Lückenhafte Windversorgung

45 waren gestartet, 27 kamen nur ins Ziel. Beim Rendezvous der Klassiker segelten die klassischen Yachten zum Jubiläum der Aalregatta anstatt wie gewohnt auf der Kieler Innenförde in diesem Jahr nach Eckernförde. Das Lotteriespiel mit den Bedingungen endete für viele im Windloch und zwischen Wellenbergen.

Während die Rennyachten auf dem 28 Seemeilen langen Kurs schnell nach Eckernförde kamen, hatten die Klassiker zum Teil schwer mit dem Winden zu kämpfen. „Wenn wir zwei Stunden früher gestartet wären, hätten wir es alle bis ins Ziel geschafft“, ist sich Jens Burmester, Mitorganisator des Klassiker-Rendezvous, sicher. Zu Beginn blies der Wind noch anständig. „Wir hatten eigentlich ein bisschen zu viel Zeug oben. Die alte Damen hat ordentlich geschaukelt“, berichtet er von seinem Spitzgatter „Astral“. Während sich Jens Burmester nach sechs Stunden und zehn Minuten auf dem Wasser zufrieden zeigte, waren andere weniger glücklich. Denn als das Gewitter durchgezogen war, sei die Windversorgung lückenhaft geworden. Die hohe Welle in der Eckernförder Bucht stand weiterhin, doch der Wind war weg. „Einige haben sich auf der Stelle um 360 Grad gedreht“, erzählt Burmester. Aufgeben war für so manch eine Crew die einzige machbare Lösung.

Edwina von Posern Herzogin zu Mecklenburg segelte auf der “Germania VI” mit. Foto: segel-bilder.de

Mit auf der Bahn war auch die „Germania VI“, die Segelyacht der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung. Sie ist in den vergangenen Monaten mit frischem Wind unterwegs und mit ihrem grünen Rumpf und der Yawl-Betakelung ein weit bekannter Botschafter des Seesegel-Sports. Zur Kieler Woche präsentierte sich das 1963 gebaute Aluminium-Schiff mit junger Crew und prominentem Besuch an Bord. Edwina von Posern Herzogin zu Mecklenburg, die Urenkelin von Prinz Heinrich, segelte das Rendezvous der Klassiker von Kiel nach Eckernförde mit. „Sie ist ganz unkompliziert. Wir haben in Eckernförde das Anlege-Bier gemeinsam getrunken“, berichtete Skipper Jens Seiderer.

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Nach drei Stunden und 41 Minuten kam die 12mR „Trivia“ als erste in Eckernförde an und gewann damit auch in der Gruppe 1. Der Colin Archer Spitzgatter „Gudrun III“ konnte die zweite Gruppe gewinnen und der 55er Schärenkreuzer „Sonja“ hatte in der dritten Gruppe den Bug vorn. „Hugin“ (nord. Kreuzer) siegte in der 4. Gruppe, „Tümmler“ (15m2 JK) in der 5. Und das Folkeboot „Lord Jim“ entschied die 6. Gruppe für sich.

„Es ist keine Sieger-, eher eine Gewinnerehrung“, so Burmester in Eckernförde. Denn das Glück stand während der Regatta doch sehr im Vordergrund. Auch wenn die Klassiker in Eckernförde ihre eigene Siegerehrung hatten, wurde die Abschlussveranstaltung im Kieler Yacht Club vermisst. „Die Verbindung von Rendezvous der Klassiker und Aalregatta wird eine Eintagsfliege bleiben.“ Es habe zwar auf der längeren Strecke viele spannende Szenen gegeben, und das Regattafeeling sei toll gewesen, doch in der großen Masse von über 300 Booten seien die Klassiker untergegangen. „Wir wurden nicht so wahrgenommen, und das ist schade.“ Das Schaulaufen vor Publikum entfiel und auch das Päckchenliegen im Eckernförder Hafen ermöglicht es den Booten nicht, sich zu präsentieren. Bereits die Meldezahlen hatten weit unter denen der Vorjahre gelegen. Normalerweise sei das Feld mit etwa 70 bis 75 Booten besetzt.

Tolle Anbklicke boten die Klassiker auf ihrer Regatta. Foto: ra

35 Boote segelten dann am Sonntag auch von Eckernförde zurück nach Kiel. Allerdings gibt es dafür eine gesonderte Wertung. „Wer möchte, darf mitsegeln. Aber es ist nicht mehr unsere Veranstaltung“, erklärt Jens Burmester.

Im kommenden Jahr sollen dann wieder alle Holzschönheiten zusammenkommen. Dann wird das Rendezvous der Klassiker zur Classic Week ausgedehnt. Um die 150 bis 180 Yachten werden erwartet. „Zu dem Konzept auf der Innenförde stehe ich nach wie vor. Das Segeln vor der Kulisse ist deutlich wirksamer.“ Es soll wieder ein Schaulaufen werden.

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