Ausprobiert: Garmin Quatix 5

Wir haben Garmins neue Smartwatch für Segler eine Saison lang ausprobiert

Wir leben in einer Zeit, in der fast alles smart, also intelligent ist: Heizungen, Kühlschränke, Fernseher, Autos. Kaum ein modernes Gerät, das sich nicht mit anderen Geräten vernetzen lässt und dem Bediener weitere Möglichkeiten der Nutzung eröffnet. So auch Armbanduhren wie die Garmin Quatix 5. Sie ist eine Smartwatch speziell für den Wassersportbereich und inzwischen in ihrer dritten Generation erhältlich.

Die Rückseite mit Pulsmesser und dem Anschluss zum Aufladen (Bild: Nikolas Woeckner)

Der Funktionsumfang der Quatix 5 ist extrem groß, was die Bedienung beziehungsweise Navigation durch die Menüs am Anfang erschwert. Selbst nach Monaten des täglichen Tragens findet man noch nützliche bis weniger nützliche, bis dahin unentdeckte Funktionen. Die Bedienung erfolgt mittels fünf Knöpfen am Gehäuse. Hat man sich erst einmal mit der Menüführung vertraut gemacht, ist die gewünschte Funktion oder Information jedoch schnell erreicht.

Für Segler besonders interessant sind die Segelfunktionen Ankern, Gezeiten, Mann über Bord, Kompass, GPS, Barometer und einige mehr. So wie etwa der Wendeassistent, der insbesondere bei Regatten hilft, zu erkennen, ob sich das Boot im Anluven oder Abfallen befindet. Mit der Uhr lassen sich auch Schiffsdaten auslesen, kompatible Garmin-Geräte vorausgesetzt. Möglich ist auch, aktiv ins Boot einzugreifen: So hat es schon einen gewissen Reiz, den Autopiloten per Knopfdruck an der Uhr zu bedienen. Besonders Einhandseglern kann dies bei Arbeiten auf dem Vorschiff oder bei Manövern wie Segel setzen oder bergen helfen.

Um die Navigation innerhalb der Menüs zu vereinfachen und zu beschleunigen, empfiehlt es sich, möglichst alle nicht relevanten Optionen zu entfernen, was ohne weiteres möglich ist. Funktionen wie ‚Freitauchen’, ‚Rudern’, ‚Wandern’ und viele mehr sind für Segler wenig relevant und können deinstalliert werden. Doch genau hier liegt auch ein Vorteil der Quatix 5: Bei den standardmäßig verfügbaren Funktionen ist noch lange nicht Schluss.

Wird die Quatix 5 mit einem Smartphone samt Garmin Connect App und Internet gekoppelt, können in Garmins Onlineshop zahllose weitere sogenannte ‚Connect-IQ-Apps’ installiert werden. Überhaupt macht es Sinn, die Uhr über Bluetooth mit seinem Smartphone zu verbinden und dies permament, denn dann bieten sich dem Träger viele nützliche Funktionen für den Alltag. Die Uhr selbst verfügt über keine Telefonverbindung, sondern verbindet sich über das Smartphone oder eine WLAN-Verbindung mit dem Internet. Auf dem Smartphone können dann auch Daten aus den diversen Sensoren der Uhr ausgelesen und ausgewertet werden. Sportfreunde können dann auf spezielle Fitness-Tracker verzichten.

Wer vorher glaubte, der Nutzen eines solchen Gerätes sei abseits von Regattabahnen eher gering, wird nach einigen Wochen des Tragens feststellen, wie nützlich die Uhr auch im Alltag sein kann. Zum Beispiel: SMS, E-Mails und Kalendereinträge werden direkt auf der Uhr angezeigt, und ein Knopfdruck genügt und schon bekommt man den Wetterbericht oder die Steuerung für die Musik aufs Handgelenk. Oder sehr praktisch für etwas schusselige Menschen: die ‚Telefon suchen’-Funktion. Wird sie an der Uhr aktiviert, fängt das Smartphone an zu vibrieren und zu klingeln und ermöglicht so eine schnelle Ortung des Gerätes, zum Beispiel in der Sofaritze. Zudem ist die Quatix 5 auch optisch eine Smartwatch, die man im Alltag nicht verstecken muss.

