Big Ben ist zurück in der Erfolgsspur

Das Geschehen des Tages war geprägt von zwei Erkenntnissen: Sir Ben Ainslie kann doch noch siegen, und Artemis Racing bringt die PS aus den Testrennen einfach nicht auf den Rennkurs. Ansonsten verliefen zwei der drei Rennen unspektakulär. Als alles entscheidend erwies sich in den Duellen zwischen USA und Frankreich sowie Großbritannien und Schweden der Start....

Das Geschehen des Tages war geprägt von zwei Erkenntnissen: Sir Ben Ainslie kann doch noch siegen, und Artemis Racing bringt die PS aus den Testrennen einfach nicht auf den Rennkurs. Ansonsten verliefen zwei der drei Rennen unspektakulär. Als alles entscheidend erwies sich in den Duellen zwischen USA und Frankreich sowie Großbritannien und Schweden der Start. Mit dem jeweiligen Vorsprung ließen sich die einmal Führenden das Heft des Handelns nicht mehr aus der Hand nehmen, sondern bauten jeweils den Vorsprung deutlich aus. Die größte Spannung lag dabei in der Flugstatisik und der Frage, ob es einem Team gelingen würde, 100 Prozent des Rennens auf den Foils zu bleiben. Die Prozentzahl war jeweils hoch, doch einen 100-prozentigen Flug konnte noch keine Mannschaft verbuchen.

Mit Spannung wurde indes das erste Rennen des Tages erwartet. Nach der umstrittenen Penalty-Entscheidung gegen Artemis am Montag im Rennen gegen das Emirates Team New Zealand galt das erneute Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften als Revanche-Chance für die Schweden. Und zunächst sah es auch gut aus für das Team um Nathan Outteridge. Artemis gewann den Start und erarbeitete sich einen 20 Sekunden-Vorsprung, nachdem die Neuseeländer einmal tief in das Wasser getaucht waren. „Wir hatten ein bisschen Angst, als unsere Ruder aus dem Wasser kamen“, berichtete Steuermann Peter Burling, der allerdings Schlimmeres verhindern konnte.

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Und so steuerte Burling die Neuseeländer wieder heran und reduzierte den Rückstand auf ein Minimum. Und in einer Wiederholung der Situation von Montag steuerten beide Kats schließlich aus entgegengesetzter Richtung auf das Luv-Tor zu – mit Wegerechts-Situation für Neuseeland. Die Schweden ließen zu wenig Platz, kassierten einen Penalty und verloren erneut das Rennen gegen Burling, der noch einen Vorsprung von eineinhalb Minuten ins Ziel brachte.

Für die Neuseeländer war das bereits der fünfte Sieg im sechsten Rennen, während die Schweden weiterhin bei ihren zwei Siegen bleiben. Und das änderte sich auch im weiteren Tagesverlauf nicht, als die Schweden erneut gegen Land Rover BAR ran mussten. Ben Aisnlie hatte im Startprozedere das bessere Timing, überlief die Schweden mit Speed an der Startlinie und baute danach seinen Vorsprung kontinuierlich aus.

„Wir hatten wirklich ein paar sehr enttäuschende Rennen bisher im America’s Cup“, sagte Outteridge. „Es war sehr eng mit Neuseeland bis wir uns verschätzt haben an der Luvmarke und ihnen erlaubt haben, uns zu passieren. Gegen Ben und Land Rover BAR hatten wir dann einen erbärmlichen Start und das brachte uns komplett aus dem Duell.“

Für das Team um Ben Ainslie war der Sieg wie eine Befreiung: „Nach unseren schlechten Rennen hatten wir in der Nacht eine ziemlich offene Diskussion darüber, was wir verändern müssen. Wir waren von unseren bisherigen Auftritten schon enttäuscht, aber unsere Bootsgeschwindigkeit war gut. Ich bin wirklich stolz auf das Team für die Art und Weise, wie sie das Boot aufgestellt haben. Wie entwickeln uns weiter, und hoffentlich können wir weiterhin gute Rennen segeln.“

Nicht viel Federlesen machte Titelverteidiger Oracle USA mit dem großen Außenseiter Groupama Team France. Das Rennen war schon am Start entschieden, die Franzosen kassierten zudem noch einen vermeidbaren Penalty, als sie die Rennbegrenzung überführen und waren im Ziel schließlich deutlich zurück. Der Abstand war so groß, dass die Amerikaner sogar ein Problem in der Einstellung des Wing-Segels verkraften konnten.

Mit diesem Sieg kletterten die US-Amerikaner wieder an die Spitze des Tableaus. Durch den Zusatzpunkt aus der AC World Series führen sie das Feld vor Neuseeland an.

Tabellenstand:

Oracle USA (5 Siege/1Niederlage/1 Zusatzpunkt) 6 Punkte

Emirates Team New Zealand (5/1/0) 5

Land Rover BAR (2/4/2) 4

Artemis Racing (2/5/0) 2

SoftBank Team Japan (2/3/0) 2

Groupama Team France (2/4/ 0) 2

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