Die richtige Pflege der Kuchenbude

Die Kuchenbude gehört in Nordeuropa zu den wichtigsten Ausrüstungsgegenständen, denn sie erweitert den Lebensraum auf Booten um wertvolle Quadratmeter Wohnfläche. Wir klären, wie die Kuchenbude richtig gepflegt wird

Die Kuchenbude steigert nicht nur den Wohnkomfort an Bord, sondern schützt das Cockpit und die dort verwendeten Hölzer und Kunststoffe vor den Einflüssen von Sonne, Regen und Wind. Gerade die UV-Strahlung greift unerbittlich das Material an. Lacke und Kunststoffe altern unter UV-Einstrahlung schneller, sodass die Kuchenbude bei Abwesenheit des Eigners hilft, den Pflegezustand des Schiffes zu erhalten. Die Befürchtung, eine Kuchenbude könnte bei Sturm im Hafen Schaden nehmen, ist in der Regel unbegründet. Trotz der großen Angriffsfläche, die eine Kuchenbude dem Wind bietet, halten die verschiedenen Konstruktionen stand und können während der Saison und in Abwesenheit des Eigners ohne Weiteres aufgebaut bleiben. Nur im Winter sollte die Kuchenbude abgebaut und trocken gelagert werden, um die Lebensspanne des Verdecks zu erhöhen. Denn trotz der robusten Materialien setzt die Witterung der Kuchenbude zu, sodass sie einem gewissen Verschleiß unterliegt.

alte und schmutzige Kuchenbude
Das Gewebe dieser Kuchenbude ist zwanzig Jahre alt. Trotz regelmäßiger Reinigung hat sich Dreck im Gewebe festgesetzt. Oberflächlicher Schmutz kann aber noch entfernt werden (Bild: Kai Köckeritz)

In regelmäßigen Abständen sollte das Verdeck materialschonend gesäubert werden, indem mit einer weichen Bürste der lose Dreck abgebürstet wird. Das Abbürsten stellt einen wichtigen Schritt dar, um Verunreinigungen durch Grünbelag und Schimmelpilzen zu verhindern. Die Stoffe der Kuchenbude sind meist mit einen Fungizid versehen, sodass Schimmelpilze auf dem Stoff nicht gedeihen können. Sobald sich allerdings loser Dreck auf dem Material festgesetzt hat, bildet er einen hervorragenden Nährboden für Schimmel oder Grünbelag. Gerade bei Schiffen, die in der Nähe von Bäumen oder Sträuchern liegen, wird der Stoff schnell unansehnlich. Oft entsteht im Herbst bei feuchter, aber warmer Witterung in kurzer Zeit eine unansehnliche Schicht auf der Kuchenbude. Wer die Kuchenbude mehrmals in der Saison abbürstet, bekommt zum Ende des Jahres weniger Probleme mit Verunreinigungen. Gleiches gilt für die Innenseite, die durch Kochdünste aus dem Niedergang strapaziert wird. Falls sich auf der Innenseite Kondenswasser bilden sollte und die Scheiben beschlagen, hilft es bereits, das Wasser mit einem Handtuch oder Schwamm aufzunehmen.

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Für eine gründliche Reinigung empfehlen viele Hersteller mit lauwarmen Wasser und milder Seife zu arbeiten. Die Seifenlauge wird mit einer weichen Bürste oder einem Schwamm in das Material eingearbeitet. Es sollte allerdings nicht zu fest geschrubbt werden. Die gereinigten Stellen werden anschließend mit reichlich Frischwasser gespült, bis alle Seifenreste aus dem Material gewaschen sind. Erst wenn die Kuchenbude an der Luft trocknen konnte, sollte sie wieder zusammengepackt werden.

Kuchenbude mit kaputten Fenstern
Auf der Sonnenseite setzt die UV-Strahlung der durchsichtigen PVC-Folie stark zu. Das Material wird trüb und brüchig (Bild: Kai Köckeritz)

Bei kleineren Verschmutzungen wie beispielsweise Vogeldreck kann die Seifenlauge auch mithilfe einer Sprühflasche punktuell appliziert und mit einem Schwamm eingearbeitet werden. Allerdings sollte auch bei dieser Methode alle Seifenreste wieder entfernt werden.

Für hartnäckige Verschmutzungen empfiehlt der Hersteller Sunbrella für sein Polyacrylge­webe die Verwendung von Bleiche und Seifenlauge. Die Lösung soll ebenfalls auf die Stellen aufgesprüht werden, 15 Minuten einwirken und ausgespült werden. Die Hersteller von Geweben auf Polyesterbasis oder Mischgeweben geben allerdings an, keine Bleiche zu verwenden. Bevor Sie zur Bleiche greifen, sollten Sie in Erfahrung bringen, was für das Material Ihrer Kuchenbude empfohlen wird. Anderenfalls kann die Kuchenbude Schaden nehmen. Das gilt auch für die Imprägnierung des Stoffes, die alle paar Jahre aufgefrischt werden sollte. Gebräuchlich sind Imprägnierungen zum Aufsprühen. Allerdings empfiehlt jeder Hersteller je nach Zusatzstoffen ein anderes Mittel. Fragen Sie Ihren Segelmacher, was er empfiehlt. Die Applikation erfolgt am besten bei Windstille und wenn der Stoff der Kuchenbude noch leicht feucht ist.

Reißverschluss und Nähte

Die Nähte bestehen in der Regel aus einem Mischgewebe mit hohem Baumwollanteil, der bei Nässe aufquillt und so die Löcher der Naht abdichtet. Allerdings widersteht das Garn der UV-Strahlung nur schlecht. Mit der Zeit löst sich das Garn regelrecht auf und manche Kuchenbude hält an diesen Stellen nur noch aus reiner Gewohnheit. Wenn sich die ersten Nähte nach einigen Jahren auflösen, bedeutet es für die Kuchenbude allerdings noch nicht das Ende, denn der Stoff befindet sich zu diesem Zeitpunkt meist noch in einwandfreiem Zustand.

Kuchenbude mit Grünspan
Gerade an Nähten bleiben aufgrund der größeren Oberfläche mehr Schmutzpartikel hängen, auf denen sich dann der Grünbelag bildet (Bild: Kai Köckeritz)

Gegen das Auflösen lässt sich kaum etwas vorbeugend unternehmen, sobald sich die ersten Nähte lösen, sollten die entsprechenden Stellen aber mit etwas dünnem Takelgarn von Hand nachgenäht werden. Als Alternative kann die Kuchenbude auch zum ansässigen Segelmacher getragen werden, der die Nähte mit der Maschine setzt. Je nach Auslastung während der Saison kann sie sogar noch am selben Tag wieder an Bord aufgebaut werden. Falls die Nähte von Hand selbst nachgenäht werden, sollte die Kuchenbude dennoch im Winter zum Segelmacher gebracht werden, damit sie professionell genäht wird, um noch viele Jahre zu halten.

Sollte an den Nähten Feuchtigkeit eindringen, können sie mit einem Stück Bienenwachs imprägniert werden. Einfach einige Male mit dem Stück über die Nähte streichen. Gleiches sollte auch regelmäßig mit den Reißverschlüssen getan werden. Vor allem wenn es sich um solche aus Metall handelt. Doch auch bei Reißverschlüssen aus Kunststoff hält das Bienenwachs die Mechanik geschmeidig.

1 Comment

  1. Halb Wahr bis üngenügend.
    Das Thema Pflege Kuchenbude und Sprayhood ist so viel umfangreicher und anders als hier dargestellt.
    Das muss kompetent neu von Euch recherchiert werden.

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