Am Sonntag lockte die Mischung

Erst der Sonntag hat die zweite Messe “Klar Schiff” in Bremerhaven auf Erfolgskurs gebracht: Die 3500 Besucher vom Vorjahr sind nachmittags wieder erreicht. Morgens um zehn Uhr umrahmen die 40 Hobbyhändler mit ihren Ständen des Maritimen Flohmarkts die komplette Galerie der Stadthalle – kein Platz bleibt frei. Im Foyer und unten in der Halle verteilen...

Erst der Sonntag hat die zweite Messe “Klar Schiff” in Bremerhaven auf Erfolgskurs gebracht: Die 3500 Besucher vom Vorjahr sind nachmittags wieder erreicht. Morgens um zehn Uhr umrahmen die 40 Hobbyhändler mit ihren Ständen des Maritimen Flohmarkts die komplette Galerie der Stadthalle – kein Platz bleibt frei. Im Foyer und unten in der Halle verteilen sich weitere 50 Aussteller und freuen sich über den Besucherandrang am Sonntag. Der Freitag und der Sonnabend brauchen für die dritte “Klar Schiff” im Jahr 2020 aber neue Impulse – soweit sind sich alle Akteure einig.

Aurich, Diepholz, Brake, Minden, Bremen – die Nummerschilderschau auf dem Parkplatz zeigt, dass die “Klar Schiff” als Wassersportmesse für Deutschlands Nordwesten durchaus Strahlkraft hat. Sven Heide aus Braunschweig beispielsweise hat sich wieder gleich den ersten Stand im oberen Foyer gesichert, um seine Dienstleistungen rund ums Boot anzubieten: “Wir fahren zu den Booten hin und haben hier auch in Bremerhaven in der “imjaich”-Marina drei Kunden. Die Leute kommen ja durchaus zum Wassersport zurück, lassen aber heute mehr machen als früher. Da kommen wir zum Einsatz.” Ab der Politur ist das Team vom Bootsservice Heide zur Stelle. Sven Heide sieht für die Messe noch Potential bei den Vorträgen: “Hier wird viel berichtet, wie man richtig fährt. Aber das Thema Refit kommt mir etwas zu kurz.”

Rolf Noll vom Kutter- und Museumshavenverein Vegesack hat die “Klar Schiff” vor drei Jahren maßgeblich mit Klaus Schlösser von bootsausbildung.com als Ersatz für die “Boatfit” zusammen mit dem Team der Stadthalle Bremerhaven aus der Taufe gehoben. Er beweist am Sonnabend vor leeren Gängen noch Galgenhumor: “Die Gespräche unter den Ausstellern laufen ganz gut. Aber tatsächlich muss da vielleicht noch mehr Dynamik ins Marketing. Wir brauchen mehr Aussteller unten in der Halle und Vereine wie die Knotenmacher oder die Schiffergilde sollten zu uns ins obere Foyer ziehen, damit es hier oben voller wirkt vom Angebot.”

Klaus Schlösser schaut durchaus selbstkritisch auf die Situation am Freitag und Sonnabend: “Wichtig für nächstes Jahr ist, dass wir Aussteller uns wieder verstärkt einklinken und die Messe mit Hilfe unserer Kontakte attraktiver machen. Da geht auch sicher noch was mehr beim Vortragsprogramm. Und dass sollte man dann auch wirklich frühzeitig publik machen. Schlösser sorgt mit seinen sieben Seminaren für den besonderen Touch der Messe auch als Ausbildungsort. Das erste Mal hat in Bremerhaven er ein Motorkundeseminar angeboten: “Ich kann nicht klagen: Wir waren ausgebucht und auch der Umsatz am Bücherstand war Freitag und Sonnabend nur dreißig Prozent unter dem vom Vorjahr, obwohl es sich vom Besuch am Stand weniger anfühlte.”

Thomas Rutka vom Verein “Maritime Tradition Vegesack Nautilus” bringt den Vorschlag ein, sich mehr auf kleine bezahlbare Boote zu konzentrieren: “Damit würde man einen schönen Kontrapunkt zu Düsseldorf oder Hamburg setzen, wo die meisten in der Regel an unbezahlbaren Schiffen vorbeilaufen.” Die Wassersportfreunde Wulsdorf haben in diesem Jahr auf der “Klar Schiff” schon vorgemacht, wie so etwas gehen könnte. Volker Trimkowski: “Wir haben das Thema Wasserwandern in den Focus genommen. Bei uns im Verein krankt die Paddlersparte, obwohl wir eigentlich sogar Boote und alles an nötiger Ausrüstung stellen könnten.” Zum Wulsdorfer Stand gehört auch noch eine “Rotkäppchen” Dehler 18 und ein Pirat. Trimkowski: “Wir alle haben doch Erinnerungen an die kleineren Boote, mit denen wir den Sport mal angefangen haben und die sich eben hervorragend im Revier vor unserer Haustür eignen.” Das Thema könne man beliebig ausbauen.

Messemacherin Cindy Scharnhorst hat am Sonntag Nachmittag viele Gespräche mit den Besuchern aus der Wassersportszene und Ausstellern hinter sich und einige Notizen auf dem Block: “Ich sehr offen für gute Vorschläge für den Freitag und Sonnabend.” Erste Überlegungen gehen dahin, am Freitag später zu starten, den Resttag attraktiver zu machen und so auch den Aufbau-Tag Mittwoch für die Aussteller einzusparen. In jedem Fall wird es 2020 wieder eine “Klar Schiff” geben. Dann vom 6. bis zum 8. März. Erst danach will Erlebnis Bremerhaven als Veranstaltungsgesellschaft hinter der Stadthalle über die Zukunft der Bremerhavener “Klar Schiff” entscheiden.

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