Großes Spektakel zum Start in den America’s Cup

Der größte Aufreger des Auftakt-Tages war der Rambo-Rempler von Land Rover BAR gegen Softbank Japan im sechsten und letzten Rennen des Tages. Zuvor war der AC mit dem erwarteten Sieg von Titelverteidiger Oracle USA gegen Groupama Team France gestartet. Mit einem Riesenvorsprung waren die Amerikaner über die Ziellinie gegangen und zerstreuten damit die Skepsis nach...

Der größte Aufreger des Auftakt-Tages war der Rambo-Rempler von Land Rover BAR gegen Softbank Japan im sechsten und letzten Rennen des Tages. Zuvor war der AC mit dem erwarteten Sieg von Titelverteidiger Oracle USA gegen Groupama Team France gestartet. Mit einem Riesenvorsprung waren die Amerikaner über die Ziellinie gegangen und zerstreuten damit die Skepsis nach den Testrennen, als sie vor allem durch Kenterungen und Mann-über-Bord-Manöver auf sich aufmerksam gemacht hatten.

Als sich im weiteren Verlauf der Rennen die starken Schweden (Artemis) gegen SoftBank Japan und das Emirates Team New Zealand gegen Groupama durchsetzten, schien der AC in der Spur angekommen zu sein, den viele Experten zuvor vorausgesagt hatten. Mit seinem Sieg in seinem ersten Rennen konnte dann Ben Ainslie, Skipper von Land Rover BAR, Selbstvertrauen tanken. Denn Gegner war kein Geringerer als die hochgewetteten Schweden.

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An Spannung kaum zu überbieten war das Duell der Finalisten des vergangenen Cups. Die Führung zwischen Oracle Team USA und dem Emirates Team New Zealand, die sich mit allen Tricks des Match Racing beharkten, wechselte wiederholt. Am Ende hatte der Titelverteidiger das bessere Ende für sich. Oracle fuhr den zweiten Sieg in dieser Vorrunde ein, um den Weg frei zu machen für das Spektakel des ersten Tages.

SoftBank Team Japan und Land Rover BAR befanden sich in der Vorstartphase, als SoftBank mit hoher Geschwindigkeit und auf Foils von hinten an die mit mäßigem Tempo auf die Startlinie zusteuernden Briten zuflog, um sich in Lee zu positionieren. Ben Ainslie versuchte dagegen zu halten, nahm Fahrt auf, um die Gegner nicht in die strategisch günstige Position kommen zu lassen. Als der Land Rover Bolide aber auf die Foils stieg, fehlten die Schwerter, um die Abdrift zu verhindern. Mit einem seitlichen Sprung rutschte sich der Lee-Rumpf der Briten auf SoftBank. Nur mit Mühe konnte sich das Team um Dean Barker mit den Händen die Gefahr vom Leib halten.

Ainslie kassierte einen Penalty – und, was noch schlimmer war, riss sich ein Loch in die Unterseite des Rumpfs. Damit mussten die Briten auf dem Kurs mit aller Macht auf den Foils bleiben, um eine größere Havarie ihres ACC-Kats zu verhindern. Das gelang zwar, aber auch aufgrund eines Penaltys war das Rennen zugunsten von Barkers Team entschieden. Obwohl Barker ohne größere Schäden blieb und damit seinen ersten Sieg einfuhr, war er sichtlich genervt von dem Body-Check.

Über Nacht konnten beide Renner für den zweiten Tag wieder flott gemacht werden. Vor allem das britische Shore-Team hatte viel Arbeit, flexte eine rund einen halben Quadratmeter große Fläche aus dem Rumpf, um das Loch wieder dicht zu laminieren.

Tag zwei überraschte dann mit einigen unerwarteten Ergebnissen: Groupama punktete gegen Artemis und zeigte damit, dass der absolute Außenseiter gegen einen Top-Favoriten bestehen kann. Artemis rehabilitierte sich im weiteren Rennverlauf mit einem Sieg gegen Oracle, und Land Rover BAR blieb an Tag zwei ganz ohne Erfolgserlebnis (Niederlagen gegen Oracle und Emirates Team New Zealand). Damit führt Oracle das aktuelle Tableau mit fünf Punkten vor Land Rover BAR und Emirates Team New Zealand mit jeweils drei Punkten an. Ben Ainslie profitiert dabei von den beiden Zusatzpunkten aus dem Sieg bei der AC World Series im vergangenen Jahr.

Tabelle:

1.Oracle USA (4 Siege/1 Niederlage/1 Zusatzpunkt) 5 Punkte

2.Land Rover BAR (1/3/2) 4

3.Emirates Team New Zealand (3/1/0) 3

4.Artemis Racing (2/2/0) 2

5.SoftBank Team Japan (1/3/0) 1

6.Groupama Team France (1/2/0) 1

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