Am Aarhus-Himmel schimmern zwei weitere Medaillen

Nach Bronze ist vor der Medaille: Mit dem Erfolg von Laser-Segler Philipp Buhl im Rücken haben die deutschen 49er-Segler bei den Worlds vor Aarhus ihre starke Position für das Medal Race am Samstag (geplanter Start: 14.12 Uhr) gestärkt.

Silber und Bronze schimmern bereits am Himmel von Aarhus für die überraschend stark auftrumpfenden Tim Fischer/Fabian Graf und die Olympiadritten Erik Heil/Thomas Plößel. Denkbar unglücklich verpasste dagegen die deutsche Kat-Crew Paul Kohlhoff/Alica Stuhlemmer das Finale.

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Angst vor der eigenen Courage scheint den Junioren-Vizeweltmeistern von 2016 Fischer/Graf fremd zu sein. Nachdem sie in dieser Saison noch nicht herausragend in Erscheinung getreten waren – zur Kieler Woche waren sie 19., zur Europameisterschaft 15. – landete die Hamburg-Berliner Crew zur WM ein Top-Resultat nach dem anderen. Konkurrenz und Trainer waren von der Vorstellung der talentierten Crew begeistert. Als „legendär“ bezeichneten die nationalen Konkurrenten Heil/Plößel den Lauf der beiden, und Junioren-Trainer Max Groy attestierte ihnen in den schwierigen Windbedingungen von Aarhus einen höchst intelligenten Auftritt. Und Fischer/Graf blieben auch in der Erfolgsspur, als sich das Wetter und damit der Wind vor der dänischen Ostsee-Metropole änderte. Die Beständigkeit zahlte sich aus. Mit einem Vorsprung von 14 Punkten auf den vierten Rang gehen die Youngster am Samstag in das entscheidende Rennen. Die führenden Fantela-Brüder (Kroatien) sind mit 13 Punkten Vorsprung zwar schon weit weg, doch eine Medaille sollte drin sein. Zumal, wenn die Deutschen an ihrer bisherigen Marschroute festhalten. „Wir fühlen uns nicht unter Druck“, sagte Tim Fischer. „Der Druck war eher da, als die Punkte noch sehr eng waren.“

Auch Heil/Plößel liegen bestens auf Medaillenkurs. Neun Punkte beträgt ihr Polster auf die Franzosen Frei/Delpech, und die NRV-Crew ist spätestens seit Olympia gestählt, wenn es darum geht, im entscheidenden Moment die Nerven zu behalten. Knapp am Medal Race vorbei segelten die EM-Sechsten Justus Schmidt/Max Boehme. Nach schwachem WM-Start steigerten sich die Kieler kontinuierlich und lagen als 13. am Ende nur vier Punkte hinter den Top-Ten.

Das 49er-Finale bleibt indes am Wochenende die einzige Entscheidung mit deutscher Beteiligung. Die Skiff-Frauen hatten bereits am Donnerstag enttäuschend die Segel streichen müssen, am Freitag verpasste dann die Kat-Crew Kohlhoff/Stuhlemmer auf extrem ärgerliche Weise den Sprung unter die Top-Ten. Die junge Kieler Mannschaft hat nach mäßiger Vorrunde und einem verpassten ersten Rennen in der Gold-Flotte immer besser zur Form gefunden. Zum Auftakt des Freitag rasten die beiden dann in böigen und kräftigen Winden schnell über den Kurs. Zwischenzeitlich auf Rang eins in der ersten Tageswettfahrt mischten sie stets in der vorderen Reihe mit. Auf dem letzten Downwinder schoben sie sich gerade wieder auf Platz zwei, foilten unter Gennaker über den Kurs, als der Kat zu weit aus dem Wasser schoss, abkippte und mit einem Nose-Dive die Crew abwarf. Die Kenterung war unvermeidlich. Statt einer Top-Platzierung stand Rang 25 in der Liste. Mit den anschließenden Platzierungen 5 und 4 bewiesen die beiden Ehrgeiz und Klasse. Doch das Finale war futsch. Auf Platz 14 fehlten 19 Punkte für die Top-Ten – ohne Kenterung wären die möglich gewesen. Besonders bitter: acht Nationenplätze wurden in Aarhus für Olympia 2020 vergeben, mit Kohlhoff/Stuhlemmer waren die Deutschen neunte Nation.

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