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Nach Silber im Vorjahr verpasste Hannah Anderssohn diesmal die Medaillenränge. Foto: Pedro Martinez / Sailing Energy / World Sailing

Seglerjugend

Youth Worlds 2016: Deutscher Medaillentraum geplatzt

Am letzten Tag der AON Youth Sailing World Championships vor Auckland/Neuseeland ist der Medaillentraum der Flotte der deutschen Seglerjugend geplatzt. Laser-Ass Hannah Anderssohn, die am vorletzten Tag mit einem Tagessieg die Führung in ihrer Klasse übernommen hatte, konnte diese nicht ins Ziel retten. Im Gegenteil: Durch einen 19. Platz rutschte sie noch auf Gesamtrang fünf ab.

Die anderen deutschen Mannschaften spielten im Finale nicht mehr um die Medaillen mit.

Die Kieler Internatsschülerin Hannah Anderssohn war als Silbermedaillen-Gewinnerin des Vorjahres in den Wettbewerb gegangen und galt daher als eine der Favoritinnen. Schon in Malaysia vor einem Jahr hatte sie als einzige Deutsche in den Medaillenkampf eingreifen können. Auch jetzt übernahm sie die Führungsrolle der deutschen Flotte. Sie startete mit einem vierten und einem zweiten Platz in die Titelkämpfe und rangierte damit von Beginn an in der Medaillenregion. Auch eine Ergebnisdelle in den weiteren Tagen bei schwierigen Bedingungen hielt sie weiterhin in Schlagdistanz zu den Toppositionen. Und als der 17-Jährigen dann am vorletzten Tag mit einem fünften und einem ersten Platz der Sprung auf Gesamtrang eins gelang, schien alles bereitet für einen großartigen Abschluss der Youth Worlds.

Doch das Abschlussrennen ging in einer eng gestaffelten Spitze aus Sicht von Hannah Anderssohn komplett daneben. Während die Urugayerin Dolores Moreira Fraschini, im August Teilnehmerin an den Olympischen Spielen von Rio, mit einem fünften Platz ein solides Ergebnis einfuhr, patzten die direkten Konkurrenten um die Spitze. Am härtesten traf es die Deutsche. Mit Rang 19 unter 47 Starterinnen fuhr sie zum Abschluss ihr Streichresultat nach neun Wettfahrten ein und musste somit einen 18. Platz in die Wertung einbringen. Damit stürzte die Seglerin des Warnemünder SC nicht nur von Platz eins, sondern gleich komplett aus den Medaillenrängen heraus. Fraschini sicherte sich dagegen mit einem noch deutlichen Punktevorsprung die Goldmedaille vor der Kroatin Sandra Luli und Carolina Albano (Italien).

In den weiteren Klassen konnten die DSV-Segler nicht mehr in den Medaillenkampf eingreifen. Die Schweriner 420er-Seglerinnen Sofie Schöne/Line Thielemann, die nach einem Leistungshoch während der Meisterschaft kurzzeitig mal auf Rang drei gelegen hatten, konnten zum Abschluss noch einmal mit einem dritten Rang glänzen, landeten insgesamt aber auf Rang sieben. Ihre Klassenkollegen Lennart Kuss/Paul Arp (Warnemünde) waren gut in die Titelkämpfe gestartet, kamen am Ende als 16. aber nicht unter die Top-Ten. Ähnlich sah es bei den 420ern aus. Lukas Hesse/Julius Neszvecsko (Chiemsee/Starnberg) wurden 17., Natsumi Ando/Fenja Valentin (Kiel) rangierten auf Platz 18.

Im neuen Nacra 15 machten Alica Stuhlemmer/Tom Heinrich (Kiel) immer mal wieder mit Top-Ten-Platzierungen, darunter sogar ein Tagessieg, auf sich aufmerksam. Insgesamt waren die Ergebnisse aber für einen Toprang zu inkonstant. Das hoffnungsvolle Duo landete schließlich auf Platz zwölf. Ganz ohne Erfolgserlebnis musste Leonhard Hanisch auskommen. Der Laser-Segler des NRV musste sich mit Platz 41 begnügen.

In den beiden Surfklassen waren keine deutschen Starter in Auckland dabei. In der Nations Trophy kam Deutschland auf Platz zwölf unter 65 vertretenen Nationen.

Ralf Abratis

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Veröffentlicht am : 20.12.2016