Seeregatten für das pure Glück

Mit der Rückregatta von Eckernförde nach Kiel hat der erste Part des Seesegelns zur Kieler Woche seinen krönenden Abschluss gefunden. Eckart Reinke, der Organisationsleiter der Seeregatten freute sich über „kaiserliche Bedingungen“ am Sonntag und begeisterte sich an einer „Spinnaker-Perlenkette von Eckernförde bis Gabelsflach“.

Mit Rückenwind nach dem Start sorgte die Flotte der Yachten für einen prächtigen Anblick in der Eckernförder Bucht, bevor die Crews auf einen kurzen Schlag in Richtung Ziel am Kieler Leuchtturm abbogen. Noch vor 12 Uhr und damit in einer Segelzeit von weniger als zwei Stunden waren mit der „Itelligence“ der Brüder Sach und der dänischen „Black Marlin“ (Jan Andersen) die ersten Boote im Ziel.

Helge und Christian Sach konnten mit der schnellen Fahrt die erfolgreiche Nachwuchswerbung für den großen Regattasport fortsetzen. Denn an Bord waren die Opti-Segler Johann und Anton, die Söhne von Christian Sach. „Das ist super mit den beiden. Man muss nur einmal was erklären, schon haben sie es parat. Das gelingt mir sonst nicht mal bei Helge“, erzählte Christian mit einem Schmunzeln. Die Söhne bewegten sich völlig sicher auf dem Trampolin des M32-Katamarans, wussten, wie sie mit den Schoten, Fallen und Streckern umzugehen haben. Auf die Frage, wer an Bord das Kommando führt, mussten die jungen Sportler allerdings zugestehen: „Man kriegt schon ordentlich Order!“ Bei Spitzengeschwindigkeiten über 20 Knoten am Wochenende ist das aber wohl auch notwendig. Ein großes Lob gab es von Christian Sach für die Wettfahrtleitung: „Das hat wirklich alles reibungslos geklappt.“

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Auch Oliver Schwall, Organisator des Nordsteam Race, das am kommenden Sonntag im Rahmen der Kieler Woche gestartet wird, freute sich über den gelungenen Auftakt zur Kieler Woche: „Wir haben uns mit den fünf Club-Swan 50 schon mal auf die nächsten Tage eingestimmt. Es war wirklich alles perfekt organisiert. Wir hatten viel Spaß und einen schönen Tag an Bord.“

Das Lob passte in das Bild, das Organisationsleiter Eckart Reinke von dem Geschehen hatte: „In Eckernförde war es schön voll und eine tolle Stimmung. Mit dem 180-Grad-Dreher des Windes über Nacht konnten wir am Samstag und am Sonntag jeweils lange Spi-Kurse bieten. Es schien, dass alle sehr glücklich waren.“

Christian Sach freute sich mit seinen Söhnen Anton und Johann segeln zu können. Foto: segel-bilder.de

Freude sprach jedenfalls auch aus dem Gesicht von Kirsten Harmstorf, der Steuerfrau auf der „Tutima“. Mit ihrer Frauen-Crew blieb sie bei der Hinregatta zwar etwas in einer Abdeckung hängen und musste sich mit Platz sechs in ihrer Klasse begnügen, bei der Rückregatta lief aber alles nach Plan: „Das war heute sehr gut. Der Spinnaker-Start ist zwar etwas ungewohnt, hat aber gut geklappt. Und auch sonst lief es trotz einiger Teamumstellungen rund“, berichtete Harmstorf. „Unser Fokus liegt allerdings mehr auf den Up-and-Down-Wettfahrten der nächsten Tage. Da wollen wir für die WM im Juli trainieren und würden gern auf das Treppchen segeln.“

Aus reiner Freude am Segeln ist der deutsch-polnische Profisegler Karol Jablonski am Start. Mit seinem Eissegel-Kumpel Bernd Zeiger ist er als Zweier-Crew den Kieler-Woche-Auftakt gesegelt. „Wir haben am Donnerstag spontan entschieden, hier mitzusegeln“, berichtete Jablonski. Und Bernd Zeiger ergänzte: „Eigentlich hätte ich für die Kieler Woche meinen Liegeplatz räumen müssen. Und wie verhindert man das? Man meldet einfach für die Regatta.“ Mit der taktischen Leistung waren beide sehr zufrieden. „Bei den Manövern fehlen aber ein paar Hände“, erklärte Jablonski, der die Arbeit auf dem Vorschiff zu erledigen hatte. „Ich habe in meiner Karriere schon alle Positionen besetzt. Warum also nicht?“ Von Steuermann Zeiger gab es jedenfalls Lob für die Arbeit am Spinnaker: „Wir haben die Halsen ohne jedes Chaos hinbekommen.“

Nach dem Ende der Fußball-Partie Deutschland und Mexiko durften sich die beiden wie die gesamte Flotte der Yachten zum Welcome-Race, Aalregatta und Rendezvous der Klassiker auf die Siegerehrung freuen.

Ergebnisse und Meldelisten finden Sie unter www.manage2sail.com

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