Fazit:

“Ein Preis von 849 Euro für eine Segeluhr schreckt erstmal ab. Doch wer genauer hinschaut, sieht eine Smartwatch voll mit der neuesten Technik, die nicht nur an Bord, sondern auch im Alltag nützlich sein kann.”

Technische Daten:

Material des Uhrglases: Glas (Standard) / Saphirglas (Sap­phire-Edition)
Material der Lünette: Edelstahl
Gehäusematerial: Faserverstärktes Polymer
Armbandmaterial: Silikon (Standard), Edelstahl (Sap­phire-Edition)
Größe: 47 x 47 x 15,5 mm
Gewicht: mit Silikonarmband: 85 g mit Metallarmband: 156 g
Wasserdichtigkeit: 10 ATM
Anzeigetyp: Bei Sonneneinstrahlung gut lesbares, transflektives MIP-Display (Memory in Pixel)
Anzeigegröße, B x H: 30,4 mm (1,2 Zoll) Durchmesser
Anzeigeauflösung, B x H: 240 x 240 Pixel
Display: Farbe
Batterielaufzeit: Smart-Modus: bis zu 2 Wochen, GPS-/HF-Modus: bis zu 24 Stunden
Speicher/Protokoll: 64 MB
Konnektivität: Bluetooth, WLAN
Smartphone-Kompatibilität: iPhone, Android, Windows
Preis Standard: 599 Euro
Preis Sapphire-Edition: 849 Euro

Ausstattung:

Sensoren:
GPS
GLONASS
Herzfrequenzmessung am Handgelenk
Barometrischer Höhenmesser
Kompass
Gyroskop
Beschleunigungsmesser
Thermometer

Marinefunktionen:
Virtuelle Startlinie
Countdown-Timer
Wendeassistent
Integriertes Barometer
und Gezeitentabellen
Ankeralarm
Streaming von Schiffsdaten (mit kompatibler
Garmin-Marine-Ausstattung)

Smart-Funktionen:
Kalender
Wetter
Musikfunktionen
Telefonsuchfunktion

2 Comments

  1. mir scheint, dass hier die Uhr selbst als Smartwatch zwar umfangreich getestet wurde, die Besonderheiten der Quatix als Segeluhr aber wohl nicht.
    In Ihrem Artikel findet sich zumindest nichts, was auf einen echten Test der besonderen Segelfunktionen schließen lässt. Nun möchte ich meine persönliche Erfahrung schildern:
    Ich bin Eigner einer Segelyacht mit einem Garmin Autopiloten. Die Kopplung der Uhr mit dem Autopiloten war im ersten Anlauf recht schnell möglich, sofern man mit der Uhr einen Abstand von maximal 1m einhält. Das ist für die Kopplung ja ok. Entfernt man sich aber um mehr als 1m vom Autopiloten, geht die Verbindung zwischen Uhr und Autopilot verloren. Das erscheint als Funktion der Fernbedienung nicht wirklich hilfreich.
    Nach mehreren Test, in welchen Abständen die Verbindung verloren geht, ist zwischenzeitlich gar keine Kopplung zwischen Uhr und Autopilot mehr möglich.
    Ich besaß vor dem Erwerb der Quatix bereits eine Fenix Chronos und habe die Quatix in erster Linie wegen der Möglichkeit der Fernbedienung des Autopiloten erworben.
    Da diese Funktion nun mal gar nicht funktioniert habe ich 850€ quasi zum Fenster heraus geworfen.
    Fazit: Was die Smartwatch-Funtion der Uhr angeht unterscheidet sie sie nicht wesentlich von anderen Smartwatches. Hier würde sie von mir durchaus 4 von 5 Punkten erhalten. Die völlig unzureichende Funktion im Bereich Segeln führt allerdings zu einer massiven Abwertung, da dies eigentlich die Besonderheit der Uhr sein soll.
    daher erhält die Uhr in der Summe nicht einmal eine ausreichende Bewertung. 1 Punkt – Mangelhaft

  2. Hey, Danke!
    Sehr hilfreich

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