Innovation in Norwegen

Der Düngerhersteller Yara hat der norwegischen Werft Vard den Auftrag gegeben, für sie den ersten voll elektrischen und autonomen Frachter zu bauen, der völlig emissionsfrei fahren soll. Der Frachter soll 2020 in See stechen und die norwegischen Häfen in Larvik und Brevik anfahren

Das erste vollelektrische und autonome Containerschiff der Welt ohne Emissionen soll 2020 in See stechen. Im Jahr 2017 begann die Entwicklung des Frachters in Kooperation mit Offshore-Technikern der Firma Kongsberg. 2018 wurde der Vertrag zwischen der norwegischen Reederei Yara und der Werft Vard geschlossen. Der Rumpf wird in der Niederlassung in Rumänien gefertigt, der Ausbau findet dann in Norwegen statt. Das Schiff, welches 2020 in See stechen soll, wird emissionsfrei fahren und reduziert dadurch die Lärm- und Staubbelastungen sowie den NOX- und CO2 Ausstoß, sagt Yara Chef Tore Holsether. Das Boot wird zu 100 Prozent von einer Batterie mit Energie versorgt, die im Hafen aufgeladen wird. Sie hat eine Kapazität von sieben Megawattstunden. Das Containerschiff ist nach dem Firmengründer “Yara Birkeland” benannt.


© Yara International

Das Frachtschiff ist 80 Meter lang und 15 Meter breit, verdrängt 3.200 Tonnen und kann 120 Standardcontainer aufnehmen. Dadurch kann das Unternehmen pro Jahr circa 40.000 Fahrten mit Lkws einsparen. Bis zu 13 Knoten erreicht die “Yara Birkeland”. Die Entfernung vom Standort der Firma Yara in Porsgrunn und den Häfen in Larvik und Brevik beträgt etwa 60 Kilometer. Ab 2022 soll das Schiff dann ohne Besatzung fahren, weswegen das Schiff mit fortschrittlicher Sensorik und Steuertechnologie ausgerüstet wird. Der Staat Norwegen unterstützt das Projekt mit insgesamt 13 Millionen Euro und übernimmt somit ein Drittel der Kosten.

Es gibt auch andere Beispiele bei denen E-Schiffe bereits genutzt werden bzw. geplant sind. In Norwegen fährt zum Beispiel bereits eine Autofähre, die elektrisch betrieben wird, wodurch eine Million Liter Diesel pro Jahr eingespart werden können. Aktuell befindet sich in den Niederlanden ein 110 Meter langer E-Frachter als Zubringer zum Rotterdamer Hafen in der Entwicklung, der mit bis zu 280 Containern beladen werden kann. Für die Hochseefahrt sind rein elektrische Antriebe noch keine Option, dort hofft man in Zukunft auf die LOHC-Stromspeichertechnik setzen zu können. Dabei handelt es sich um einen auf Wasserstoff basierenden Antrieb, bei dem kein CO2 ausgestoßen wird.

Es wird Zeit, dass auch die Schifffahrt umweltfreundlich wird, auch wenn sie “nur” vier Prozent der weltweiten CO2-Emissionen ausmacht. Das an Bord verwendete Schweröl verbrennt unsauber und weißt einen hohen Schwefelanteil auf. Ab 2020 dürfen Treibstoffe nur noch einen Schwefelanteil von 0,5 Prozent aufweisen, was Reedereien weiter unter Druck setzt, umweltfreundlichere Alternativen einzusetzen.

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