Ausprobiert: Garmin GPSMAP 8400

Die Garmin GPSMAP 8400er Serie bietet eine Vielzahl von Möglichkeiten. Wir haben einen Plotter aus der Serie ausprobiert

Navigationsfreaks, denen die Vernetzung, die Informationsvielfalt und die sich damit eröffnenden Möglichkeiten gar nicht weit genug gehen können, gibt’s laut den Verantwortlichen von Garmin gar nicht Wenige. Der Umgang mit der Technik an Bord soll Spaß machen, und das ist es, was zählt. Hinzu kommt der Aspekt, dass sich über die Multifunktionsdisplays (MFDs)und entsprechende Netzwerkverbindungen heute neben der reinen Navigationsfunktion auch die Bordfunktionen steuern und zentral verwalten lassen.

Das beginnt mit den Motordaten, geht übers Energiemanagement und endet vielleicht mit einer E-Mail an den Servicepartner des Motorenherstellers, wenn die nächste Wartung ansteht. Der kann gleich bequem die Daten auslesen und weiß sofort, was er für den Einsatz an Bord an Ersatzteilen einpacken sollte.

Die Garmin 8400er Serie mit Displays in den Größen 10, 12,16 und 24 Zoll © Garmin

„Volle Hütte“ heißt es somit ausstattungsseitig bei den neuen Garmin Plottern der GPSMAP 8400/8400xsv Serie der Multifunktionsdisplays. Für die Live-Demonstration der Geräte nutzt die Firma Garmin eine zwölf Meter lange, seegängige Motoryacht der Werft Rammin aus dem vorpommerschen Barth. Das Versprechen des Herstellers, dass die neuen Displays selbst mit polarisierten Sonnenbrillen aus nahezu allen Blickwinkeln ablesbar sind, können wir bestätigen.

Nach der Installation und Montage an Bord erleichtert eine Vorkonfiguration entsprechend der Anforderungen des Bootstyps— Motor-oder Segelyacht – die Inbetriebnahme. Volle Netzwerkfähigkeit mit NMEA 2000-Konnektivität und dem Garmin Marine Netzwerk erlauben den einfachen Aufbau einer kompletten Elektronikausstattung – vom Radar, über Autopilot, Kameras zu Instrumenten, Digital Switching und Mediadaten. Der Spaß geht aber auch drahtlos weiter: Bluetooth und Wi-Fi sowie die ANT-Technologie – einem Funknetzstandard der, der stromsparend und kostengünstig Sensoren über kurze Entfernungen mit den entsprechenden Anzeigegeräten verbinden kann – ermöglichen die Verbindung z.B. mit der Garmin quatix 5 Smartwatch, einer VIRB Actionkamera sowie gerade für Segler interessante gWind™ Wireless 2 Wind Sensoren und vielem mehr.

Ins Netzwerk eingebunden, stellt der Plotter eine richtige Kommando­zentrale dar © Christian Schneider

Die OneHelm-Funktion kann dabei für die Verbindung mit anderen Drittgeräten sorgen, die Motordatenintegration übernehmen oder via USB den Anschluss eines Laptops ermöglichen. Darüber hinaus können mit OneHelm auch Geräte anderer Hersteller wie digitale Schaltungen, Licht und Stabilisierungssysteme über den Kartenplotter gesteuert werden.
Auch wenn es dem Durchschnittskipper üblicherweise ausreicht, zu wissen, wie viel Wasser er noch unterm Kiel hat und es ggf. schon als Luxus empfunden wird, eine Auskunft über die Temperatur des Badewassers zu bekommen – in Sachen der Möglichkeiten der Sonargeräte bieten die Geräte der Garmin GPSMAP 8400xsv-Serie natürlich ebenfalls das volle Programm: Unterstützt werden sowohl die zweikanaligen 1kW CHIRP-, CHIRP ClearVü- und CHIRP SideVü-Scanning-Sonare sowie Ultra-High-Definition-Scanning-Sonare für detailgetreue Darstellungen.

Die Live Echolotbilder sind selbsterklärend. Ob der Dalben neben dem Boot im Hafen, Steine auf dem Meeresgrund oder die Heringsfamilie, die sich anschickt, die Kiellinie zu queren: Die Darstellung geht in Richtung Foto- und Videorealismus und das in Echtzeit. Geübte Anwender sollen sogar erkennen können, welche Fischart sich gerade unter dem Schiff befindet. Zudem gibt es die Möglichkeit, den Geber nicht nur nach unten, sondern auch nach vorne auszurichten, um die Gegebenheiten vor dem Boot zu sehen. Die nächste Stufe der Sonartechnik mit Videocharakter in einem Bereich bis zu 60 Meter nach unten und zu den Seiten, verspricht der Hersteller – und in der Tat: Das Ergebnis bzw. die Bilder sind beeindruckend. Dabei stabilisiert sich das Echolotbild durch einen speziellen AHRS-Sensor bei rauen Bedingungen sogar selber.

Die Sonaransichten sind erstaunlich genau und erklären sich von selber © Garmin

Auch in Sachen Kartennavigation legt Garmin den Fahrhebel nach vorne: Die neuen exklusiven optionalen BlueChart g3 und BlueChart g3 Vision-Karten kombinieren laut Garmin das Beste aus den bisherigen BlueChart und Navionics Datensätzen. Darüber hinaus bietet der BlueChart g3 von Garmin zudem eine integrierte Auto Guidance-Technologie, die dem Skipper einen Kurs vorschlägt und – basierend auf den vorher abgespeicherten Abmessungen des Bootes.

Ein neuer Prozessor bietet zudem so schnelle Kartenzeichnungsfunktionen, dass es selbst bei hohen Geschwindigkeiten kaum zu Verzögerungen kommt. Die SmartMode Oberfläche bietet dabei per Fingertipp den Direktzugriff auf die Voreinstellungen fürs Anlegen-, Cruising-, Angeln-, Ankern- u.v.m.

High-Tech an Bord und grenzenlose mobile Vernetzung – was für Manchen auf den ersten Blick vielleicht nach einer verwirrenden Funktionsvielfalt aussieht, erklärt sich bei der Bedienung des smarten Touchscreens dann fast von selber. Auch wer nicht alle Funktionen nutzt, wird feststellen, dass es im täglichen Gebrauch Spaß macht, zur besseren Nachvollziehbarkeit der Navigation und der Umgebungsbedingungen beiträgt, oder auch einfach nur bequem ist. Schon auf mittelgroßen Fahrtenyachten finden sich heute komplexe, mit einander vernetzte technische Systeme, die Daten austauschen. Gut wenn auch die Crew nicht nur Betrachter, sondern integriert und ein Teil des Ganzen ist.

www.garmin.com

Pro:

  • Ablesbarkeit
  • Vernetzbarkeit

Contra:

  • Preis

Kommentieren
*Pflichtfelder. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht