Mit der Hansa 303 zu paralympischen Spielen?

Sonne und Wind, aber auch viele starke Böen, lautete Jens Krokers Fazit, nachdem er seinen Hansa 303 wieder an Land gezogen hatte. Zwei Rennen hatte die Boostklasse zum Auftakt der Eurosaf Para Sailing Championships gesegelt. Platz zwei hinter dem Polen Piotr Cichocki und vor dessen Landsmann Waldemar Wozniak so das Resultat für den zweifachen Paralympics-Medaillengewinner im Sonar.

Den Ersten zu schlagen ist schon schwierig, da muss ich noch zulegen“, erklärte Kroker. Er sitze erst zum neunten Mal in diesem Boot, und da es am Hansa 303 nicht so viel einzustellen gebe, sei das Bootsgefühl entscheidend. Sein polnischer Gegner hat sich einen Vorsprung im Training erarbeitet. Mindestens 50 oder vielleicht auch 100 Tage habe Piotr Cichocki bereits in der Bootsklasse gesegelt und liegt damit im Erfahrungssegeln vorn. „Es gewinnt, wer die Karre am schnellsten segelt.“ Trotzdem zeigte sich Jens Kroker zufrieden. „Es hat Spaß gemacht.“ Mit dem Blick auf den Wind, der morgen auffrischen soll, sagte er: „Mal sehen, was da noch kommt.“

Jens Krokers Lieblingsboot sei der Hansa 303 nicht gerade, daher habe er in diesem Jahr bisher auch noch keine Lust gehabt, vor der Kieler Woche darin zu sitzen. Doch die Entscheidung für die Hansa 303 sei eine strategische. Denn so trete er nicht direkt gegen Heiko Kröger im 2.4mR an, sondern besetze auch die zweite Para-Bootsklasse, für die eine Bewerbung für die Paralympics 2024 läuft.

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Gute Chancen, sieht Jens Kroker, dass Segeln das Rennen für die paralympischen Spiele machen wird. Er sitzt in der Athletenkommission und auch, wenn er keinen Überblick habe, wie der Vergleich zu anderen Sportarten aussieht, so ist er doch überzeugt, dass das Segeln als sehr inklusive Sportart überzeuge. „Wir sind viel besser aufgestellt als noch bei der Bewerbung für 2020.“ Nun sei der nächste wichtige Schritt, dass bei der kommenden WM 32 bis 35 Nationen an den Start gehen.

Auch die 2.4mR hatten ihre ersten zwei Rennen im Rahmen der Para-EM. Nachdem Heiko Kröger zunächst dem Franzosen Damien Seguin den Sieg überlassen musste, ließ er ihm den Vortritt kein zweites Mal. Nach einem Sieg im zweiten Rennen wird er momentan an der Spitze des Klassements geführt. Der Italiener Antonio Squizzato liegt auf dem vierten Rang, dicht gefolgt von Lasse Klötzing.

Das große Feld der Laser Radial wurde in zwei Gruppen aufgeteilt. Insgesamt 97 Segler sind am Start und wollen sich den Weltmeistertitel sichern. Nach zwei gesegelten Qualifikationsrennen hat Alexander Arian (Polen) die Spitze übernommen. Auf die Ränge zwei und drei haben sich zunächst Josh Armit (Neuseeland) und Caelin Winchcombe (Australien) gesetzt. Die deutschen Segler konnten am ersten WM-Tag weniger überzeugen. Die Bestplatzierten sind Moritz Peitzner auf dem 36. Rang, Roko Mohr auf dem 39., Maximilian Walkenbach auf dem 47., Felix Laukhardt auf dem 48. Platz.

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