FSC mit „neuem“ Rekordvorsitzenden

Der Flensburger SC, einer der großen und aktivsten Segelvereine in Schleswig-Holstein, setzt auf Kontinuität. Bei der 129. Generalversammlung wurde der 1. Vorsitzende Jochen Frank einstimmig (bei eigener Enthaltung) im Amt bestätigt. Damit geht er in sein 21. Jahr als Präses und ist der Vorsitzende mit der längsten Amtszeit in der seit 1890 währenden Geschichte des...

Der Flensburger SC, einer der großen und aktivsten Segelvereine in Schleswig-Holstein, setzt auf Kontinuität. Bei der 129. Generalversammlung wurde der 1. Vorsitzende Jochen Frank einstimmig (bei eigener Enthaltung) im Amt bestätigt. Damit geht er in sein 21. Jahr als Präses und ist der Vorsitzende mit der längsten Amtszeit in der seit 1890 währenden Geschichte des FSC.

Der Flensburger Segel-Club kann in seiner Führung auf Beständigkeit und große Treue zum Club setzen, die Jugend verliert der Club aus Glücksburg aber nicht aus den Augen. Im Gegenteil: Unter den Neuaufnahmen des vergangenen Jahres ist bei den ordentlichen Mitgliedern ein rund 50-prozentiger Anteil der Altersklasse U30, bei einer Gesamtmitgliederzahl, die zum Beginn des Jahres bei 788 lag.

In seinem Bericht zum vergangenen Jahr konnte Schriftführer Norbert Erichsen auf eine ereignisreiche Saison auf dem heimischen, aber auch auswärtigen Revieren verweisen. Sportliche Höhepunkte vor Glücksburg waren zwei Europameisterschaften (J24 und Starboote) sowie die Internationle Deutsche Seesegel-Meisterschaft. Eine Rekord-Beteiligung vermeldeten die Mittwochabendregatten, zu der im Jahresverlauf 112 Teilnehmer antraten. Überzeugend verlief die Rückkehr des FSC in die Bundesliga mit dem zehnten Platz zum Saisonabschluss. Auf Landesebene erreichten die FSC-Jugendlichen diverse Erfolge und wurden in die Landeskader aufgenommen. Allerdings gab es auf der Generalversammlung diesmal keine Jugendehrungen wegen herausragender sportlicher Leistungen. „Das ist kein Mast- und auch kein Schotbruch. Mal schlägt das Pendel in die eine Richtung und mal in die andere. Aber wir freuen uns natürlich, wenn wir im kommenden Jahr hier wieder eine Sportlerehrung vornehmen können“, sagte Jochen Frank.

In jedem Fall wäre die Generalversammlung ein würdiger Rahmen für die Ehrung, denn das Clubhaus war bis auf den letzten Platz gefüllt. 185 stimmberechtigte Mitglieder konnte der Vorsitzende begrüßen. Sie hatten vor allem darüber zu befinden, wie der Verein im eigenen Hafen mit der wachsenden Anzahl an Liegeplatzwünschen umgeht. In der Vergangenheit wurde der Mangel über Not- und Springerplätze verwaltet. Die Diskussion dazu hatte bereits im Vorwege der Generalversammlung stattgefunden, und so wurde der Vorschlag einer Pontonbrücke zur Abstimmung gestellt. Die würde 17 neue Plätze schaffen, allerdings auch eine Investitution von 100.000 Euro verlangen. In einer denkbar knappen Abstimmung wurde der Vorschlag mit einer Stimme Mehrheit schließlich abgelehnt. „Das ist gelebte Demokratie. Auch der Vorstand war in dieser Frage gespalten. Jetzt haben wir dazu ein Votum“, sagte Frank.

Ein weiterer wichtiger Punkt war die bisher praktizierte Beitragsfreiheit für Mitglieder mit einer über 50-jährigen Mitgliedschaft. Die Versammlung sprach sich in einer Abstimmung dafür aus, weiterhin Beiträge zu erheben, wenn das Mitglied als Bootseigner die Anlagen des FSC tatsächlich nutzt. Kassenführer Jan Casper war mit dieser Entscheidung nicht unzufrieden. Spült die neue Regelung doch rund 10.000 Euro in die Vereinskassen, deren Etat im vergangenen Jahr durch einige unvorhergesehene Ereignisse über die Etatplanung hinaus belastet worden war.

Nach dieser Entscheidung und der Entlastung für den Vorstnd konnte Jochen Frank zur Abstimmung über die zur Wahl stehenden Vorstandposten schreiten. Frank selbst, Schriftführer Norbert Erichsen und Kassenführer Jan Casper wurden ohne Gegnstimme in ihren Ämtern bestätigt. Neu im Vorstand ist Max Koch, der dem auf eigenen Wunsch ausgeschiedenen Holger Reimer als Takelmeister folgte.

Reimer wurde für seine 13-jährige Vorstandsarbeit mit einer Silberschale geehrt. Für gar 32-jährige ehrenamtliche Tätigkeit im FSC wurde Hans Peter Kjer in den Stand eines Ehrenmitglieds erhoben. Er war getreu dem Kennedy-Motto „Was kann ich für den Club tun?“ – so Frank – stets für den FSC da, bis zum vergangenen Jahr in den Ausschüssen für Aufnahme, Wettfahrt und Leistungssegeln. „Das freut mich wahnsinnig“, erklärte ein sichtlich gerührter Kjer, nachdem ihm die Versammlung mit lang anhaltendem Applaus gedankt hatte.

Jochen Frank setzt mit gestärktem Vertrauen seine Arbeit als Vorsitzender fort – und das offenbar ohne Amtsmüdigkeit: „Die vergangenen 20 Jahre sind wie im Fluge vergangen“, sagte er zum Abschluss.

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