Drohende Ölpest: Vorerst Aufatmen an Frankreichs Westküste

Das Schweröl aus dem gesunkenen Frachter "Grande America wird vorerst nicht die Küste erreichen. Das Risiko bleibt aber bestehen, teilten die französischen Behörden mit.

Die französischen Behörden geben vorerst Entwarnung. Das Schweröl, das aus den Tanks der gesunkenen “Grande America” läuft, die am 10. März in Brand geriet und in der Folge am 12. März sank, wird diese Woche aufgrund der rauen See und den bis zu sechs Meter hohen Wellen nicht die Westküste Frankreichs erreichen. Durch das auslaufende Öl haben sich inzwischen drei Ölteppiche gebildet. Der dritte wurde erst am Freitag an der Unglücksstelle entdeckt, dieser ist 4,5 Kilometer lang und 500 Meter breit. Er könnte ein Hinweis darauf sein, dass weiter Schweröl aus dem Schiff strömt, teilte die Meerespräfektur in Brest mit. Außerdem wurden zwei Container gesichtet, die von der “Grande America” stammen.

Berechnungen, die die Bewegungen der Ölteppiche bestimmen sollen, haben ergeben, dass die Küste vorerst von einer Ölpest verschont bleibt. Die Gefahr einer langfristigen Küstenverschmutzung bleibt aber weiterhin bestehen. Zudem besteht eine akute Gefahr dass es in dem Seegebiet zu einer nachhaltigen Schädigung der Meeresumwelt kommt, teilten die Behörden mit.

Trotz der schlechten Wetterbedingungen kämpfen die Einsatzkräfte gegen die bevorstehende Ölkatastrophe. Es werden schwimmende Barrieren ins Wasser gelassen, um die drei Ölteppiche zusammenzuhalten und danach, so jedenfalls die Hoffnung, das Öl abzupumpen. Ab Dienstag können die Einsatzkräfte wohl wirksamer gegen die Ölteppiche vorgehen, denn es wird besseres Wetter erwartet. Momentan sind mehrere Spezialschiffe im Einsatz: drei von der französischen Marine, zwei von der EMSA (Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs) und heute wird ein Schlepper aus Spanien erwartet. Zudem steht ein weiterer Schlepper im spanischen Santander in Bereitschaft.

Das Gebiet um die Flussmündung Gironde ist besonders gefährdet. Als am Samstag berichtet wurde, dass die ersten Ausläufer des Öls den Küstenort Hourtin erreicht hatten, war die Sorge der Bevölkerung groß, dass es zu einer Umweltkatastrophe kommen würde. Die Meerespräfektur gab aber Entwarnung, es handle sich um organische Stoffe. Die Überwachung dauere aber an.

Am Sonntag, den 10. März war die “Grande America” die von Hamburg auf dem Weg nach Casablanca, Marokko war in Brand geraten und in der Folge gesunken. Die 27 Besatzungsmitglieder konnten gerettet werden. Das Schiff hatte circa 2.000 Fahrzeuge, 320 Container – davon 45 mit Gefahrgut – und 2.200 Tonnen Schweröl an Bord.

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