Laser-Nachwuchs aus über 40 Nationen in Schilksee

Wohl kaum eine Jolle ist international so verbreitet wie die der Laser-Klasse. Das 4,23 Meter lange Boot deckt den Nachwuchsbereich ebenso ab wie den olympischen. Daher passe diese Klasse perfekt zu Kiel, erklärte dann auch der Organisationsleiter der Kieler Yacht-Club-Regatten, Dirk Ramhorst, mit Blick auf die Laser Radial Youth World Championships vom 18. bis 25. August vor Kiel Schilksee.

Innerhalb von zwei Jahren hat die Laser-Klassenvereinigung bereits ihre vierte Weltmeisterschaft nach Kiel vergeben. Der WM des 4.7-Nachwuchses und der Laser Radial U21-WM im Jahr 2016 sowie der Radial Männer WM zur Kieler Woche in diesem Jahr folgen nun die Laser Radial Youth World Championships (U-19).

Vom 18. bis 25. August kommt es zu einem Stelldichein des internationalen Laser-Nachwuchses. Über 370 Aktive zwischen 15 und 18 Jahren aus 44 Nationen beherrschen dann acht Tage lang das Treiben im Norden Kiels. Nach der Vermessung beginnt die WM mit der Eröffnungsfeier am Sonntag, 19. August, bevor zwölf harte WM-Rennen auf dem Programm stehen: An sechs Tagen (20. bis 25. August) werden jeweils zwei Wettfahrten gesegelt.

Anzeige

Bei den Jungen stehen 270 Starter aus 42 Nationen auf der Meldeliste. Natürlich stellt die deutsche Flotte als Gastgeber mit 39 Nachwuchsseglern das größte Team, gefolgt von den Briten mit 23 Jungen.

Mit einem neunten Platz kehrte Julian Hoffmann (Jahrgang 2002) von den Youth Sailing World Championships (YSWC) aus Corpus Christi/USA zurück. Der Gymnasiast vom Oberstdorfer Sportgymnasium, an dem sonst eher Wintersportler die Schulbank drücken, kennt das Kieler Revier nur zu gut. Bei den diesjährigen Young Europeans Sailing (YES) über Pfingsten gewann Hoffmann, bei der Kieler Woche belegte er Rang sechs.

Gut vorbereitet geht auch Justin Barth (Berliner YC), Hoffmanns Teamkollege aus der DSV-Nachwuchs-Nationalmannschaft, ins WM-Rennen. Der 17-jährige Schüler belegte bei den YES-Regatten Rang zwei und bei der Kieler Woche Rang 15. Fabian Kohoff (YC Berlin-Grünau) und Lennart Wirth (FV Tourensegler Grünau) ergänzen das DSV-Nationalmannschafts-Quartett.

Das Kieler Revier intensiv erkundet hat auch Gauthier Verhulst. Der Schweizer (Jhg. 2001) nutzte sogar die gesamte Kieler Woche zur U-19-WM-Vorbereitung. Im ersten Teil belegte der erst 16-Jährige bei den Laser Radial Open Rang neun, bei der Laser Radial WM der Männer folgte Platz 27. Im August geht es für den Schweizer auch um den U-17-Titel.

Zu den Favoriten zählt sicherlich der Neuseeländer Josh Armit, der in Corpus Christi mit zwölf Punkten Vorsprung vor Argentiniens Juan Cardozo und dem amtierenden Weltmeister bei den Laser Radial Männern, Zac Littlewood (Australien), gewann. Für Armit war es eine perfekte Vorbereitung für die Jugendweltmeisterschaft in Kiel. „Es ist ein tolles Gefühl, diese Regatta zu gewinnen. Ich habe diese Woche viel gelernt und die Möglichkeit gehabt, verschiedene Dinge in dieser Flotte zu testen“, so Armit nach dem YWSC-Sieg in den USA.

Bei insgesamt 101 Meldungen aus 30 Nationen stellt Deutschland bei den Mädchen mit 17 Teilnehmerinnen ebenfalls die größte Flotte in Kiel. Es folgen Großbritannien mit zehn Teilnehmerinnen, Italien mit neun und die Niederlande mit acht Starterinnen.

Mit Lina Kristin Fischer (Segler-Verein Grossenheidorn), Vanessa Gregor (Remscheider Segelyachtclub), Katharina Schoch (Stuttgarter Segelclub), Theresa Wierschin (Akademischer Segelverein zu Greifswald) und Ellen Wittenberg (Seglervereinigung 1903 Berlin) ist die gesamte DSV-Nachwuchs-Nationalmannschaft am Start.

Wie Julian Hoffmann kehrte auch Julia Büsselberg mit dem neunten Platz im Gepäck aus den USA zurück. Die 18-Jährige hatte sich bereits bei den YES-Regatten zu Pfingsten vor Kiel die Deutsche Junioren-Meisterschaft gesichert, holte dann  Rang neun bei den Youth Sailing World Championships in Corpus Christi und startete anschließend bei den Worlds in Aarhus.

Laura Schewe, wie Büsselberg im DSV-Nachwuchskader, vertrat Deutschland im Vorjahr bei der YSWC und belegte Rang fünf. Die Altenholzerin ist auf dem heimischen Revier immer für positive Überraschungen gut.

Doch auch bei den Mädchen hat sich die internationale Konkurrenz auf dem Kieler Revier schon akklimatisiert. Insgesamt 13 Nachwuchsseglerinnen aus neun Nationen haben die Kieler Woche zum Regatta-Training für die Nachwuchs-WM genutzt. In dem hochkarätigen olympischen Feld fand sich der Nachwuchs zwar größtenteils im hinteren Teil wieder, aber mit Platz 34 hat zumindest Julia Rogalska aus Polen ein Zeichen setzen können und landete in der ersten Hälfte.

Dazu kommt es in Kiel zu einem großen Treffen der Mädchen, die im Juli an der Youth Sailing World Championships in Corpus Christi teilgenommen haben. Gleich 22 YSWC-Starterinnen treten jetzt vor Kiel an, darunter auch neun Nachwuchsseglerinnen aus den Top Ten, die die hohe Qualität der Laser Radial Youth World Championships unterstreichen.

Dirk Ramhorst freut sich auf die erneute Zusammenarbeit mit der Laser Klassenvereinigung. „Es ist eine passende und angemessene Ergänzung zum hochkarätigen Standard-Programm des Kieler Yacht-Clubs mit Maior, YES und Kieler Woche. Und eine Laser-WM sorgt automatisch für hohe Teilnehmerzahlen und Internationalität“, so der Organisationsleiter. Und der KV-Sekretär der Internationalen Laser-Klassen-Vereinigung, Randolph Bertin, ergänzt: „Kiel bietet hervorragende Organisation und perfekte Voraussetzungen.“ Die bewährte Crew um Dirk Ramhorst und die Agentur Point of Sailing steht bereit, um den Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren hervorragende Bedingungen für faire Wettfahrten zu bieten.

Meldeliste

 

Laser Radial Youth World Championships

Teilnahme für Nachwuchssegler/innen zwischen 15 und 18 Jahren (Jhg: 2000 bis 2003)

Vier WM-Titel sind zu vergeben: Seglerinnen unter19 Jahren, Segler unter 19 Jahren

Seglerinnen unter 17 Jahren, Segler unter 17 Jahren.

 

Programm:

Samstag, 18. August,  9 bis 12 Uhr, 13 bis 18 Uhr: Registrierung, Charter Boot-Vergabe.

Sonntag, 19. August,  9 bis 12 Uhr,  13 bis 18 Uhr: Registrierung, Charter Boot-Vergabe.

14 Uhr: Practice Race

19 Uhr: Eröffnungsfeier

Montag, 20. August, 11 Uhr: 2 Qualifikations-Wettfahrten

Dienstag, 21. August, 11 Uhr:  2 Qualifikations-Wettfahrten

Mittwoch, 22. August, 11 Uhr: 2 Qualifikations-Wettfahrten

Donnerstag, 23. August, 11 Uhr: 2 Qualifikations- oder Finalwettfahrten

Freitag, 24. August, 11 Uhr: 2 Qualifikations- oder Finalwettfahrten

Samstag, 25 August, 11 Uhr, letzter Start bis 15 Uhr: 2 Qualifikations- oder Finalwettfahrten – Abschließend: Siegerehrung

 

Wettfahrten sind vom Montag, 20. August, bis Samstag, 25. August, angesetzt. Gesegelt werden täglich zwei Wettfahrten. Nach den Qualifikations-Rennen sind ab Donnerstag die Finalrennen in den Gruppen Gold, Silber und Bronze geplant. Dafür müssen alle Qualifikations-Gruppen vier Wettfahrten (inklusive eines Streichers) absolviert haben. Auch für die Vergabe des WM-Titels sind vier Wettfahrten das Minimum.  Gesegelt wird auf zwei Bahnen. Wettfahrtleiter sind Mandus Freese und Fabian Bach.

 

 

Kommentieren
*Pflichtfelder. Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht