem Abschluss des Olympia-Zyklus in Hyeres ist nun auch offiziell alles zusammen. Als Zweiter vor dem Medal Race hat Buhl zudem noch die Chance für die einzige deutsche Medaille vor Hyeres bei den Olympia-Klassen zu sorgen.

Daneben schafften noch die 49er Erik Heil/Thomas Plößel, die 49er FX Victoria Jurczok/Anika Lorenz und Surfer Toni Wilhelm den Sprung unter die Top-Ten. Sie sind aber zu weit vom Podium entfernt, als dass sie noch eine Medaille erreichen könnten.

Zufriedenheit machte sich indes bei den paralympischen Seglern breit. Der Weltcup in Hyeres war die letzte Ausscheidungs-Regatta für Rio. In der 2.4mR-Klasse qualifizierte sich Heiko Kröger (Jersbek). Die genaue Besetzung in der Sonar-Klasse nimmt der Cheftrainer für Segeln im Deutschen Behindertensportverband (DBS) Ende Mai nach der Weltmeisterschaft in den Niederlanden vor.

„Für Rio nehme ich mir auf jeden Fall eine Medaille vor – am liebsten Gold. Da hängen noch die ein oder anderen Faktoren dran, die ich nicht beeinflussen kann, aber eine Medaille soll es werden“, so Kröger, der in Hyeres nach acht Wettfahrten Platz fünf einnahm.

In der Sonar steht das Team für Rio noch nicht fest. Nachdem Robert Prem aus gesundheitlichen Gründen voraussichtlich einige Monate ausfallen wird, segelten beim Weltcup in Frankreich Jens Kroker und Siegmund Mainka das erste Mal zusammen mit Lasse Klötzing, der aus der 2.4mR-Klasse rekrutiert wurde. Das Team lag nach acht Wettfahrten auf Platz sechs.

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Veröffentlicht am : 01.05.2016