Elektrisch vom Fuhrpark bis zur Boje

Authentisch und begeisternd – so präsentiert sich Audi zur Kieler Woche. Nach dem Motto „nah an der Veranstaltung, nah am Segler“ ist daher in diesem Jahr ein Boot und nicht ein Auto der Blickfang vor der Audi Lounge.

Das Thema Nachhaltigkeit wurde auf vielfältige Art und Weise aufgegriffen, von Elektroantrieben für Fahrzeuge und Bojen bis hin zur Hafenreinigung.

„Viele haben von Foils gehört, aber sie noch nie gesehen“, erklärt Johannes Polgar, warum gerade ein Nacra den Eingangsbereich ziert. So könne sich jeder direkt vor Ort nicht nur ein Bild machen, sondern sich auch die Foiltechnik vom Olympiasegler erklären lassen. „Foiling ist ein großer Schritt in der Antriebstechnologie, ebenso wie das vollelektronische Auto“, zieht er den Vergleich zur Audi Produktmarke e-tron.

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Der Shuttle- und Trailerservice ist mit e-tron Fahrzeugen bestückt. Im kommenden Jahr sollen diese bereits vollelektronisch sein. Ideen für nachhaltige Ansätze gab es reichlich: E-Boje, E-Foil, E-Scooter. Zwar könnten die Ansätze nicht bewirken, dass von heute auf morgen alles nachhaltiger werde, aber es werde ein Bewusstsein geschaffen. „Es ist eher ein Marathon als ein Sprint“, so Johannes Polgar. Ihn freue sehr, dass ökologische Ansätze in Kiel auf offene Ohren treffen.

Direkt für Wettfahrtleiter und Segler interessant ist die Elektroboje. Diese über GPS gesteuerte Boje mit Elektroantrieb werde über eine App bedient, könne ganz individuell in ihrer Position an die Windbedingungen angepasst werden und reduziere die Motorbooteinsätze. Denn somit müssten die Tonnen nicht mithilfe eines mit Kraftstoff betriebenen Bootes verlegt werden. „Wenn es funktioniert sind die Kurse viel akkurater. Wenn der Wind um zehn Grad nach rechts dreht, kann auch die Tonne zehn Grad nach rechts fahren.“

Auch für die letzte Meile bis zum anvisierten Ziel hat Audi elektronische Lösungen mitgebracht. Mit dem E-Scooter ist beispielsweise das Eventgelände schnell erreichbar, mit dem E-Foil vom Ankerplatz aus ohne Benzinmotor das Land. Somit könne beispielsweise ein Schiffseigner auf eine Art Surfbrett elektronisch an Land foilen. Den E-Scooter-Prototypen hat Johannes Polgar selbst ausprobiert. „Der erste Moment war ganz schön wackelig, aber nach zwei, drei Minuten hatte ich mich daran gewöhnt und dann fährt man ganz wie von selbst.“ Dass die Lenkbewegung aus dem Körper heraus kommen müsse und man nicht das Gefühl habe, dass man kutschiert werde, gefällt ihm.

Nicht nur neue Mobilitäts-Lösungen präsentiert Audi den Seglern. Der Automobilhersteller übernimmt auch Verantwortung für sauberes Wasser. Der Anblick von im Wasser treibenden Müllteppichen erfüllt Johannes Polgar mit Ärger. „Ich war schockiert und hätte das nie in der Art und Weise erwartet“, kommentiert Polgar seine Erlebnisse mit verschmutztem Wasser vor Palma und Miami. „Palma war vor zehn Jahren nicht mal ansatzweise so schlimm.“ Die Wasserverschmutzung ist ein Problem, dass die Segler immer mehr umtreibt. „Wir waren nicht nur angewidert, sondern hatten auch Angst um unsere Gesundheit“, berichtet er von den Bedingungen in Rio. Umso mehr genießt der Segler, wenn er zusammen mit seiner Vorschoterin Carolina Werner im Nacra 17 auf der Ostsee unterwegs ist. Die Wasserqualität sei Luxus. Trotzdem gibt es auch vor der heimischen Haustür Handlungsbedarf. Daher freut es ihn, dass Audi zur Kieler Woche im Hafenbecken von Schilksee einen Seabin, einen Wassermülleimer, angebracht hat. Dieser saugt das Wasser ein, filtert Plastik Müll heraus und entlässt das gefilterte Wasser wieder ins Hafenbecken. Da insbesondere die Slipanlagen zur Kieler Woche anfällig für Tape-Reste, Mülltüten oder Plastikflaschen sind und unter Berücksichtigung der meist vorherrschenden Wind- und Strömungsrichtung, wählten sie den Steg 1 aus. Dort schaukelt nun der Seabin im Hafenwasser und reinigt es vom Müll.

Durch dieses Loch im Wasser fließt der schwimmende Plastikmüll und wird ausgefiltert. Foto: Frederike Hiller

Nach sieben Kieler Wochen, die Johannes Polgar von Land aus verfolgt hat, freut er sich nun ab Mittwoch wieder auf heimischem Revier zu segeln. Da er und Carolina Werner bisher noch nicht so viel Rennpraxis haben, sei die Kieler Woche extrem wichtig. Sie wünschen sich eine große Bandbreite an Bedingungen. „Alles, was man ausprobieren kann.“ Und wenn ihnen dann auf der Ostsee Müll begegnet, wird die Vorschoterin diesen einsammeln. „Es ist toll, mit welcher Akribie sie dabei ist.“

Bevor die olympischen Klassen am Mittwoch in das Kieler-Woche-Geschehen eingreifen, haben 13 internationale Klassen und die Women’s Sailing Champions League am heutigen Sonntag ein volles Programm vor sich. „Wir haben in allen Klassen eine vierte Wettfahrt ansetzen, um etwas aufzuholen“, so der Oberste Wettfahrtleiter Fabian Bach. Die 29er-Skiffs segeln fünf Wettfahrten. Die Bigboats sind bereits auf der Rücktour aus Eckernförde.

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