Kieler Woche

Gelungene Eröffnung der Para Worlds

KYC-Vorsitzender Carsten Krage und der Innenminister des Landes Schleswig-Holstein, Stefan Studt, sowie der Präsident des Weltsegler Verbandes, Kim Andersen (Dänemark), hießen die Segler und Seglerinnen willkommen.

Wir sind sehr froh, Sie hier begrüßen zu können, und haben viel im Vorfeld dafür getan, damit Sie schöne Wettkämpfe haben“, so Krage, der für die veranstaltenden Vereine Kieler Yacht-Club, Norddeutscher Regatta Verein, Verein Seglerhaus am Wannsee und den Hamburger Segel-Club sprach. „Dank der Unterstützung des Landes sind solche Großveranstaltungen in Kiel möglich“, so Krage. Studt betonte, dass Kiel-Schilksee ganz gezielt behindertengerecht ausgebaut wurde, um im Segelsport Inklusion vorzuleben. Natürlich ist Kiel-Schilksee nicht nur zu Großveranstaltungen, sondern das ganze Jahr über barrierefrei.

Kim Andersen, der bereits häufiger in Kiel aktiv im FD und Drachen gesegelt ist, betonte, dass diese Kieler Woche mit der Integration der PWSC ganz besonders wichtig für den Weltverband sei. „Hier gilt es, Zeichen zu setzen, damit Segeln wieder paralympisch wird“, so Andersen unter dem Applaus der Segler/innen.

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„Wenn ich in Kiel bin und an Veranstaltungen in Kiel denke, dann bin ich ganz entspannt und mache mir keine Sorgen. Ich weiß, dass es läuft. Natürlich weiß ich, dass es ein bisschen mit einem schwimmenden Hund zu vergleichen ist. Über der Wasseroberfläche sieht es ruhig aus, aber unter Wasser wird viel gestrampelt, viel gearbeitet. Aber der Anblick überzeugt. Die Arbeit ist zuverlässig“, zollte Andersen den Ausrichtern der Kieler Woche und damit der PWSC 2017 großes Lob.

Die Präsentation und Show auf dem Wasser für die Aktiven und die Zuschauer an Land sei perfekt. „Dazu haben wir es zusammen geschafft, so viele Nationen zu aktivieren, nach Kiel zur PWSC zu kommen, um dem IPC zu zeigen, dass Segeln 2024 wieder paralympisch sein muss. Und die Signale sind gut“, so der Däne, der zugab, dass er beim Blick auf die Meldungen mit 41 Nationen ein wenig Angst vor den Absagen hatte, die es immer gebe. Aber 39 Nationen am Start sind das erste Ausrufezeichen. Unter 32 Nationen bei Großereignissen bedeutete das Aus für den Segelsport. Aber die Segelgemeinschaft hat gerade nach dem Aus großen Zusammenhalt demonstriert und trete jetzt noch geschlossener auf.

„Ich selbst habe erst spät erfahren, dass bereits im Frühjahr 2018 die Entscheidung über die paralympischen Klassen fällt“, so Andersen, der im Vorjahr zum Präsidenten des Weltsegler-Verbandes gewählt wurde und den sein erster offizieller Antrittsbesuch nach Kiel zum traditionellen Curry-Essen des Kieler Yacht-Clubs führte. Bereits in der Nacht musste er wieder Richtung Kopenhagen abreisen. Das volle Vertrauen in die Kieler Organisatoren machte den Abschied vertretbar.

Am Freitag wird der Vizepräsident des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC), John Petersson (Dänemark), nach Kiel kommen, um sich gemeinsam mit der Sportdirektorin des DSV, Nadine Stegenwalner, einen Eindruck von den Para World Sailing Championships in Kiel zu verschaffen. „Ich freue mich, dass der IPC-Vizepräsident unserer Einladung gefolgt ist. Kiel wird ihn überzeugen“, ist sich Andersen sicher.

In keiner Sportart wird die Inklusion so perfekt gelebt, denn nirgendwo sonst können Behinderte und Nichtbehinderte auf gleichem Niveau gegeneinander antreten. Zudem hat die Kieler Woche seit 2000 die 2.4mR in das Regattaprogramm integriert, seit 2008 auch als offene Klasse ausgeschrieben. Und letztlich unterstreicht der Bau der behindertengerechten Rampe und Stege Kiels Einsatz.

Zum ersten Mal in Kiel am Start ist die Hansa 303, die als Einstiegsklasse für Neusegler/innen gilt und besonders leicht und sicher zu segeln ist. Dank der großen Verbreitung akquiriert die Hansa Segler aus neuen Nationen. Bei der Wiederaufnahme in den paralympischen Status dürften wieder die Sambatrommeln erklingen.

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