Inklusionscup auf dem Wittensee

Seit vier Jahren besteht der Verein „Meer bewegen“ und hat seitdem schon zahlreiche Segler mit Behinderungen und Schulklassen auf das Wasser gebracht. Jetzt wagt sich der junge Club auch an das Regattageschehen heran und richtet am 28./ 29. September den 1. Venture Cup der Inklusionspiraten aus. Die Regatta findet auf dem Gelände des Wassersportclubs am Wittensee statt.

Meer bewegen“ ermöglicht Menschen mit und ohne Behinderung das Segeln. Dazu verfügt der Club über zwei RS Venture, die mit Schalensitzen und Joystick-Steuerung behindertengerecht ausgestattet sind. Außerdem hat der Club eine 2.4mR im Einsatz, und über das Opti-Projekt der Immac Sailing Academy hat der Verein auch noch drei Optis erhalten. Nachdem der Verein, der 2015 von zwei Nautikern gegründet wurde, zunächst nur am Wittensee tätig war, ist seit diesem Jahr bei der SV Kiel ein zweiter Standort hinzugekommen. Der Verein bietet regelmäßige Segelkurse, Schnuppersegeltage, Sonntagssegeln, wöchentliche Trainings für Schulklassen aus einer Förderschule und Segeltage für Gruppen und Familien an. Die barrierefreien Boote lassen hierbei eine Behinderung, ganz gleich ob körperlich oder geistig, in den Hintergrund treten. Für die Macher von „Meer bewegen“ ist es besonders wichtig zu betonen, dass Menschen mit und ohne Behinderung zusammen segeln. Der Zweite Vorsitzende Thomas Preuhsler will dabei jegliche Barriere beseitigen, die sich beim Segeln ergeben könnten. Dazu zählt für ihn auch das Geld. Daher gibt es auch kostenlose Angebote beim Sonntagssegeln. Und auch die Mitgliedsbeiträge sind sehr niedrig gehalten. So wird keine Aufnahmegebühr verlangt, eine Jahresmitgliedschaft kostet 60 Euro, und eine Familie ist sogar für 100 Euro dabei. Für den symbolischen Betrag von einem Euro pro Stunde können dann auch die Boote genutzt werden. Auf 30 Mitglieder ist der Verein, der zunächst nur von den Gründungsmitgliedern betrieben wurde, inzwischen angewachsen.

Für den 1. Venture Cup haben die selbsternanneten Inklusionspiraten ein neues Format entwickelt: Auf den RS Venture Connect sollen viele kurze Wettfahrten gesegelt werden. Dabei ist es unerheblich, ob die Teilnehmer eine Behinderung haben oder nicht. Es wird keine Unterscheidung in der Altersklasse oder nach dem Geschlecht gemacht. An dieser Regatta können Menschen mit körperlichen, geistigen oder ohne Behinderungen teilnehmen. Eigene Boote müssen nicht zwingend mitgebracht werden, da der Verein die entsprechenden Jollen stellen kann. Andere Gastvereine können natürlich auch ihre RS Ventures mitbringen. Kooperationen bestehen dabei schon mit der Segelabteilung des FC St. Pauli sowie dem RS-Importeur, so dass vier RS Venture in jedem Fall zur Verfügung stehen.

Am Samstag, 28. September, findet eine Bootseinweisung und ein Training auf dem Wittensee statt. Dabei werden die Zweierteams zusammengestellt, sofern nicht gemeinsam zur Regatta gemeldet wurde, und das Revier kennengelernt. Auch können die Wettfahrtregeln geprobt werden: Es wird nach den Vorfahrtsregeln der Kollisionsverhütungsregeln gesegelt. Mit diesen übersichtlichen, leicht zu lernenden Regeln, können auch völlige Neulinge an den Wettfahrten teilnehmen. Am Abend ist bei einem gemeinsam Grillbuffet ein Kennenlernen und Austausch der Akteure geplant.

Am Sonntag, 29. September, folgen die eigentlichen Wettfahrten. Es ist geplant, dass alle Teams gegeneinander segeln. Je nach Anzahl der Meldungen werden über eine „Turnierwertung“ die Platzierungen ermittelt. Alle Teilnehmer erhalten Preise. Der Präsident des Schleswig-Holsteinischen Landtages wird um 15 Uhr einen von ihm gestifteten Wanderpreis an das Gewinnerteam überreichen.

Weitere Informationen unter www.meer-bewegen.de.

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