AIS-System hat Sicherheitslücken

AIS - das System zur Ortung von Schiffen und Frühwarnung vor Kollisionen wurde gehackt. Forscher haben gezeigt, wie man mit einfacher Technik die Signale fälschen kann. Ist das AIS-System jetzt unsicher?

Was früher rote und grüne Lichter waren, sind jetzt bunte Dreiecke. Seit der Einführung des AIS (Automatic Identification System) ist die Seefahrt sicherer geworden.
Tauchen Schiffe oder nur Positionslichter am Horizont auf, bekommen Segler und Seefahrer auf ihrem Computer Informationen darüber, welchen Kurs das gesichtete Schiff fährt, welche Geschwindigkeit und manchmal sogar welche Fracht geladen ist. Das gibt Ruhe.

Im Jahr 2000 hat die Internationale Seeschifffahrts Organisation das AIS-System für Berufsschiffe vorgeschrieben. Mit einem AIS-Empfänger an Bord sollte man also einen guten Überblick bekommen, was alles um einen herum über die Meere fährt.

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Jetzt haben japanische Forscher der Firma Trendmicro einige Sicherheitslücken in dem System entdeckt und veröffentlicht.
In ihrem Bericht zeigen sie, wie Hacker mit Technick für 250 Euro die gesendeten Signale zwischen Schiffen und den Landstationen verändern oder ganz verschwinden lassen können. So könnten sie Schiffe vom Kurs ablenken, indem sie falsche Kollisionswarnungen auslösen.

Da die AIS-Signale ohnehin nicht verschlüsselt sind, sollte dieser Bericht keine große Überraschung sein. Trotzdem ist es erstaundlich wie einfach die Manipulation möglich ist.

Ist die Seefahrt jetzt wieder gefährlicher geworden? Kann man sich nicht mehr auf seinen AIS-Plotter verlassen? Wohl kaum. Jeder Seemann, der Acht auf sein Schiff oder wenigstens sich selbst gibt, wird sich auch vorher nicht ausschliesslich auf Computertechnik verlassen haben.

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