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Victoria Jurczok und Anika Lorenz holen in Hyères mit dem zweiten Platz ihre erste Weltcup-Medaille. Foto: Jesus Renedo / Sailing Energy / World Sailing

Sailing Worldcup in Hyeres

Jurczok/Lorenz bescheren German Sailing Team Worldcup-Silber

Die deutsche Segel-Nationalmannschaft musste sich beim Worldcup vor Hyeres mit lediglich einer Silbermedaille begnügen. Victoria Jurczok und Anika Lorenz schönten mit ihrem zweiten Platz im 49erFX eine ansonsten magere Bilanz des DSV in Südfrankreich. Ansonsten konnte die kleine deutsche Flotte nur noch zweimal in die Top-Ten vorstoßen.

Jurczok/Lorenz sind derzeit die Aushängeschilder im deutschen Olympia-Kader. Die Olympia-Neunten landeten vor einem Monat beim spanischen Klassiker Trofeo Princesa Sofía einen souveränen Sieg, an diesem Wochenende ließen sie Weltcup-Silber im stark besetzten Feld vor Hyères folgen. Dort waren die 27-jährige Steuerfrau und ihre 26-jährige Vorschoterin erste Verfolgerinnen der brasilianischen Olympiasiegerinnen Martine Soffiatti Grael und Kahena Kunze.

Nach einem mäßigen Start in die Serie gelangen den Berlinerinnen zwischenzeitlich vier Siege in Serie. Damit schafften sie den Anschluss an die Brasilianerinnen, mussten sich am Ende aber doch noch klar geschlagen geben, konnten aber die Britinnen Charlotte Dobson und Saskia Tidey auf Platz drei verweisen. Jurczok/Lorenz feierten mit Silber ihre erste Weltcup-Medaille und setzten damit in Regie ihres neuen Trainer David Evans ein dickes Ausrufezeichen hinter ihre olympischen Ambitionen. „Uns hat die Winterpause gut getan. Wir fühlen uns frisch und sind sehr happy über unsere erste Medaille bei einer Weltcup-Regatta“, sagte Anika Lorenz. „Das war die zweite starke Leistung von Vicky und Anika binnen sehr kurzer Zeit. Wir gratulieren den beiden herzlich! Sie haben ihr Können wieder auf den Punkt abrufen können“, sagte DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner. Die Gründe für den Erfolg nannte Vicky Jurczok: „Gute Starts und gute Geschwindigkeit. Wenn wir in allen Bedingungen so schnell sein könnten, würden wir es uns sehr leicht machen. Daran arbeiten wir.“

Für die zweitbeste deutsche Platzierung in Südfrankreich sorgte Aktivensprecher Philipp Buhl (Kiel). Der Vize-Weltmeister im Laser von 2015 segelte auf Rang sieben. Der 27-Jährige hatte anfangs mehr mit den drehenden Winden zu kämpfen, als ihm lieb war. Im Schlussspurt aber gelang ihm, was er „unbedingt schaffen“ wollte: „Ich wollte wieder ran an die Top-Gruppe, und das ist gelungen. Mit einem soliden Medaillenrennen habe ich den Weltcup als Siebter beendet. Es war nicht mein Wunschergebnis, aber ein anständiges Resultat nach dem schwachen Anfang.“

Im 470er erreichte mit Frederike Loewe und Anna Markfort (Berlin) auf Platz 9 ein weiteres deutsches Team im Weltcup-Revier vor Hyères die Top Ten. Im 470er-Feld der Männer hatten Malte Winkel und Matti Cipra vom Plauer Wassersportverein den Sprung in die Top Ten als Elfte nur knapp verpasst. Simon Diesch und Philipp Autenrieth wurden Platz 16.

Die Olympia-Dritten im 49er, Erik Heil und Thomas Plößel (Kiel), mussten bei ihrem ersten Einsatz nach einem Dreivierteljahr Wettkampfpause erst nach und nach in die Spur finden und kamen schließlich auf Platz elf. „Unsere Starts und unsere Entscheidungen waren gut, der Tagessieg am Ende sehr motivierend. Es fehlte uns noch etwas am Bootsgefühl. Wir wissen, woran wir jetzt zu arbeiten haben“, sagte Thomas Plößel.

Im Laser Radial fand Steuerfrau Svenja Weger vom Potsdamer Yacht-Club nach ihrer Schulter-Operation und einer langen Wettkampfpause beim Weltcup vor Hyères als 15. wieder gut ins Rennen. Pauline Liebig erreichte Platz 24. Mit Platz sechs zeigte Formula-Kiter Florian Gruber aus Garmisch-Partenkirchen, dass er sich längst seinen Stammplatz im Kreis der Weltelite erarbeitet hat.

Ralf Abratis

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Veröffentlicht am : 01.05.2017