Schnelle Wechsel – aber ohne Ball

Champions League, Bundesliga, Kellerduell: Die Fußballsprache ist auch im Segelsport angekommen. Am zweiten Tag der ersten Women’s Sailing Champions League vor Kiel brachte Tobias Schadewaldt, einer der Kieler-Woche-TV-Moderatoren, das Kellerduell ins Spiel.

Anlass war das soeben beendete elfte Rennen, das bei den Frauencrews noch viel Platz nach oben ließ. Sie hatten mit Böen und dem aufgefrischten Wind zu kämpfen. Das sage allerdings nichts über die Güte der Bedingungen aus, denn es waren die Mannschaften der unteren Klassementhälfte am Start, erklärte Schadewaldt. „Die Top-Teams sind in dem anderen Flight. Bei denen sieht das anders aus.“

„Wir haben gut gearbeitet“, zeigte sich die Holländerin Milah Wouters vom International Yacht Club Amsterdam trotzdem zufrieden mit dem Rennen. Sie haben als Crew gut zusammengearbeitet und den Sieg im elften Rennen eingefahren. „Das geht nur mit allen“, betont sie die Bedeutung des Teamgedankens. „Mehr Wind bedeutet mehr Schwierigkeiten, mehr Kraft und mehr Geschwindigkeit.“

Anzeige

Das darauffolgende Rennen, in dem die Topplatzierten gegeneinander antraten, sicherte sich erneut der Royal Danish Yachtclub. Sie konnten fünf weitere Rennsiege einfachen und führen nach elf Flights weiterhin das Gesamtklassement an.

Ihre Landsfrauen vom Hellerup Sejlklub wechselten sich im Laufe des Tages mit dem Deutschen Touring Yacht-Clubs auf dem zweiten Rang ab. Die deutsche Crew konnte ordentlich zulegen und verbuchte nach elf Flights fünf Rennsiege – lag zu dem Zeitpunkt knapp hinter den beiden dänischen Teams. Auch in den direkten Duellen zwischen ihnen und den führenden Dänen gaben sich beide nichts.

Kontakt zur Spitze hält auch der Akademische Segelverein Warnemünde. Einen glatten Durchlauf hatten sie im 15. Rennen. Bereits am Start hatten sie die Bugspitze vorn und ließen sich die Führungsposition auch bis zum Zieleinlauf nicht mehr nehmen.

Zwischen elf und 16 Minuten geben die vier oder fünf Frauen auf den J/70 alles, dann ist bei den momentan vorherrschenden Bedingungen ein Rennen im Bundesliga-Format vorbei. Die Boote werden durchgetauscht und nach einem kurzen Durchatmen geht es Schlag auf Schlag weiter. Schnelle Wechsel – aber ohne Ball: Ebenso bleiben Abstiegskämpfe oder Abseitsregeln dem Fußball vorbehalten, zumindest noch.

Kommentieren
*Pflichtfelder. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht