Folkeboot

##Die erste gesamtskandinavische Einheitsklasse
#Das Nordische Folkeboot

Das Nordische Folkeboot ist ein kleines, einfaches aber seetüchtiges Segelboot, speziell für die Ostsee konstruiert. Es bietet Platz für eine Crew von zwei bis vier Personen und eignet sich sowohl zum Fahrtensegeln als auch für sportliche Regatten.
In Schweden wird das Folkeboot auch mit Spinnaker gesegelt, was aber die Lebensdauer und Steifigkeit der Holzmasten negativ beeinflusst. Deshalb wird hier oft ein Gennaker benutzt.

Das Folkeboot ist ein Langkieler mit Plattgatt-Heck und angehängtem Ruder. Es verfügt über die für Holzyachten typische S-Spant-Form.
Der klassische Folkeboot-Rumpf ist aus Holz und geklinkert. Ursprünglich wurden nur in Skandinavien heimische Hölzer verwendet, inzwischen findet auch das im Bootsbau typische Mahagoni Verwendung. Seit 1976 werden Rümpfe auch aus GFK gefertigt, auch bei Booten aus GFK wird jedoch die klassentypische Klinkerbeplankung abgebildet.
Zum Folkeboot gehört gemäß den Klassenvorschriften ein verleimter Holzmast, erst seit 2001 sind auch Aluminiummasten zugelassen.

Vorlage für das Folkeboot waren Beiträge eines Wettbewerbs der Königlichen Segelgesellschaft zu Göteborg aus dem Jahr 1939, dessen Ziel die Entwicklung eines preiswerten, ostseetauglichen Bootes als gesamtskandinavische Einheitsklasse gewesen ist. Das neue Boot sollte Platz für drei bis vier Personen bieten und möglichst preisgünstig zu bauen sein, um es einer breiten Masse von Eignern zugänglich machen zu können.
Keiner der Vorschläge konnte überzeugen. Der skandinavische Seglerverband beschloss daher, die besten Vorschläge zu mischen. Prof. Ljungberg, Baron Wedell-Wedellsborg und Ing. Stenbäck wurden beauftragt die Pläne für das geforderte Volksboot zu entwickeln. Der endgültige Entwurf durfte nicht mit dem Namen eines bestimmten Konstrukteurs in Verbindung gebracht werden, damit die rechtliche Eigentümerschaft des Nordischen Volksbootes allein beim Skandinavisk Seijlforbund verblieb. Nur so konnte man frei über die Baulizenzen verfügen, die Pläne kostengünstig an Interessierte weitergeben und die Bootsklasse bei Bedarf modifizieren.

Die ausgezeichneten Segeleigenschaften des Folkebootes und die Sicherheit im tiefen Cockpit auch bei erheblicher Lage überzeugten genauso wie der günstige Preis.
Während Rumpf und Kajüte ursprünglich fast ausschließlich aus einheimischen Hölzern gebaut wurden, gewannen im Laufe der Zeit Mahagoni und Teak an Bedeutung – vor allem als Material für Auf- und Ausbauten. Seit 1976 werden Folkeboote auch in Kunststoff gebaut, die ersten GFK-Rümpfe wurden von der dänischen Firma *LM Glasfiber* hergestellt. Zum wesentlichen Förderer dieser Folkeboote aus Kunststoff wurde Erik Andreasen aus Kerteminde in Dänemark. Sein schnelles Folkeboot Tibbe überzeugte die Kritiker. Bis 1996 lieferte *LM Glasfiber* 850 Folkeboot-Rümpfe und stellte dann die Produktion ein. 1997 gründete Erik Andreasen in Estland seine eigene Produktionsfirma *Folkeboat Baltic Ltd*. für GFK-Folkeboote. 2004 konnte er das tausendste Folkeboot aus GFK ausliefern. Bei den Kunststoff-Folkebooten müssen Gewicht und Gewichtsverteilung sowie Form der Holzboote eingehalten werden. Kunststoff- und Holzboote segeln noch heute direkt und vergütungslos auf Regatten gegeneinander.
Folkeboote werden mittlerweile in Dänemark, Deutschland, Estland, Großbritannien und in den USA gebaut. Nachdem der bis dato marktführende Hersteller, die *Folkebåd Centralen* in Kerteminde, mit Rumpfproduktion in Pärnu, Estland, sich aus dem Geschäft mit dem Segelboot verabschiedete, hat diese Sparte ein deutscher Investor übernommen, und die *Folkeboot Centralen* ist nach Hamburg umgezogen.
(*Quelle: Wikipedia*)