Aufreger um Penalty gegen Artemis – Enttäuschung bei Land Rover BAR

Tag drei der ersten Runde jeder gegen jeden führte die beiden bisher schwächsten Teams zusammen. Die als Außenseiter in den Cup gestarteten Franzosen von Groupama waren dabei gegen Land Rover BAR weiterhin in der Rolle des Underdogs, obwohl sie – wie auch die Briten – in den Rennen zuvor einen Sieg gegen Artemis Racing (Schweden)...

Tag drei der ersten Runde jeder gegen jeden führte die beiden bisher schwächsten Teams zusammen. Die als Außenseiter in den Cup gestarteten Franzosen von Groupama waren dabei gegen Land Rover BAR weiterhin in der Rolle des Underdogs, obwohl sie – wie auch die Briten – in den Rennen zuvor einen Sieg gegen Artemis Racing (Schweden) gelandet hatten.

Der Start in diesem Auftaktrennen des dritten Tages ging dann auch an die Briten, die sich gleich an die Spitze setzten. Doch die Franzosen blieben konzentriert und dicht dran. An Gate 3 war dann ihre Chance gekommen. Ainslie setzte ein schwaches Tonnenmanöver und die Franzisen um Franck Cammas nutzten die Chance, um vorbeizuziehen. Es war der entscheidende Moment des Rennens. Denn danach fand Ben Ainslie keine Möglichkeit mehr, um noch einmal auf Angriff zu setzen. Cammas fuhr das Rennen trotz eines Eintauchers an der letzte Marke souverän nach Hause und hatte im Ziel einen Vorsprung von 53 Sekunden. „Das war ein weiteres Top-Ergebnis für uns, und die Briten zu schlagen ist immer gut für die Franzosen“, scherzte Cammas. „Wir waren schnell unterwegs, und mit einem großen Abstand zu gewinnen, ist sehr befriedigend.“

Zerknirscht stand dagegen Ben Ainslie ein: „Es war ein sehr frustrierendes Rennen. Respekt vor Frankreich, sie hatten besseren Speed als wir. Wir müssen uns in den nächsten Tagen deutlich weiterentwickeln. Jeder weiß, dass der America’s Cup von der Entwicklung lebt, und wir werden alles geben, um uns in einigen Bereichen zu verbessern.“ Ben Ainslie bleibt damit in der Vorrunde nur ein Sieg. Damit stünde das Team in der reinen AC-Wertung auf dem letzten Platz und droht bereits frühzeitig auszuscheiden. Aktuell können die Briten nur wegen der beiden Zusatzpunkte, die sie sich im vergangenen Jahr durch den Sieg bei der AC World Series ergattert haben, noch ruhig agieren.

Den Aufreger des Tages gab es im zweiten Rennen des dritten Tages, als sich das Emirates Team New Zealand mit 49er-Olympiasieger von Rio, Peter Burling, am Ruder und Artemis Racing mit Nathan Outteridge (49er-Olympiasieger von London) gegenüberstanden. Schon am Start kassierten die Schweden einen Penalty, als sie am Start minimal zu früh dran waren. So musste sich Outteridge zwei Längen hinter die Konkurrenten zurückfallen lassen. Doch sie blieben an den Kiwis dran und die Führung wechselte in einem höchst engen Duell mehrfach. Am letzten Gate entschied sich das Duell dann durch die Entscheidung der Jury auf dem Wasser. Die Schweden kamen auf dem Downwind-Kurs auf Steuerbord-Bug auf das Gate zu, die Kiwis mit Backbord-Bug von der anderen Seite. Als die Neuseeländer die Halse setzten, um in Richtung Ziel ebenfalls auf die linke Tonne zu gehen, zogen die Schweden vorbei. Doch die Jury verhängte einen Penalty, da Outteridge angeblich nicht genug Platz gelassen hätte. So musste Artemis das Emirates Teams New Zealand quasi auf der Ziellinie passieren lassen und war anschließend völlig geschockt von der Jury-Entscheidung. „Wir waren alle der Meinung, dass wir ihnen genug Platz gelassen haben, und ich bleibe auch bei dieser Meinung“, sagte Outteridge. „Leider haben es die Schiedsrichter anders gesehen. So ist es eben. Manchmal ist die Entscheidung auf deiner Seite, manchmal eben nicht.“

Während Burling die Entscheidung als gegeben hinnahm und den vierten Sieg feiern konnte („Es ist wie überall im Sport. Du hast nach der Pfeife zu tanzen und die Schiedsrichter zu respektieren“), hätten die Schiedsrichter ihre Entscheidung nach eigenen Worten gern korrigiert, nachdem sie die Situation noch einmal studiert hatte. Da es aber eine Tatsachen-Entscheidung war, blieb es bei der Artemis-Niederlage.

Im dritten und letzten Rennen des Tages konnten schließlich die Franzosen ihre gute Vorstellung vom Sieg gegen Land Rover BAR nicht wiederholen. Vom Start weg waren sie gegen SoftBank Japan chancenlos und verloren mit einem riesigen Rückstand.

Titelverteidiger Oracle USA war dagegen nach drei Rennen am Vortag ohne Einsatz. Mit vier Siegen in der Vorrunde und einem Zusatzpunkt aus der World Series können die Amerikaner um James Spithill gut gelaunt in die zweite Runde gehen. Gelingt ihnen der Sieg in der Vorrunde wäre das bereits ein wichtiger Schritt in Richtung Titelverteidigung. Denn das brächte bereits einen Zusatzpunkt für den Showdown um den Cup. Nach der Vorrunde, die heute mit drei weiteren Matches fortgesetzt wird, gegen die Herausforderer mit vier Teams in die Halbfinals. Ein Team ist dann bereits ausgeschieden. Oracle USA schaut sich die Halbfinals und das Finale der Herausforderer von außen an.

Gesamtstand nach der ersten Round Robin:

Oracle Team USA (4 Siege/1 Niederlage/1 Zusatzpunkt) 5

Emirates Team New Zealand (4/1/0) 4

Land Rover BAR (1/4/2) 3

Artemis Racing (2/3/0) 2

SoftBank Team Japan (2/3/0) 2

Groupama Team France (2/3/0) 2

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