Sonnenschutz an Bord

Gerade auf dem Wasser steigt die Gefahr eines Sonnenbrandes. Daher gilt es dort die Haut besonders zu schützen. So gelingt ein zuverässiger Schutz

Bekleidung

In erster Linie empfiehlt sich natürlich Kleidung als Schutz vor Sonnenbrand. Schon ein ganz normales Baumwoll-Hemd oder T-Shirt hilft, sich beim Segeln gegen schädliche UV-Strahlen zu wappnen, genau wie eine leichte Sommerhose. Wer gern schnorchelt, sollte sich ebenfalls mit Shirt, gegebenenfalls sogar mit langer Hose bekleiden. Weil der knapp unterhalb der Wasseroberfläche treibende Schwimmer eine extrem große Angriffsfläche bietet, benötigt er Schutz, zweitens steht die Sonne in Revieren, in denen sich das Schnorcheln wirklich lohnt, senkrechter als in unseren Breiten und ist damit noch intensiver. Im Zusammenspiel mit der Reflektion des Wassers verbrennt die Haut schneller, als man vermutet. Fatalerweise merkt man das erst, wenn man wieder an Bord steigt, denn solange man schnorchelt, kühlt das Wasser.

UV-Schutzkleidung

Egal, ob Mützen mit und ohne Nackenschutz, kurz- oder kurzärmelige T-Shirts, leichte Sommerhosen oder Badeanzüge, all diese Kleidungsgegenstände gibt es auch als spezielle UV-Schutzkleidung. Ausgezeichnet ist sie mit dem Kürzel UPF, was für Ultraviolet Protection Factor steht. Generell gilt: Je höher der UP-Faktor, desto besser ist der Schutz gegen UV-Strahlen. Wie überall gibt es auch in diesem Bekleidungssegment unterschiedliche Herangehensweisen, um einen hohen Faktor zu erreichen. Teils wird mit besonders fester Webtechnik gearbeitet, die auch nach dem Waschen den hohen Faktor behält, teils werden die Kleidungsstücke mit UV-hemmenden Bestandteilen während der Herstellung vorbehandelt. Letztlich ist es eine Frage des Sich-Wohlfühlens und des damit verbundenen Tragekomforts, für welches Produkt man sich entscheidet.

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Wasserfeste Sonnencreme

Selbstverständlich tut Sonne uns Seglern gut. Sie hebt unsere Stimmung, lässt uns, in Maßen genossen, gesund aussehen und versorgt uns mit dem lebensnotwendigen Vitamin D. Doch wie meistens gilt auch hier, zu viel des Guten kehrt sich schnell ins Schädliche um. Auf die Sonne bezogen heißt das: Bei intensiver Sonneneinwirkung, wie wir sie auf dem Wasser erleben, ist die Grenze zur Hautschädigung schnell erreicht, besonders, wenn die Haut nass wird und eventuell noch Salzwasser ins Spiel kommt. Die kleinen Kristalle des getrockneten Salzes bündeln das Licht und verstärken die UV-Wirkung. Kurz genossen kann das zur Heilung von Hautkrankheiten beitragen, über längere Zeit gesehen sind aber Hautschädigungen programmiert.
Es sei denn, man schützt sich mit Sonnencreme. Wassersportler sind mit sogenannten wasserfesten Cremes gut beraten, denn sie werden nicht so leicht von Gischt und Wasserspritzern wieder abgewaschen wie normale Sonnencremes. Wasserfest bedeutet allerdings nicht, dass keinerlei Abtrag stattfindet. Er geht nur deutlich langsamer vonstatten. In jedem Fall muss auf einen hohen LSF (Licht-Schutz-Faktor) geachtet werden.

