Meldung aus dem Alle Klassen-Klassenraum :

Die Jury und Sponsoren mit den Gewinnern (vorn von links): Claus-Ehlert Meyer (Geschäftsführer Deutscher Boots- und Schiffbauerverband), Matthias Graf zu Castell-Rüdenhauen (Prokurist IMMAC Holding/Immac Sailing Akademie), Dr. Matthias Glasmeyer (Akademie Überlingen/Sponsor des 100. IMMAC-Optis), Robert Kühnen (Dimension Polyant), Heiko Zimmermann (Hanseboot), Hermann Hell (Segler-Zeitung) und Dennis Paulsen (Bauhaus Nautic), Hintere Reihe: Goetz-Ulf Jungmichel (DSV-Generalsekretär), Rolf Hohnstein (Vorsitzender des Wassersport Verein Hemelingen), der Jugendobmann und vier Optisegler des WVH aus Bremen. Es fehlen Holger Jess und Peter Frisch. Foto: O. Kasch

Verein des Jahres

WV Hemelingen: Von der Weser in die Weltspitze

Der WV Hemelingen ist im Bereich Segeln der „Verein des Jahres“. Auf der hanseboot wurde der Bremer Verein am Mittwochabend wegen seiner guten Jugendarbeit mit der Auszeichnung prämiert und erhielt zwei Optimisten für seine Trainingsarbeit.

In Bremen ist der Wassersport-Verein Hemelingen (WVH) eine echte Größe. Im Südosten der Stadt gelegen eröffnet sich für die Segler vom Vereinsgelände zwischen Fuldahafen und Hemelinger See ein ausgesprochen anspruchsvolles Revier. Gesegelt wird auf der Weser flussabwärts bis zum Allerhafen und flussaufwärts so weit, wie die Zeit reicht. Im sicheren Gebiet des Hemelinger Sees können sowohl Anfänger ihre ersten Schritte auf dem Wasser üben als auch in der Ausbildung schwierige Manöver geprobt werden. Und diese Lage macht den Verein zu einem wichtigen Zentrum für das Werben um junge Wassersportler und zur Geburtsstätte immer wieder erfolgreicher Segler.

Mit Erfolgen in den Jollen-Einheitsklassen hat der Verein stets auf sich aufmerksam gemacht, und mit dem Meistertitel in der Zweiten Segel-Bundesliga 2014 schaffte der Club von der Weser auch den Sprung in die Eliteliga des Clubsegelns.

Grundlage für die Erfolge ist die Jugendarbeit, die sowohl auf den Leistungs- als auch auf den Breitensport setzt und zu einem zentralen Element im Verein gehört. Der WVH hat die größte Kinder- und Jugendabteilung in Bremen, trainiert in den verschiedenen Boots- und Leistungsklassen regelmäßig auf der Weser. Den besonderen Herausforderungen eines Fließgewässers mit Berufsschifffahrt wird durch einen hohen logistischen Aufwand begegnet. Lizenzierte Übungsleiter betreuen die Jugendlichen, Sicherheit wird teilweise mit drei Trainerbooten gewährleistet. Und bei kritischer Wetterlage kann der Trainingsbetrieb auch immer auf den Hemelinger See verlegt werden. Seit vielen Jahren bietet der WVH in den Sommerferien Ferienprogramme an. Nach den ersten Übungen auf dem Simulator geht es schnell aufs Wasser. Viele sind begeistert und treten dem Verein anschließend bei. In einer traditionell der Seefahrt verhafteten Region wie Bremen wird natürlich auch die Seemannschaft groß geschrieben. Und die erlernt der Nachwuchs am besten beim Fahrtensegeln. Aus diesem Grund hat der WVH einen Jugendkutter. Hier erlernen die Kinder und Jugendlichen den Umgang mit Boot, Segel, Tauwerk, Wind und Wasser hautnah. Natürlich kommt auch der theoretische Unterricht nicht zu kurz, hierfür steht ein moderner Schulungsraum auf dem Vereinsgelände zur Verfügung. Und im Winter geht es zum Kentertraining in die Schwimmhalle Bremen Nord – immer ein großer Spaß für den Nachwuchs.

In der Einsteigerarbeit setzt der WVH vor allem auf den Optimisten. Fast 30 vereinseigene Jüngstenboote stehen für die Kinder und Jugendlichen zur Verfügung. Der Bestand wird laufend auch mit werftneuen Optis erweitert. Dazu kommen noch einige private Optimisten, so dass in Hemelingen in den Anfänger-, Fortgeschrittenen- und Regatta-Gruppen ansehnliche Flotten zum wöchentlichen Training auf das Wasser gehen. Das bleibt nicht ohne Wirkung. Bei den Meisterschaften auf regionaler Ebene sorgen die Hemelinger Segler immer wieder für Titelgewinne, und auch in der deutschen Rangliste der Optimisten ist der WVH regelmäßig zu finden. Der krönende Abschluss der Saison ist für die Opti-Kinder die Freimarktregatta, die Regattasegler aus dem gesamten norddeutschen Raum anlockt.

Damit sich der Nachwuchs weiter entwickeln kann, veranstaltet der WVH einen „Kids Cup“, bei dem Interessierte anspruchsvolle Jollen ausprobieren können, um in die bestens geeignete Nachfolgeklasse umsteigen zu können. In Hemelingen wird dabei auf die traditionellen Jugendbootklassen Europe, 420er und Pirat gesetzt. Auch hier stehen den Jugendlichen vereinseigene Boote zur Verfügung, und die Erfolge geben den Hemelinger Recht. Im 420er segelten die WVH-Teams bei der Bremer Meisterschaft auf die Top-Plätze, in der Europe ist Sverre Reinke seit Jahren das Maß der Dinge in Deutschland, holte auch 2016 wieder den Deutschen Meistertitel an die Weser und gehört zur erweiterten Weltspitze. Und auch im Contender hat ein WVH-Akteur in der Spitze Fuß gefasst. Markus Maisenbacher setzte sich bei der Deutschen Meisterschaft auf dem Zwischenahner Meer gegen die deutsch-niederländische Konkurrenz – gespickt mit Weltklasse-Athleten – durch.

Diese Erfolge sind bester Beleg für eine ausgesprochen erfolgreiche Jugendarbeit beim Wassersport-Verein Hemelingen. Daher freut sich die Jury der Initiative „Verein des Jahres“, bestehend aus dem Hamburg Messe-Geschäftsführer, Bernd Aufderheide, dem Präsidenten des Deutschen Boots- und Schiffbauer-Verbandes, Torsten Conradi, DMYV-Präsident Winfried Röcker, DSV-Präsident Dr. Andreas Lochbrunner und Hermann Hell, Verleger und Chefredakteur des SVG-Verlages, dieses Engagement in die Kinder- und Jugendarbeit weiter stärken zu können. Der traditionell zu dieser Ehrung ausgelobte Optimist, der von den Partner der SZ-Nachwuchsseiten Bauhaus Nautic, Dimension Polyant, hanseboot, Immac, Peter Frisch und Segelsport Jess zur Verfügung gestellt wurde, findet beim WV Hemelingen eine perfekte Heimat und wird dazu beitragen, dass an der Weser weiterhin hoffnungsvolle Segler ausgebildet werden. Und in diesem Jahr ist die Wahl des WVH zum „Verein des Jahres“ sogar doppelt dotiert, denn die IMMAC stellt einen weiteren Optimisten aus ihrem Förderprogramm zur Verfügung.

Ralf Abratis

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Veröffentlicht am : 02.11.2016