Marine Ferngläser im Test

Wir steckten zwölf Marine Ferngläser bei 70 Grad in einen Ofen, froren sie bei -20 Grad ein, rüttelten sie kräftig durch und versenkten sie anschließend auf drei Meter Wassertiefe. Außerdem überprüften wir die optischen Werte wie Transmission und Justierung. Nicht jedes Marine Fernglas überstand den Härtetest. Wir klären, welches Modell sich zum Segeln eignet

Das Marine Fernglas im Extremtest

Eine Woche befanden wir uns auf einer Odyssee quer durch Deutschland. Mit der Bahn und einem Koffer voller Ferngläser lernten wir die Bahnhöfe, aber auch die optischen Zentren der Republik kennen. Einen ersten Halt legten wir bei Steiner in Bayreuth ein und führten eine zweitägige Messreihe durch. In der „Stadt der Optik“ Wetzlar folgten bei Minox zwei weitere Tage. Einige Stunden, zahlreiche Verspätungen und Bahnsteige später folgten Messreihen bei Analytik Jena im thüringischen Jena und Eisfeld.

Wichtige Werte wie beispielsweise Transmission und Sehfeld wurden doppelt ermittelt, und um eine eventuelle Serienstreuung bei den Modellen auszuschließen, testeten wir bei Steiner eine Produktreihe und bei Minox und Analytik Jena eine zweite. Mit Ausnahme von zwei Gläsern: Eines war defekt und das andere stellte sich als sprichwörtliche Luftnummer heraus – Leerkarton.

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Die Tests wurden gewissenhaft durchgeführt

In einigen Fällen unterschieden sich die Messmethoden voneinander. Bei Steiner in Bayreuth führten wir die Sehfeldmessung durch Ausrichten des Glases auf einer Skala in bekannter Distanz durch. Nach dem Ablesen des Wertes auf der Skala wurde er mit einem Faktor multipliziert, um das Sehfeld auf 1.000 Meter zu erhalten. Bei Minox in Wetzlar setzten wir das Glas auf eine Messeinrichtung und ermittelten den Wert des Sehfeldwinkels. Um beide Ergebnisse besser vergleichen zu können, rechneten wir den Sehfeldwinkel auf die bekannten 1.000 Meter um. Trotz der unterschiedlichen Messmethoden unterscheiden sich beide Werte nur um konstant einen Meter.

Die Transmissionsmessung folgte bei beiden Messungen dem gleichen Prinzip, aber mit unterschiedlichen Apparaturen. Für die Messung wird ein gebündelter Lichtstrahl (100 Prozent) mit einer Farbtemperatur von 3.300° Kelvin in das Objektiv geleitet. Hinter dem Okular befindet sich eine Ulbricht-Kugel. In der Kugel wird gemessen, wie viel Licht der urspünglichen hundert Prozent es durch das Fernglas geschafft haben. Auch hier zeigten sich wieder nur kleine Unterschiede in den Ergebnissen, obwohl der Versuchsaufbau jeweils leicht abgewandelt war.

Im Druckwassertank können verschiedene Wassertiefen simuliert werden (Bild: Kai Köckeritz)

Für den Test der Wasserdichtigkeit der Gläser versenkten wir die Modelle in einem Drucktank, in dem wir durch Erhöhung des Drucks verschiedene Wassertiefen simulieren konnten. Bis auf ein Glas überstanden alle Gläser die 0,5 Meter Tiefe. Im zweiten Durchlauf auf drei Meter Tiefe gab ein weiteres Marine Fernglas auf.

1 Comment

  1. Hallo,

    sehr interessanter Beitrag über Marineferngläser für die See. Großes Lob und macht weiter so.

    Liebe Grüße aus Hamburg

    Marko

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