Lichtschutzfaktor

Der Licht-Schutz-Faktor sagt aus, um wie viel länger man in der Sonne bleiben kann, ohne einen Sonnenbrand zu bekommen, nachdem man sich eingecremt hat. Ein LSF von 30 bedeutet, dass derjenige, der ihn aufgetragen hat, 30 mal länger in der Sonne bleiben kann als ohne. Um herauszufinden, wie lang die Sonnenbaddauer tatsächlich sein darf, muss man zunächst analysieren, zu welchem Hauttyp man gehört. Wer sehr hellhäutig ist, rote bis rotblonde Haare besitzt und meist blaue Augen hat, gehört in die Kategorie Hauttyp 1 und ist besonders sonnenbrandgefährdet. Der Eigenschutz reicht nur fünf bis zehn Minuten, bevor der Sonnenbrand einsetzt. Menschen mit Hauttyp 2 sind ebenfalls hellhäutig, haben blonde Haare und blaue, grüne oder graue Augen und sind zehn bis zwanzig Minuten eigengeschützt. Bei Hauttyp 3 trifft man auf dunkelblonde Menschen mit hellbrauner Haut, deren Augenfarbe entweder grau oder braun ist. Sie können durchaus 25 Minuten in der Sonne liegen, ohne zu ‚verbrennen‘. Hauttyp 4 ist am besten durch seine braune Hautfarbe, dunkle Augen und dunkle Haare geschützt.
Alle Hauttypen kommen aber nicht gänzlich ohne Sonnencreme aus.
Neben dem Schutzfaktor spielen aber auch Dicke des Cremeauftrags und Dauer beziehungsweise Stärke des Abtrags durch Wasser etc. eine Rolle. Für den Auftrag gibt es eine Faustregel, die mindestens zwei Milligramm Sonnencreme pro Quadratzentimeter Haut empfiehlt, doch genau diese Menge herauszufinden, dürfte schwer sein. Insgesamt gilt daher: Lieber etwas dicker eincremen als zu sparsam, und dem eigenen Körper beziehungsweise der eigenen Haut immer mal wieder erhöhte Aufmerksamkeit schenken!

Sonnenbrillen

Auch die Augen leiden unter hoher Sonneneinwirkung. Gegen Blendung, allzu große Helligkeit und UV-Strahlung schützen getönte Brillengläser. Angeboten werden sie in fünf Tönungs-Kategorien, angefangen bei 0, die eine sehr leichte Tönung mit einer Licht-Dämpfung von maximal 20 Prozent bietet, bis zu Kategorie 4 mit einer Dämpfung von bis 97 Prozent. Sie ist gedacht für Gebiete mit extremer Lichteinwirkung, wie sie in den Tropen auftritt oder auf dem Wasser in südlichen Revieren. Wird nach Richtwerten für guten UV-Schutz gesucht, empfehlen Mediziner häufig einen UV-400 Schutz. Genannte Tönungs- und UV-Schutzangaben nützen jedoch nur dann, wenn die Brille passt. Ist sie zu klein fällt an den Seiten und an den oberen und unteren Rändern Streulicht auf die Augen, schädigt sie diese im Zweifel stärker, weil sich die Pupillen durch die Tönung der Gläser geweitet haben.

Sunblocker

Noch vor wenigen Jahren versprachen Sunblocker hundertprozentigen Schutz. Tests haben jedoch gezeigt, dass diese Messlatte viel zu hoch lag. Heute werden derartige Cremes und Pasten meist in die Kategorie LSF 50 eingestuft, was bedeutet: Sie blockieren die schädlichen UV-Strahlen zwar nicht komplett, arbeiten aber sehr effektiv.

Sonnensegel

Nicht nur die Mannschaft, auch das Schiff freut sich über Schatten, denn UV-Strahlen und Hitze in Kombination mit Salzwasser greifen das GFK an und /oder entziehen Holz die Feuchtigkeit, was letztlich zu Schäden an Rumpf und Deck führt. Wer möglichst schnell nach dem Anlegemanöver ein oder mehrere Sonnensegel spannt, tut sich und seinem Schiff eine Wohltat.

