America’s Cup-Sieger im A-Cat am Start in Warnemünde

Die 81. Warnemünder Woche (7.-15. Juli) erstrahlt im America‘s Cup-Glanz. Unter den 100 A-Cats, die im Rahmen der Warnemünder Woche um den Europacup-Titel kämpfen, tritt auch der America’s Cup-Sieger Glenn Ashby an.

Der australische Skipper des „Team New Zealand“ hat zig Katamaran-WM-Titel gehamstert und startet nun bei der offenen EM. Den ersten A-Cat-Titel gewann Ashby bereits 1996 als 18-Jähriger in Spanien und ließ bis heute acht weitere folgen.

„Wir haben ein starkes Feld und freuen uns natürlich, dass solche Ausnahmesegler wie Glenn Ashby bei uns in Warnemünde antreten“, so Guido Schulte (Mecklenburger Segelverein Wismar), selbst erfolgreicher A-Cat-Segler, bei der Pressekonferenz im Neptun-Hotel. Die beliebte Konstruktionsklasse, die vom 7. bis 14. Juli ihre Europeans aussegelt, gehört zu den innovativsten Klassen, die nur durch wenige Vorgaben begrenzt in einer sogenannten Box-Rule segeln. Für die 1956 ins Leben gerufene Katamaran-Klasse sind die Länge (5,49 Meter), die Breite (2,30 Meter), die Segelfläche (13,94 Quadratmeter) sowie das Minimalgewicht (75 Kilogramm) reglementiert. Diese große Freiheit in den Konstruktionen führt dazu, dass sogenannte „lowrider“, die auf den Kufen schwimmen, gegen die fliegenden Foil-A-Cats antreten. Für die nicht-foilenden Kats und die Frauen am Start gibt es jeweils eine Extrawertung.

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Doch der Blick richtet sich natürlich auf die höchste Entwicklung der A-Cats, die fliegenden Foiler. Und hier zählt der 40-jährige Australier Glenn Ashby sicherlich zu den Favoriten. Bereits neun WM-Titel im A-Cat, insgesamt 16 WM-Titel auf Katamaranen und die Silbermedaille als Vorschoter von Darren Bundock auf dem Tornado in Quingdao (China/2008) stehen in der Erfolgsliste des Australiers, der sich im Vorjahr als Skipper beim America’s Cup mit Steuermann Peter Burling selbst ein Denkmal setzte.

Zum dritten Mal in der 166-jährigen Geschichte des America’s Cups holte das „Team New Zealand“ den ältesten Sportpokal der Welt nach Neuseeland. Bei der 35. Auflage der traditionsreichen Regatta besiegte das Emirates-Team Titelverteidiger Oracle Team (USA) vor Bermuda 7:1.

Auch bei der Vorbereitung zur geplanten Titelverteidigung 2021, dann auf Monohulls, ist der Katamaran-Spezialist an Bord, denn die Boote mit der maximalen Rumpflänge von 20,6 Meter (68.5 Fuß) und der Länge von 75 Fuß über alles mit dem Bugspriet, sind eher Kraken denn Einrumpfboote.  Die schwenkbaren Foil-Arme haben eine maximale Spannweite von 4,1 Metern.  Herausforderer der Neuseeländer sind dann übrigens die „Luna Rossa“ (Circolo della Vela Sicilia/Italien), „American Magic“ (New York Yacht Club/ USA) und „Ineos“ (Royal Yacht Squadron Racing/Großbritannien) mit Sir Ben Ainslie. Dem fünfmaligen Olympiamedaillengewinner steht der Sponsor Ineos mit 126 Millionen zur Seite.

Da ist das A-Cat-Segeln schon deutlich günstiger. Gebrauchte regattafähige „lowrider“ gibt es schon ab 10.000,- Euro. Ein neuer foilender A-Cat liegt bei rund 22.000,- Euro. (hel)

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