Der Außenborder: Wissenswertes zur Wartung

Die Technik unter der Haube gestaltet sich weniger kompliziert als die eines Dieselmotors. Mit einigen Handgriffen lässt sich ein Außenbordmotor recht einfach warten

Kein Teil der Ausrüstung wird wahrscheinlich so oft verflucht wie der Außenborder. Kein Teil der Ausrüstung wird wahrscheinlich auch so wenig gewartet wie der Außenborder. Gerade Motoren an Beibooten, die nur sporadisch zum Einsatz kommen, treiben Bootsbesitzer in den Wahnsinn. Wenn die Schulter bereits halb taub ist und der Motor nur für einige Sekunden anspringt, liegt das zumeist an den langen Ruhezeiten der Motoren. Denn auch bei Außenbordmotoren gilt, dass regelmäßige Nutzung bereits Ausfällen vorbeugen kann. Glücklicherweise sind die Motoren recht einfach zu warten. Das gilt sowohl für Zweitakter als auch für Viertakter. Zwar werden Zweitakter seit einigen Jahren nicht mehr gebaut, doch auf vielen Schiffen gehören sie noch zur Ausrüstung. Ein großer Vorteil des Außenborders ist der Umstand, dass bei abgenommener Haube ein guter Zugriff auf alle wichtigen Bauteile gegeben ist. Verrenkungen wie in einem Motorraum sind nicht nötig.

Zündkerze

Zündkerze neu/alt (Bild: iStock / Jorge Villalba)

Springt der Motor nicht an, lohnt ein Blick auf die Zündkerze. Sie entzündet das Benzin-Luftgemisch und stellt eine der häufigsten Störquellen dar. Mithilfe eines speziellen Schlüssels lässt sich die Zündkerze entnehmen. Das untere Ende der Zündkerze sollte sauber sein. Das Gewinde darf ruhig etwas dunkler sein, aber keine Ablagerungen aufweisen. Wenn die Elektroden schwarz oder ölig sind, ist bei Zweitaktern entweder das Gemisch zu fett oder der Ölanteil im Benzin zu hoch. Nach dem Reinigen der Kerze sollte der Motor wieder ohne Probleme starten. Allerdings sollte der Kraftstoff kontrolliert oder die Einstellung des Vergasers geändert werden. Wenn die Kerze bei Viertaktern stark verölt ist, sind wahrscheinlich die Kolbenringe verschlissen und müssen getauscht werden. Bei einer sauberen und trockenen Kerze sollte der Abstand zwischen den beiden Elektroden circa 0,7 bis 0,9 Millimeter betragen. Da es sich um Verschleißteile handelt, wird der Abstand mit der Zeit größer. Beträgt er mehr als einen Millimeter, kann die obere Elektrode etwas verbogen werden, sodass der Funke wieder überspringen kann. Der vergrößerte Abstand ist allerdings auch ein Indikator, dass die Kerze demnächst getauscht werden sollte.

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Vergaser

Der Vergaser eines alten 2-Takters (Bild: iStock / Pro2sound)

Springt der Motor an, geht aber nach kurzer Zeit wieder aus, und ist die Kerze sauber, kann der Vergaser bei Zweitaktern durch altes, verharztes Gemisch verstopft sein. Im Prinzip ist ein Vergaser sehr einfach aufgebaut und kann auch in Eigenregie auseinander gebaut werden. Meist ist eine kleine Düse verstopft, die es erfordert, den Vergaser zu zerlegen. Das alte Gemisch sollte leergefahren und der Tank mit frischem Gemisch aufgefüllt werden.
Die Leitungen und Schläuche der Kraftstoffversorgung sollten regelmäßig kontrolliert und der kleine Kraftstofffilter jede Saison ersetzt werden.

Alternative E-Motor

Wer die lauten, stark vibrierenden Benziner nicht mehr sehen, hören oder riechen kann, sollte sich auf dem Markt der elektrischen Außenborder umsehen. Die Preise sind zwar noch immer etwas höher als die eines Viertakters, aber die Reichweite der kleinen, elektrischen Motoren reicht vollkommen für die jährlichen Fahrten mit dem Dingi oder Hafenmanöver aus. Noch dazu entfällt die Wartung und das Hantieren mit Benzin und Öl. Der Akku ist integriert, sodass keine extra Batterie in das Beiboot gewuchtet werden muss. Die Leistung entspricht denen der Benziner.

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