“Gorch Fock” bleibt länger im Dock

Die Stadt Kiel wird wohl länger auf ihr schwimmendes Wahrzeichen verzichten müssen, und die Bundeswehr muss wohl tiefer in die Tasche greifen.

Die Stadt Kiel wird wohl länger auf ihr schwimmendes Wahrzeichen verzichten müssen, und die Bundeswehr muss wohl tiefer in die Tasche greifen. Die Sanierungskosten der „Gorch Fock“ explodieren nach übereinstimmenden Berichten von Kieler Nachrichten und Wilhelmshavener Zeitung auf 100 Millionen Euro. Ursprünglich war beim Eindocken des Segelschulschiffes von Sanierungskosten in Höhe von 10 Millionen Euro ausgegangen worden.

Als die 89 Meter lange Bark vor zwei Jahren in die Werft kam, ging es um die Erneuerung des Stevenrohrs sowie die Überholung des Motors und weiterer Routinearbeiten. Ende 2016 wurden die Arbeiten dann aber gestoppt, da sich herausstellte, dass die inzwischen 60 Jahre alte und ehemals bei Blohm&Voss gebaute „Gorch Fock“ von Grund auf saniert werden muss. Im Januar 2016 gab Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen die benötigten Finanzmittel in Höhe von 75 Millionen Euro frei und damit grünes Licht für einen Weiterbestand des Segelschulschiffs, das in der Offiziersausbildung eingesetzt wird.

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Doch auch diese 75 Millionen Euro reichen nun nicht aus. Die Bredo-Werft in Bremerhaven meldete Nachforderungen für die Sanierung an. Unbestätigt sind bisher die Forderungen über eine gesamte Sanierungssumme von 100 Millionen Euro. Die Arbeiten an der „Gorch Fock“ würden sich nun wohl bis 2019 hinziehen. Damit muss die Bundes-Marine in der Ausbildung weiterhin auf Ersatz zurückgreifen. Im vergangenen Sommer nahm die rumänische „Mircea“ die deutschen Offiziersschüler auf.

Damit bleibt die „Gorch Fock“ auch ihrem Heimathafen Kiel weiterhin fern. Vor allem zu den Windjammer-Paraden zur Kieler Woche war das Segelschulschiff ein prominentes Fotomotiv, das die Parade der Großsegler aus der Innenförde auf die Ostsee hinaus anführte.

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