Ölzeug

Ölzeug: Membran oder Beschichtung?

Ölzeug erhält seine wasserdichte Sperre entweder durch eine Membran oder eine Beschichtung. Doch welche Sperre ist für welchen Zweck geeignet?

Membran

(Bild: Jan Bindseil)

Moderne Funktionstextilien, die als Schutz vor Wind und Wasser getragen werden, bestehen aus mehreren Lagen. Die äußere Schicht ist ein robustes Obermaterial, das je nach Einsatzgebiet starken Beanspruchungen standhalten soll. Da das Gewebe nicht wasserdicht ist, bildet eine hydrophobe Beschichtung eine Schutzschicht (Durable Water Repellent, kurz: DWR), die Wasser leicht abperlen lässt. Das Gewebe verschleißt nicht und wirkt als stabilisierendes Element für das Herzstück der Funktionsbekleidung: die Membran. Sie lässt Wasserdampf hindurch, wirkt bei Wasser im normalen Aggregatzustand aber wie eine Sperre, sodass Flüssigkeit, selbst bei einem durchtränkten Obermaterial, nicht eindringen kann. Allerdings ist die Membran auch sehr empfindlich und kann durch Schweiß und knickende Beanspruchung beschädigt werden. Um die empfindliche Schicht zu schützen, verhindert eine letzte Lage Schäden durch Verschleiß von innen.

Beschichtung

Während bei Modellen für den Offshore- oder Hochsee-Einsatz Membranen die wasserdichte Barriere darstellen, besitzen einige Kollektionen für Inshore und Coastal eine Beschichtung der Innenseite. Im Gegensatz zu einer Membran wandert die Feuchtigkeit nicht durch Poren nach außen, sondern durch molekulare Zwischenräume. Die Beschichtung ist zwar auch wasserdicht, lässt aber weniger Wasserdampf hindurch als eine Membran. Allerdings ist die Produktion günstiger, sodass Ölzeug ohne Membran preislich attraktiver ist. Im Endeffekt kann die Membran mehr leisten und erreicht oft eine höhere Wassersäule, aber die meisten Fahrtensegler werden den Unterschied nicht wahrnehmen. Wer hingegen hin und wieder eine Regatta mitsegelt und bei Manövern ins Schwitzen kommt, sollte Jacke und Hose mit Membran wählen.

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