Senatspreis zur Kieler Woche: Mittelstrecke mit nautischem Anspruch

Der Senatspreis gehört bei den Offshore-Regatten der Kieler Woche (16. bis 24. Juni) zu den traditionellen Seebahn-Wettfahrten. Doch auch Traditionen kann man durch Modifizierungen beleben. So auch die Mittelstrecke, die am 21. Juni ausgesegelt wird.

Beim Senatspreis der Freien und Hansestadt Hamburg, der um feste Seezeichen gesegelt wird, werden die Tonnen mit Wegepunkt-Nummern versehen. Erst am Abend vor dem Start wird die Wahl der Tonnen, die anzusteuern sind, bekanntgegeben. Die Auswahl trifft die Wettfahrtleitung nach Wind und Wetter. „Wir möchten erreichen, dass die Aktiven mehrere Möglichkeiten haben, die Tonnen zu runden“, so Wettfahrtleiter Ralf Paulsen. Es gibt keinen festen Kurs, sondern freie Wahl und freie Reihenfolge der Tonnenrundung. Die Teilnehmer müssen sich somit mit der Wettervorhersage, den unterschiedlichen Bootsgeschwindigkeiten auf verschiedenen Kursen und anderen navigatorischen Herausforderungen auseinandersetzen, um die jeweiligen Tonnen in der optimalen Reihenfolge anzusteuern.

„Wir haben viele Optionen geprüft, wie wir nachvollziehen können, dass die Starter die Tonnen gerundet haben, ohne dass wir an allen Tonnen vor Ort kontrollieren müssen“, so Eckart Reinke, zuständig für die Offshore-Regatten der Kieler Woche. Die Lösung: ein „Selfie“ mit der Tonne. Dieses Foto wird via WhatsApp-Gruppe an den Ergebnisdienst und die Konkurrenz geschickt. „So entsteht eine Interaktion mit der Konkurrenz, die verfolgen kann, wer wie weit ist“, ergänzt Paulsen. Auch wenn eventuelle Funklöcher stören und nicht alle Tonnenrundungen in Echtzeit mitgeteilt werden können, müssen die Tonnenfotos vorhanden sein und können gegebenenfalls von der Wettfahrtleitung angefordert werden. Der Start soll am Morgen in der Strander Bucht erfolgen, Ziel ist am Leuchtturm Kiel.

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Gemeinsam mit den Vertretern der Regatta-Vereinigung Seesegeln hatte Eckart Reinke beim deutschen Seesegelauftakt, der Maior in Kiel-Schilksee, über Möglichkeiten gesprochen, wie die Mittelstrecke belebt werden kann und wie nautischen Aufgaben als neue Herausforderung eingebaut werden können.

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