Zu zweit „Ready to race“

Drei Starts, drei unterschiedlich lange Strecken von 30 bis 120 Seemeilen: Morgen startet zum ersten Mal im Rahmen der Kieler Woche die Double Hand Challenge. Am heutigen Mittwoch geht es in Richtung Schleimünde, am Donnerstag und Freitag segeln die Double Hander in der großen Flotte im Senatspreis und beim Silbernen Band mit. Sechs Yachten der...

Drei Starts, drei unterschiedlich lange Strecken von 30 bis 120 Seemeilen: Morgen startet zum ersten Mal im Rahmen der Kieler Woche die Double Hand Challenge. Am heutigen Mittwoch geht es in Richtung Schleimünde, am Donnerstag und Freitag segeln die Double Hander in der großen Flotte im Senatspreis und beim Silbernen Band mit.

Sechs Yachten der unterschiedlichsten Bootstypen haben gemeldet, darunter auch eine L30, die als ein möglicher Bootstyp für die neue olympische Mixed-Doublehand-Offshore-Disziplin gehandelt wird. Skipper der „Sharifa“ ist Rasmus Töpsch aus Strande.

„Eigentlich ist die L30 eher für große Crews konzipiert“, sagt der Segler, während er sich im großzügig gestalteten Cockpit einmal um die eigene Achse dreht. Doch sie habe bereits ihre Short-Hand-Fähigkeit unter Beweis gestellt und sei mit Doublehand-Crews in den unterschiedlichsten Bedingungen getestet worden. „Es hat bereits 44 Knoten Wind und vier Meter Welle erlebt. Fährt aber auch schon bei vier Knoten Wind.“ Der Vorteil, die L30 zu zweit zu segeln, liege vor allem darin, dass es sich um ein sehr gewichtssensitives Boot handelt, dass deutlich agiler bei geringerem Crewgewicht und weniger Equipment sei. Zurzeit werden gerade 21 Boote dieses Typs in Kiew gebaut, so Rasmus Töpsch.

Mit 2,54 Metern ist die L30 straßengängig, erklärt der Skipper weitere Vorteile. „Es werden keine Sondertransporte benötigt und man kann ohne Ausnahmegenehmigung beispielsweise bis Italien trailern.“ Die Handhabbarkeit sei gut und das Boot schnell auf dem Trailer und wieder ins Wasser gebracht. Gleichzeitig sei es mit den 30 Fuß auch ein ernstzunehmendes Hochseeschiff. Zudem sei das Preisargument gut: Mit 120.000 Euro sei es „ready to race“.

Einen Kritikpunkt habe es von Seglerseite gegeben: das Doppelsteuer. „Wer von der Pinne kommt, fängt beim Rad bei Null an. Aber der Vorteil ist, dass es jeder Zuschauer versteht.“

Und dann kommt Rasmus Töpsch ins Schwärmen: „Es hat eine gigantisch gute Durchlässigkeit.“ Egal ob Einhand, zu zweit oder mit Crew – umbauen müsse er nichts. „Es lässt sich sehr ausgewogen segeln. Du stellst das Ruder fest und hast eine Minute Zeit, auf dem Schiff rumzuturnen. Wenn es gut getrimmt ist, läuft es wie auf Schienen.“ Die Segelfläche sei ausreichend groß, um spektakulär zu sein. Das für die ORC-Rennen zugeschnittene Großsegel sei dagegen eher mickrig. „Die L30 passt absolut nicht in ORC. An der Kreuz sehen wir keine Sonne. Nur bei viel Wind auf dem Vorwind-Kurs fährt er die Vermessungs-Punkte raus.“ Für die kommenden Tage wird es aber für die „Sharifa“ nur das beschnittene Segel geben. „Wir gehen ergebnisoffen an die Regatta heran. Wir hatten bisher noch keine richtige Segelanweisung.“ Daher wissen sie bisher nur, dass sechs Boote gemeldet wurden. „Das ist schade, dass es nur so wenige Boote sind. Die First 367 wird mit unserem Vermessungsnachteil schwer zu schlagen sein.“ Alle anderen könnten schlagbar sein, daher rechnet er mit einem Platz zwischen zwei und sechs.

Sein Crewpartner ist Andreas Deubel. Ingesamt gibt es unter den sechs gemeldeten Crews nur eine Mixed Mannschaft – alle anderen sind reine Männer-Segel-Partnerschaften. Weshalb nicht mehr Teams bereits aus Frau und Mann bestehen, wie im olympischen Programm vorgesehen, begründet Töpsch damit, dass gute Seglerinnen mit Offshore-Ambitionen rar gesät und meist in anderen Kampagnen gebunden seien.

Die ist ein möglicher Bootstyp für die neue olympische Mixed-Doublehand-Offshore-Disziplin. Für die WM 2020 ist sie gesetzt, für die Olympischen Spiele 2024 noch nicht.

Hinweis:

Die olympischen Klassen 49er, Finn, Laser, Laser Rad segeln ab heute (13 Uhr) bis Sonntag, den 30. Juni, um die Kieler Woche-Titel.

Ab 15 Uhr steigen die Nacra 15 und 49er FX ein.

Morgen gehen zusätzlich die 420er, J24, J70 und J80 an den Start.

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