Auf Buhl ist Verlass: WM-Bronze im Laser

Mit dem Wind kam die Medaille: Philipp Buhl hat dem German Sailing Team die erste Medaille bei den Worlds in Aarhus beschert. Der Laser-Segler stürmte über Nacht auf Platz vier (durch eine späte Disqualifikation des ursprünglich viertplatzierten Sam Meech im zehnten Rennen) und entriss im Medal Race dem Briten Elliot Hanson noch die Bronzemedaille.

Platz drei im finalen Rennen führte den Vorzeigesegler des DSV noch auf den dritten Platz. An der Spitze änderte sich nichts mehr. Der Zypriote Pavlos Kontides behauptete Platz eins knapp gegen Matthew Wearn aus Australien.

Der Schlussspurt von Philipp Buhl wurde in dieser Saison einmal mehr belohnt. Nach den Siegen beim Worldcup-Finale und zur Kieler Woche, die er jeweils im letzten Rennen sichergestellt hatte, durfte er nun über eine WM-Medaille jubeln. Zwar hatte der Allgäuer im Vorwege durchaus Ambitionen auf die Goldmedaille angemeldet, aber nach einer wechselhaften WM ist Bronze ein herausragendes Ergebnis. Zwei Rennen vor dem Abschluss hatte Buhl nicht mehr mit einem Medaillengewinn rechnen können. Doch die letzte Wettfahrt in der Goldflotte brachte ihn durch den fünften Platz und die Patzer der Konkurrenz noch einmal in Schlagdistanz zu den Top-Drei. Als dann auch noch ein Protest von Elliot Hanson gegen Sam Meech mit der Disqualifikation Meechs im zehnten Rennen endete, konnte sich der Allgäuer ganz auf den Briten als Konkurrenten um Bronze konzentrieren.

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Doch zu einem direkten deutsch-britischen Duell kam es auf dem Kurs gar nicht. Zur Kieler Woche hatten sich die beiden in der Abschlusswettfahrt noch direkt beharkt, und Buhl hatte Hanson mit dem Zieldurchgang noch den Erfolg auf dem Revier vor Schilksee entrissen. Jetzt aber konnte der Brite der Vorstellung des Deutschen nicht folgen. Während im starken Wind von Aarhus Buhl die Startkreuz an der Spitze segelte, jagte Hanson das Feld vor sich her.

An Tonne eins hatte Buhl als Vierter bereits alle Trümpfe in der Hand, denn sein Bronze-Konkurrent konnte lediglich als Zehnter die Boje runden. Dann gab es auch noch einen Penalty wegen Pumpens gegen Hanson, und Buhl segelte sich auf Platz drei vor. Auf der zweiten Runde gab es an diesen Platzierungen keine Veränderungen mehr. Und mit den Plätzen drei für Buhl und zehn für Hanson ging es ins Ziel. Das reichte für den deutschen Medaillengewinn, der für viel Aufatmen im DSV-Lager sorgen dürfte. Zudem haben sich die deutschen Laser-Segler damit einen Nationenplatz für Olympia 2020 gesichert.

„Es war ein sehr intensives Rennen mit einer langen Kreuz. Ich hatte einen guten Start und konnte mich dadurch von Elliot absetzen“, erklärte Buhl den entscheidenden Moment in dem Rennen. Doch sicher sein, konnte er auch nach der ersten Kreuz nicht. „Es war nicht einfach. Als der Wind runterging, musste man auch die Böen richtig erwischen. Ich hatte das nötige Glück und freue mich daher. Und es war eine gute Werbung für unseren Sport.“ Zu den Goldambitionen sagte Buhl: „Natürlich wollten viele hier den Titel. Im Laufe der Woche habe ich aber ein paar Fehler zu viel gemacht und bin in der Liste bis auch Platz sieben runtergerutscht, daher bin ich jetzt zufrieden.“

Hoffnungen auf einen weiteren deutschen Medaillengewinn gibt es am Samstag, wenn die 49er-Männern in ihr Medal Race starten.

 

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