Biminitop

Für Törns in südlicheren Gefilden, in denen die Sonne hoch steht, sollte man sich ein Biminitop gönnen. Auch wenn es nicht besonders schön aussieht, der Komfort- und Gesundheitsgewinn, den es mitbringt, ist enorm. Der Mensch braucht Schatten, auch beim Segeln. Selbst wenn der Fahrtwind Kühle vorgaukelt, sollten Hitze und Sonneneinwirkung nicht unterschätzt werden. Immer mal wieder Verschnaufpausen unter Deck einlegen geht natürlich auch, die bessere Lösung ist aber fraglos das Biminitop (das sich bei Nichtbedarf schnell wegklappen lässt).

Kühlung

Unter Deck wird es schnell stickig im Sommer. Abhilfe schaffen da Klimaanlagen, die allerdings meist recht sperrig sind. Neu auf dem Markt ist das Verdunstungskühlgerät evaLight EV-1000 von evapolar. Es ist das kleinste Klima-Gerät der Welt und kühlt, befeuchtet und reinigt die Luft. Mit einem Stromverbrauch von zehn Watt arbeitet es stromsparend und ist mit seiner Würfelform und der Kantenlänge von 17 Zentimetern auch für kleine Boote geeignet. Der Preis liegt bei 259,95 Euro. Bezug über Gründl.

Windsäcke

Um bei hochsommerlichen Temperaturen und lauen Lüftchen ohne Klimaanlage frische Luft und Kühlung ins Schiffsinnere zu bekommen, kann man auf die Hilfe von Windsäcken zurückgreifen. Die aus Tuch gefertigten Schläuche werden an einem Fall hochgezogen und mit ihrem unteren, offenen Ende in eine Decksluke hineingehängt. Dank ihrer recht großen Angriffsfläche schaufeln sie ordentlich Luft unter Deck und sorgen für Durchzug, sofern das Schiebeluk und / oder weiteren Schiffsfenster geöffnet sind.

Persenning

Auch Segel brauchen Schutz, und zwar in erster Linie vor Sonne. UV-Strahlen greifen die Tuchsubstanz an und machen die Segel mürbe. Um eine Schiffsgarderobe möglichst lange in gutem Zustand zu erhalten, sollte man seine Segel abdecken, sobald man den Hafen erreicht hat und sicher in der Box liegt. Das Groß wird mit Hilfe von Baumpersenningen oder Lazybags abgedeckt, und die Vorsegel gehören weggestaut, sofern sie nicht auf Rollanlagen sitzen.
Aufgerollte Vorsegel lassen sich unkompliziert mit Schlauchpersenningen schützen. Viele sind darüber hinaus mit UV-Streifen auf den Unter- und Achterlieken ausgerüstet.

Vorhänge für die Fenster

Für die Innenraum-Montage gibt es eine Reihe unterschiedlicher Fensterverdunklungs-Systeme. Egal, ob mit integriertem Mückenschutz, als Rollo gearbeitet oder als Vorhang gefaltet, zugezogen sorgen die Beschattungen dafür, dass sich die Kabinen nicht allzu sehr aufheizen. Schwierig wird eine Montage allerdings, wenn die Fenster in verschiedenen Richtungen gewölbt sind. Dann ist es häufig einfacher, sie von außen mit Planen abzudecken. Diese Außenabdeckungen werden gern für großflächige Skylights genutzt und dienen nicht nur zur Beschattung, sondern auch als Schutz. Befestigt werden die Planen u.a. mit Druckknöpfen oder Klettbändern.

Instrumentenabdeckungen

Wie GFK werden auch Kunststoffgehäuse unter Sonneneinwirkung spröde. Da Instrumentenhalterungen und Display-Einfassungen in der Regel aus Kunststoff sind, sollten sie bei Nichtgebrauch abgedeckt werden. Das gilt auch für den Kompass. Die Instrumentenhersteller liefern die Abdeckungen in der Regel mit, es gibt sie aber auch zum Nachrüsten.

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